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Sachbuch

ArmageddonEric H. Cline, Armageddon
Auf der Suche nach der biblischen
Stadt Salomos

Forschungsgeschichte, packend erzählt:
Die Wiederentdeckung des historischen Armageddon. Vom Bestseller-Autor Eric H. Cline.


Lange galt sie als verschollen: Armageddon, die Stadt Salomos aus der Bibel und Ort der endzeitlichen Entscheidungsschlacht in der Offenbarung des Johannes im Neuen Testament. Heute ist sie unter dem Namen Tel Megiddo eine der berühmtesten historischen Stätten Israels. Gemeinsam mit Hazor und Be’er Scheva wurde sie 2005 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt.

1925 entsendet der berühmte Ägyptologe James Henry Breasted ein Grabungsteam ins Heilige Land. Ihre Ausgrabungen in Megiddo machen weltweit Schlagzeilen, reichen doch die Funde vom Neolithikum bis zur Zeit der Perser. Was sich hinter den Kulissen abspielte, ist jedoch bislang wenig bekannt.

Mit seinem spannenden Bericht erweckt Eric H. Cline, der viele Jahre selbst an den Ausgrabungen in Meggido beteiligt war, nicht nur die Teilnehmer einer der wichtigsten archäologischen Expeditionen zum Leben. Er beleuchtet dabei quasi nebenbei auch die Geschichte der Bronzezeit und der Eisenzeit im antiken Israel und in der gesamten Levante.

Eric H. Cline, Armageddon, wbg THeiss (https://www.wbg-wissenverbindet.de), Hardcover mit Schutzumschlag, 416 Seiten mit 48 s/w Abb. und 2 Kt.,
ISBN 978-3-8062-4341-3, 30 Euro.

 

FilmMarcus Stiglegger/
Christoph Wagner (Hrsg.), Film | Bild | Emotion
Film und Kunstgeschichte im postkinematografischen Zeitalter

Fundiert. Spannend. Innovativ. Aktuell. Lesenswert.

Das Verschmelzen der Betrachter:innen mit der filmischen Welt, ihr Eintauchen in die filmisch vermittelte Fiktion, stellt besondere Anforderungen an Beschreibungs- und Analysekategorien. Der Band stellt neue Forschungsansätze und Theorien aus dem Spannungsfeld von Filmwissenschaft und Kunstgeschichte, Film- und Psychoanalyse vor.

Renommierte Wissenschaftler:innen untersuchen, wie bewegte Bilder Emotionen bei ihren Betrachtern erzeugen und mit welchen filmischen Mitteln Emotionen auf die Leinwand gebannt werden – seien es Liebe und Zuneigung, Wut und Zorn oder Angst und Ekel. Daneben geht es um die Bedingungen von Emotionalität beim Betrachten von Filmen. Der Band stellt neue Forschungsansätze und Theorien aus dem Spannungsfeld von Filmwissenschaft und Kunstgeschichte, Film- und Psychoanalyse sowie der klassischen und der Postkinematografie vor und umfasst dabei eine historische Perspektive von der Frühzeit des Mediums bis hin zu aktuellsten Tendenzen.

Mit Beiträgen von Dirk Blothner, Michael Braun, Gerald Dagit, Dominic E. Delarue, Thomas Elsaesser, Nina Gerlach, Toru Ito, Andreas Hamburger, Susanne Kappesser, Henry Keazor, Marcus S. Kleiner, Gertrud Koch, Thomas Koebner, Michael Lüthy, Jürgen Müller, Lothar Mikos, Kai Naumann, Ivo Ritzer, Lioba Schlösser, Norbert Schmitz, Gerhard Schneider, Anke Steinborn, Marcus Stiglegger, Sara Tröster Klemm, Dario Vidojkovic, Christoph Wagner und Ralf Zwiebel.

Marcus Stiglegger/Christoph Wagner (Hrsg.), Film | Bild | Emotion, Gebr. Mann Verlag (http://www.reimer-mann-verlag.de), Hardcover, 560 Seiten mit 238 sw-Abbildungen, ISBN 978-3-7861-2835-9, 79 Euro.

