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Lyrik

LudwigFelsLudwig Fels, Dou di ned o

Mit einem Schmunzeln und mit Tiefgang - Ludwig Fels, der gebürtige Franke, widmete sich zu Ende seines Lebens wieder seiner fränkischen Heimat und setzte sich erstmals auch lyrisch mit dem fränkischen
Dialekt auseinander.


“Inzwischen liebe ich es fast, Fränkisch zu hören, es gleicht der Sprache großer Kinder“, sagte Ludwig Fels, der im mittelfränkischen Treuchtlingen aufgewachsen ist, aber schon seit Jahrzehnten in Wien lebte. Mit seinem vielfältigen Werk zählt er zu den individuellsten Stimmen der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur. Mit Dou di ned o näherte er sich erstmals lyrisch der Sprache seiner Heimatregion. Entstanden sind dabei Gedichte über Kindheit und Familie, Kunst und Liebe, Heimat und Fernweh, das Leben und den Tod – gekonnt einfach und humorvoll im Ton, dabei stets dem Tiefgang verbunden. Ein wunderbarer – und gefühlt notwendiger – Beitrag für die fränkische Mundartdichtung!

LUDWIG FELS, 1946 in Treuchtlingen geboren, verstorben im Januar 2021, lebte als Schriftsteller in Wien. Er hat zahlreiche Romane, Lyrikbände, Theaterstücke und Hörspiele veröffentlicht und wurde vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Leonce-und-Lena-Preis, dem Wolfgang-Koeppen-Preis, dem Großen Literaturpreis der Stadt Nürnberg und dem Wolfram-von Eschenbach-Preis.

Ludwig Fels, Dou di ned o, ars vivendi (https://arsvivendi.com),
110 Seiten, ISBN 978-3-7472-0194-7, 15 Euro.

 

cosmosDana Ranga, Cosmos!

In diesem herrlichen Gedichtband transformiert
Dana Ranga Zitate von Astronauten zu berührender und inspirierender Lyrik.


»Die Reise ins All / ist eine Reise des Geistes / warum fliegen wir in den Weltraum / wenn nicht um etwas / über uns zu erfahren / und über das, was es mit diesem Universum / auf sich hat? / Über unseren Platz in dieser Ordnung / und darüber, was es bedeutet / ein Mensch zu sein.«

Mit diesem Zitat des Astronauten Story Musgrave beginnt Dana Ranga ihre poetische Reise zu den Sternen in der Hoffnung, Antwort auf die Fragen zu finden, die Musgrave stellt. In über 80 Gedichten, die in der jahrelangen Auseinandersetzung mit der Raumfahrt und einer Vielzahl von Interviews mit Astronauten und Kosmonauten entstanden sind, geht sie der Frage nach, was Menschen in den Weltraum treibt, was sie dort erleben und was sie vor, während und nach der Reise empfinden. Mit ihrer ungewöhnlichen und packenden poetischen Recherche über die Sehnsüchte und Träume der meist völlig unbekannten Pioniere, die an unserer statt in unbekannte Welten vorstoßen, nimmt sie den Leser selbst mit auf die Reise in den Kosmos.

Dana Ranga, Cosmos!, Matthes & Seitz Berlin (https://www.matthes-seitz-berlin.de), 114 Seiten, gebunden, ISBN 978-3-95757-916-4, 20 Euro.

 

LehnertChristian Lehnert,
Ins Innere hinaus

Von den Engeln und Mächten

Kühne und gleichzeitig meditative Betrachtungen
über das Numinose.


Eine »Geschichte der unsichtbaren Welt in einzelnen Blättern«, nichts Geringeres schwebt dem Dichter und Theologen Christian Lehnert in diesem Buch vor. Ausgangspunkte seiner Gedanken sind Naturgeister und niedere Gottheiten, dualistische Vorstellungen von Engeln und Dämonen, himmlische Hierarchiebildungen, Grenzüberschreitungen zwischen Diesseits und Jenseits mit geheimnisvoller geistiger Schmuggelware im Gepäck. Gnosis, Kabbala und Visionen kommen ebenso vor wie moderne Psychotechniken. Von der sogenannten ›faktischen‹ Seite der Wirklichkeit her aber treten Analogien des Geistersehens im philosophischen Denken und in den Naturwissenschaften ins Bild.