 

FundamentalsFrank Wilczek, Fundamentals
Die zehn Prinzipien der modernen Physik

Grandiose Gedankenreise in 10 Schritten durch die neuere Physik. Zehn Schlüssel zur Wirklichkeit, so Physik-Nobelpreisträger Frank Wilczek, geben uns Auskunft darüber, wie wir Menschen Teil des großen Ganzen sind.

Dieses Buch, geschrieben von einem der großen Physiker unserer Zeit, handelt von den zehn fundamentalen Prinzipen, die unsere Welt im Innersten zusammenhalten. Es wurde mit dem Ziel verfasst, die zentralen Botschaften der modernen Physik so einfach wie möglich darzustellen, ohne es an Genauigkeit fehlen zu lassen. Dabei geht es um weit mehr als um bloße Fakten, so faszinierend diese auch sein mögen. Es geht auch um die Denkweise, die es uns ermöglicht, diese Fakten überhaupt zu entdecken; sie ist selbst eine große Entdeckung.

Ein Blick in den klaren Nachthimmel genügt, um den verschwenderischen Reichtum wahrzunehmen, der die Natur charakterisiert. Es gibt jede Menge Raum, Zeit, Materie und Energie. Dieser Fülle steht eine große Sparsamkeit gegenüber, was die Bausteine und Gesetze angeht, die das ungeheure Universum, aber auch unsere sehr viel kleineren Körper in Gang halten.

Frank Wilczek stellt auf zugängliche Weise dar, welches diese Prinzipien sind und wie sie funktionieren, was wir darüber wissen und warum wir es wissen. Zugleich nimmt er uns auf eine Reise in die Zukunft mit und öffnet unseren Blick dafür, was wir vielleicht schon bald begreifen werden. Unser Verständnis der Natur wächst immer noch und verändert sich. Wir Menschen sind nur ein Teil der Natur, aber jener, in dem sie zur Erkenntnis ihrer selbst gelangt.

Frank Wilczek, Fundamentals, C.H.Beck Hardcover (https://www.chbeck.de), 255 Seiten, ISBN 978-3-406-77551-2, 24 Euro.

 

MagicEatingDr. Malte Rubach
mit Marjorie Rubach,
Magic Eating


Da hat man doch mal was in der Hand, was einem hilft, zumindest seinen Kühlschrank vernünftig zu organisieren – alles andere folgt dann ganz automatisch: Der Ernährungswissenschaftler Dr. Malte Rubach zeigt, wie Ordnung im Kühlschrank zu einem gesunden und nachhaltigen Essverhalten führt.

Mit dem „Magic-Eating“-Konzept wird in diesem Gesundheits-Ratgeber jeder Bereich des Kühlschranks und der Speisekammer genau unter die Lupe genommen. In sechs Schritten geht der Ernährungswissenschaftler darauf ein, wo genau und wie Nahrungsmittel aufbewahrt werden sollen, sodass ihre Nährstoffe bestmöglich erhalten bleiben und optimal zur Gesundheit beitragen.

Jedes Lebensmittel kommt auf den Prüfstand und an den richtigen Platz und wird im Zusammenhang einer gesunden und nachhaltigen Ernährung erläutert. Wissenschaftliche Grundlage ist die Planeten-Ernährung, die Mensch und Erde gesund hält und dazu führt, dass weniger Lebensmittel verschwendet werden.

Wer sich die Zeit nimmt, mit den spielerischen Anleitungen dieses Ratgebers eine gründliche Inventur der eigenen Nahrungszentrale zu machen, wird seine persönliche Ernährungswende erleben. Mit einem Kühlschrank-Spiel, Kühlschrank-Detox, Zero-Waste-Tipps und allem, was man zur Planeten-Ernährung wissen muss.

Dr. Malte Rubach mit Marjorie Rubach, Magic Eating, Knaur MensSana Paperback (https://www.droemer-knaur.de), 192 Seiten, ISBN 978-3-426-65890-1, 18 Euro.

 

MedizinRobin Lane Fox,
Die Entdeckung der Medizin
Eine Kulturgeschichte
von Homer bis Hippokrates

Eindrucksvoll schildert Robin Lane Fox in seinem elegant geschriebenen Buch die bahnbrechenden Leistungen der antiken Griechen in der Medizin und zeigt, wie sie unsere moderne Heilkunst begründeten – mit packenden Schilderungen der Lebenswirklichkeit der Ärzte und der Erfahrungen der Patienten entfaltet er ein großes und noch wenig bekanntes kultur- und geistesgeschichtliches Panorama der Antike.

Die antiken Griechen haben bedeutende Leistungen im Bereich der Medizin erbracht. Weltweit wird bis heute der »Hippokratische Eid« von Ärzten und Patienten gleicherweise bewundert: als Gründungsdokument für ethisches Verhalten und ärztliche Ideale. Scharfsinnig untersucht Robin Lane Fox, was wir wirklich über den Eid des Hippokrates wissen, und stellt die faszinierenden Schriften vor, die unter dem Namen dieses Arztes überliefert sind.

Seine spannende Darstellung führt uns in die Welt der ersten Ärzte, die in Griechenland und in der ganzen Mittelmeerwelt tätig waren. Auf überraschende Weise erschließt der Autor die Bedeutung der Medizin für die griechischen Geschichtsschreiber (Herodot und Thukydides) und für die großen Dramatiker der attischen Bühne. Dieses anschaulich, lebendig geschriebene und packende Buch eröffnet viele unbekannte und neue Aspekte der Welt des Altertums – die Themen reichen von Frauen-Medizin, Herrschaft, Kunst, Sport bis hin zu Sex und Botanik. Eine außergewöhnliche Reise in die antike Kultur von Homer bis zu den dankbaren Erben in der islamischen Welt und der beginnenden westlichen Moderne.

Robin Lane Fox, Die Entdeckung der Medizin, Klett-Cotta (https://www.klett-cotta.de), 448 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag. mit farbigen Abbildungen (gesammelt in der Mitte des Buches), ISBN 978-3-608-96479-0, 35 Euro.

 

Mdie-sprache-der-vagabundenartin Puchner,
Die Sprache der Vagabunden
Eine Geschichte des Rotwelsch und
das Geheimnis meiner Familie

Spurensuche und objektive Geschichte. Höchst spannend, lebendig und berührend.

Sie hinterließen geheime Zeichen, um den Nachfolgenden anzuzeigen, wo man willkommen war und wo nicht. Und sie benutzten einen geheimen Code, um auf der Straße zu überleben. Man nannte sie Vagabunden, Ausgestoßene, fahrendes Volk. Ihre rätselhafte Sprache, das Rotwelsch, hat Martin Puchner schon in den siebziger Jahren als Kind in der fränkischen Provinz fasziniert.

Viel später, als Professor in Harvard, wird er diesen Code als Wissenschaftler erforschen – und erkennen, dass auch seine eigene Familie mit dieser Sprache auf unheilvolle Weise verbunden ist. Ein bewegendes und anrührendes Buch über die unheimliche Macht der Worte - und ein dunkles Familiengeheimnis.

Martin Puchner, Die Sprache der Vagabunden, Siedler (https://www.penguinrandomhouse.de), 288 Seiten, ISBN 978-3-8275-0149-3, 24 Euro.

 

der-gefrorene-fluss_0James Crowden,
Der gefrorene Fluss
Das berauschende Glück der Stille.
Ein Winter im Himalaja

Survival und Spiritualität in einem: Die spannende Geschichte eines Mannes auf der Suche nach sich selbst – und dem Abenteuer von Grenzerfahrungen.