Zugrunde liegt alldem die Frage: Wie kann das Numinose heute, in einer postsäkularen Welt, zu einer progressiven Kraft werden, welche die vorherrschenden, scheinbar festgefügten Weltbilder unterwandert und verflüssigt? Den kleinen Rissen in den festen Straten religiöser oder wissenschaftlicher, liberaler oder säkularer Weltanschauungen folgt Lehnert, sucht jene Risse, wo der Zweifel eindringt, wo die vergessenen Axiome der ›Exaktheit‹ und die Brüchigkeit ihrer Anschauungen aufleuchten.

Christian Lehnert, Ins Innere hinaus, Suhrkamp (https://www.suhrkamp.de), 234 Seiten, ISBN 978-3-518-42957-0, 22 Euro.

 

Shakespeare_2Wie er uns gefällt – Gedichte an und auf William Shakespeare

Erlesene Lobes- und auch andere Hymnen auf den genialen Barden und seine Schöpfungen.
Von Hölderlin bis Pasolini, von Byron bis Nabokov, von Baudelaire bis Lorca und von Lemuel Johnson bis Thomas Brasch reichen die lyrischen Referenzen und Würdigungen in diesem exquisiten Band. In zwölf Dutzend Gedichten, deutschen wie fremdsprachlichen (die zusätzlich zur Übersetzung auch im Original widergegeben werden), entsteht über alle Epochen und Kulturkreise hinweg eine vielstimmige Wechselrede mit dem «Stern der schönsten Höhe» (Goethe). Diese Sammlung von Tobias Döring (Hrsg.) offenbart, welchen Reim sich Lyriker in vier Jahrhunderten, acht Sprachen und mehr als zwanzig Ländern auf Shakespeares Werk und seine Figuren gemacht haben: ein Gipfeltreffen der Weltpoesie. Zum Shakespeare-Jahr 2014 zeigen sich alle Meister nach ihm einig wie nie: Shakespeare forever! Zehn Exklusivgedichte renommierter deutschsprachiger Lyrikerinnen und Lyriker, darunter Friederike Mayröcker, Ursula Krechel und Durs Grünbein, zeigen eindrucksvoll Rang und Geltung Shakespeares für unsere Gegenwart.
Wie er uns gefällt – Gedichte an und auf William Shakespeare, Tobias Döring (Hrsg.), erlesene Lobes- und auch andere Hymnen auf den genialen Barden und seine Schöpfungen, bibliophile Jubiläumsausgabe zu Shakespeares 450. Geburtstag: Leineneinband mit Folienprägung, Lesebändchen, Innenteil zweifarbig gedruckt, 336 Seiten,
Manesse (www.randomhouse.de), ISBN: 978-3-7175-4086-1, 24,95 Euro.

 

Les Murray, Übersetzungen aus der NaturLes Murray,
Übersetzungen aus der Natur

Das geht runter wie Öl bzw. ist wie ein Sommertag im Herzen der Welt, eins mit sich selbst und der Natur. Mit Gott und der Welt. Ein Gedichtband, nach dem es keine Einsamkeit mehr gibt.
Les Murray, Australier und Nachfahre schottischer Einwanderer, ist einer der wichtigsten Dichter englischer Sprache. Im Band „Übersetzungen aus der Natur“ handeln Gedichte der kleinen Form allesamt von der Natur - eine Poesie der Natur ohne Sentimentalität, aber mit einer wachen Empathie: Wir Menschen wissen, dass die Kuhherde durchdreht, sobald eine geschlachtet wird, und wir sehen, dass die Gans neben dem Stallkamerad trauert. Les Murray aber findet auch die Worte für das Erleben eines Tiers, dasMuray3_2 kein Warum und Wozu kennt, kein Grund, keine Folge und kein Argument, sondern nur einen Instinkt, einen unbedingten Willen. Murrays deutsche Übersetzerin Margitt Lehbert gibt die Gedichte in einem schmalen, schönen Band heraus, auf dem Umschlag vorne Fische, in leuchtenden Farben realistisch gemalt, und auf der Rückseite eines der Gedichte in Murrays Handschrift.
Les Murray, Übersetzungen aus der Natur, Zweisprachige Ausgabe. Ausgewählt und übertragen von Margitt Lehbert. Edition Rugerup, Hörby/SE 2007 (
www.rugerup.de),
96 Seiten, 17,90 Euro, mit CD 29,90 Euro.

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