Auf der Suche nach Stille und Abenteuer bricht der junge Engländer James Crowden 1976 auf nach Zanskar, ein abgelegenes Himalaya-Hochtal, in dem die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Er ist erst der zweite Fremde, der jemals seinen Fuß in diese harsche Welt der Zanskaris gesetzt hat. Über die Wintermonate taucht er tief ein in ihre entbehrungsreiche Existenz: Einsamkeit und Schnee, Feste und Gebete, Ofenfeuer und Butterherstellung. Inspirierend und fesselnd zugleich, entfaltet der Autor das faszinierende Panorama einer längst untergegangenen Welt aus Abgeschiedenheit, innerer Einkehr und purer Stille. Zugleich erinnert er an die Bedrohung unserer einzigartigen Natur.

James Crowden, Der gefrorene Fluss, Arkana Hardcover (https://www.penguinrandomhouse.de), 416 Seiten, ISBN 978-3-442-34275-4, 22 Euro.

 

FederndiebKirk Wallace Johnson,
Der Federndieb

Herrlich. Skurril und spannend, unglaublich und doch wahr. Kirk Wallace Johnsons "Der Federndieb" ist Sachbuch und Krimi in einem und dazu noch die wunderbar erzählte Geschichte eines kuriosen Kriminalfalls für Liebhaber exzentrischer Geschichten: Von toten Vögeln, reichen Männern und einem unermesslichen Verlust für die Menschheit.

Warum stiehlt ein Dieb aus der ornithologischen Abteilung des Britischen Naturkundemuseums unzählige Vogelbälger, darunter Darwins Finken und Federkleider von Paradiesvögeln, einst gesammelt vom Naturforscher Alfred Russel Wallace? Autor Kirk Wallace Johnson, ein passionierter Fliegenfischer, nimmt die Spur der Federn auf und erzählt von seiner abenteuerlichen Recherche, der Begegnung mit dem Täter - und wie er die Hintermänner schließlich von der Rückgabe des Diebesguts überzeugt.

Kirk Wallace Johnson ist ein leidenschaftlicher Fliegenfischer. Beruflich aber schreibt der engagierte Publizist für den New Yorker, die New York Times oder Washington Post. Mit seiner Stiftung „List Project“ setzt er sich für Menschen im Irak ein – oder er steht mit der Angel hüfttief in einem Fluss und geht der Frage nach, wer die Köderfliege gebunden hat.

Kirk Wallace Johnson, Der Federndieb, Droemer Taschenbuch
(https://www.droemer-knaur.de), 384 Seiten, ISBN 978-3-426-30115-9, 16,99 Euro.

 

1977Philipp Sarasin, 1977
Eine kurze Geschichte der Gegenwart

Einblicke. Einleuchtend. Einzigartig.
Platz 1 der Sachbuch-Bestenliste.

1977 startete die RAF ihre »Offensive 77«, wurde in Paris das Centre Pompidou eröffnet, in Kalifornien der Apple II lanciert – und das Internet erfunden. Was bedeuten diese merkwürdigen Gleichzeitigkeiten? Warum sprach zur selben Zeit Jimmy Carter von den »human rights«, sprachen schwarze Aktivistinnen von »identity politics«, Esoteriker vom »New Age« und Architektinnen von »symbolischen Formen«? Warum gleichzeitig Punk, Disco und Hip-Hop? Und warum sagte Michel Foucault 1977: »Wir müssen ganz von vorne beginnen«?

Philipp Sarasin untersucht in seinem Buch die Linien, Muster und Ähnlichkeiten, die diese und andere Ereignisse des Jahres 1977 miteinander verbinden – und er erzählt davon, wie der Glaube an ein gemeinsames Allgemeines, der die Moderne formte, zu zerbröckeln begann. 1977 führt uns ein Jahr vor Augen, in dem nur die Unsicherheit gewiss und die Ahnung verbreitet war, dass die alten Koordinaten der industriellen Gesellschaft in Zukunft keine Orientierung mehr bieten würden. Eine phänomenale Zeitreise in die Geschichte unserer Gegenwart.

Philipp Sarasin, 1977, Suhrkamp (https://www.suhrkamp.de), 502 Seiten,
ISBN 978-3-518-58763-8, 32 Euro.

 

CarrollSean Carroll, Was ist die Welt und wenn ja, wie viele
Wie die Quantenmechanik
unser Weltbild verändert

Ein wahnsinnig wichtiges Buch – die Wirklichkeit, so wie sie ist, quantentechnisch gesehen, da kommt man aus dem Stauen nicht mehr raus und muss sein Weltbild ordentlich (bzw. ziemlich chaotisch) revidieren, aber mit Hand und Fuß bzw. was wir dafür halten.

Unser Alltag ist ohne die Quantenphysik gar nicht mehr denkbar: Elektronik, Digitaltechnologien, Laser, Mobiltelefon, Satelliten, Fernseher, Radio, Nukleartechnik, die moderne Chemie, medizinische Diagnostik – sie alle beruhen auf der Quantentheorie.

Höchste Zeit zu versuchen, der besten Theorie unserer physikalischen Wirklichkeit näherzukommen und sie zu verstehen. Wie man sie für interessierte Laien veranschaulichen und erklären kann, das gelingt dem Bestsellerautor Sean Carroll mit seiner Version der Viele-Welten-These auf unnachahmliche und beeindruckende Weise.

Sean Carroll, geboren 1966, studierte Physik in Harvard und arbeitet in Pasadena als theoretischer Physiker zur Kosmologie, Gravitation und den Grundlagen der Quantenmechanik. Carroll hat mehrere Sachbuchbestseller veröffentlicht und ist als Vortragsredner und Podcaster sehr gefragt.

Sean Carroll, Was ist die Welt und wenn ja, wie viele, Klett-Cotta
(https://www.klett-cotta.de), 400 Seiten, ISBN 978-3-608-98376-0, 25 Euro.

 

MagieKlaus E. Müller, Magie
Die verborgenen Grundmuster
unseres Denkens und Handelns

Sehr informativ, oft überraschend, wichtig –
und gut zu lesen.


Magie, bislang als rudimentäre und lediglich im Ansatz religiöse Form der Vorstellungsbildung und Praxis gesehen, wird hier erstmals als eigenständiges System von Strukturprinzipien verstanden, die das Denken aller Menschen, überall und zu jeder Zeit, quasi
gesetzesförmig bestimmen.

Allen Entscheidungen und Tätigkeiten des täglichen Lebens liegen magische Motivationen und Anweisungen zugrunde – sei es beim Sport, bei der Vorbereitung auf ein riskantes Unternehmen (etwa eine Reise), bei der Krankenbehandlung, bei Festen oder in der Kirche. Magie ist ein System von Strukturprinzipien, die das Denken und Handeln aller Menschen gesetzesförmig bestimmen. Die in zahlreichen Lehrbüchern verbreitete Auffassung von Magie als vorreligiösem Vorstellungssystem der Naturerklärung oder als rudimentäre Vorstellungsbildung, die für indigene und randständige Bevölkerungsschichten typisch ist, erweist sich damit als obsolet. Dies zeigt Klaus E. Müller in seiner ethnologisch und kulturgeschichtlich vergleichenden Studie.

Klaus E. Müller, Magie, Reimer Verlag (https://www.reimer-mann-verlag.de), 202 Seiten, ISBN 978-3-496-01658-8, 24,90 Euro.

 

FensterJohn-Dylan Haynes/Matthias Eckoldt, Fenster ins Gehirn
Wie unsere Gedanken entstehen und
wie man sie lesen kann

Sehr informativ und für Laien sehr gut
verständlich geschrieben.

Zu wissen, was im Kopf eines anderen vor sich geht, gehört zu den ältesten Sehnsüchten der Menschheit. Längst sind Wissenschaftler dabei, Gedanken aus der Hirnaktivität auszulesen. Der renommierte Neurowissenschaftler John-Dylan Haynes hat es geschafft, verborgene Absichten in den Hirnen seiner Probanden zu entschlüsseln.

Seine Forschungen ergeben provokante Fragen: Sind unsere Gedanken wirklich sicher? Wird man irgendwann per Gehirnscan unsere Wünsche und Gefühle oder gar unsere PINs auslesen können? Kann die Werbung unsere Hirnprozesse gezielt beeinflussen, um uns bestimmte Produkte kaufen zu lassen – sogar gegen unseren Willen? Haben wir überhaupt einen freien Willen oder sind wir durch unser Gehirn vorherbestimmt? Noch ist es bis zum Lesen beliebiger Gedanken ein weiter Weg. Aber das kann sich vielleicht schneller ändern, als uns lieb ist.

John-Dylan Haynes/Matthias Eckoldt, Fenster ins Gehirn, Ullstein
(https://www.ullstein-buchverlage.de), 304 Seiten, ISBN 9783550200038, 24 Euro.

 

DNoise_217986_300dpianiel Kahneman/Olivier Sibony/Cass R. Sunstein, Noise
Was unsere Entscheidungen verzerrt – und wie wir sie verbessern können

Dieses Buch ist ein Meilenstein zum Verständnis der Grundlagen unseres Handelns. Nach »Schnelles Denken, Langsames Denken«: Das neue Buch des Nobelpreisträgers und Weltbestseller-Autors Daniel Kahneman. Revolutioniert unser Verständnis all jener Störfaktoren, die unsere Entscheidungen maßgeblich beeinflussen.

Warum treffen wir, je nach Umständen, völlig unterschiedliche Entscheidungen auf ein und derselben Faktengrundlage? Wieso kommen zwei Experten, die über identische Informationen verfügen, zu komplett anderen Schlussfolgerungen? Weshalb entscheiden wir uns immer wieder falsch, ob im Beruf oder im Privatleben? In seinem neuen Buch, das in Zusammenarbeit mit Bestsellerautor Cass Sunstein und Olivier Sibony entstanden ist, klärt Daniel Kahneman über die Vielzahl von oft zufälligen Faktoren auf, die unsere Entscheidungsfindung stören und häufig negativ beeinflussen – sie sind im Begriff »Noise« zusammengefasst. Wir müssen lernen, diese »Störgeräusche« zu verstehen und mit ihnen umzugehen, nur dann können wir auf Dauer bessere Entscheidungen treffen.

Daniel Kahneman/Olivier Sibony/Cass R. Sunstein, Noise, Siedler Verlag (https://www.penguinrandomhouse.de), 480 Seiten, ISBN 978-3-8275-0123-3, 30 Euro.

 

AdelBettina Musall/Eva-Maria Schnurr (Hrsg.),
Die Welt des Adels
Europas Herrscherhäuser vom Mittelalter
bis heute

Kenntnisreich und äußerst unterhaltsam. Von den Habsburgern bis zu den Windsors – ein schwungvoller Streifzug durch die Geschichte des europäischen Adels – und ein Blick hinter die Kulissen.

Wollten Sie nicht schon immer wissen, was bei Hofe wirklich passiert? Wie man sich in der höfisch-ritterlichen Welt kleiden und verhalten musste? Was Aristokratinnen heimlich in ihre Tagebücher schrieben, und welche Blaublüter doch tatsächlich selbst arbeiteten? In diesem Buch geben SPIEGEL-Autoren und renommierte Adels-Experten überraschende Einblicke in die prunkvolle Welt des europäischen Adels. Sie stellen die wichtigsten Herrscherhäuser und ihre Stammsitze vor, und zeigen, welchen politischen und militärischen Einfluss der Adel vom Mittelalter bis heute auf die europäischen Gesellschaften hatte und wie sich seine Rolle im Laufe der Zeit wandelte. Und nicht zuletzt versuchen sie zu ergründen, wozu Adel heute noch verpflichtet. Das Buch enthält zahlreiche Abbildungen.

Bettina Musall/Eva-Maria Schnurr (Hrsg.), Die Welt des Adels, DVA (https://www.penguinrandomhouse.de), 256 Seiten, ISBN 978-3-421-04868-4, 20 Euro.

 

Giganten_2Peter Burke,
Giganten der Gelehrsamkeit
Die Geschichte der Universalgenies

Ein Genie schreibt über Genies! Das passt, das ist lesbar wie im Rausch, das berauscht. Was will man mehr?!

Wie passt das Wissen der ganzen Welt in den Kopf eines einzelnen Menschen? Wie kann jemand Kenntnisse von
25 Sprachen und parallel in mannigfachen Disziplinen und Künsten besitzen? Das neue große Werk des bedeutenden Kulturhistorikers Peter Burke: Die Geschichte einer gefährdeten Spezies – die der Universalgelehrten.

Universalgelehrte wurden oft vergessen, verkannt, verniedlicht oder als Schwindler verunglimpft. Peter Burke unternimmt eine Ehrenrettung dieser Ausnahmetalente und folgt ihrer Geschichte über 500 Jahre in verschiedenen Ländern bis ins 21. Jahrhundert. Er stellt in vielen Porträts die verbindenden Eigenschaften heraus: ein Übermaß an Neugier, Gedächtnisleistung, Phantasie, Energie, Konzentrationsfähigkeit und nicht selten Ehrgeiz bis hin zur ruhelosen Arbeitssucht. Für Schlaf, Pausen oder gar die Liebe bleibt keine Zeit. Aber dafür ist das Einarbeiten in ein neues Thema in Carlo Ginzburgs Worten wie Skifahren in frischem Schnee.

Wandelnde Enzyklopädisten gab es schon in der Antike. Ausnahmeerscheinungen wie Pythagoras wurde nachgesagt, alle Fragen beantworten zu können. Doch erst im
17. Jahrhundert kamen Universalgelehrte in Mode – allen voran der Autodidakt Leonardo da Vinci: Der Musiker, Maschinenbauer, Maler, Bildhauer, Militärexperte, Anatom, Fossiliensammler, Erfinder, Botaniker, Zoologe, Geologe und Kartograph wurde nicht zufällig Namensgeber des »Leonardo-Syndroms«, das für die Unfähigkeit zur Auswahl und Beendigung von Projekten steht.

Heute, im Zeitalter der Hyper-Spezialisierung und der grassierenden Oberflächlichkeit, brauchen wir die Universalgelehrten dringender denn je. In diesem ebenso lehrreichen wie amüsanten Buch kann man ihnen nachspüren. Ein Meisterstück Burke’scher Geschichtsschreibung.

Peter Burke, Giganten der Gelehrsamkeit, Wagenbach Verlag
(https://www.wagenbach.de), 320 Seiten, ISBN 978-3-8031-3702-9, 29 Euro.

 

Wirklichkeit_2Mai Thi Nguyen-Kim,
Die kleinste
gemeinsame Wirklichkeit
Wahr, falsch, plausibel - die größten Streitfragen wissenschaftlich geprüft

Klarsichtig und herrlich kurzweilig! Ein spannender und informativer Fakten- und Reality-Check, der beste Bullshit-Detektor für unsere angeblich postfaktische Zeit.

Die bekannte Wissenschaftsjournalistin Dr. Mai Thi Nguyen-Kim untersucht mit analytischem Scharfsinn und unbestechlicher Logik brennende Streitfragen unserer Gesellschaft. Mit Fakten und wissenschaftlichen Erkenntnissen kontert sie Halbwahrheiten, Fakes und Verschwörungsmythen – und zeigt, wo wir uns mangels Beweisen noch zurecht munter streiten dürfen.

Die Legalisierung von Drogen, Videospiele, Gewalt, Gender Pay Gap, systemrelevante Berufe, Care-Arbeit, Lohngerechtigkeit, Big Pharma vs. Alternative Medizin, Homöopathie, klinische Studien, Impfpflicht, die Erblichkeit von Intelligenz, Gene vs. Umwelt, männliche und weibliche Gehirne, Tierversuche und von Corona bis Klimawandel: Wie politisch darf Wissenschaft sein?

Fakten, wissenschaftlich fundiert und eindeutig belegt, sind Gold wert. Gerade dann, wenn in Gesellschaft und Politik über Reizthemen hitzig gestritten wird, braucht es einen Faktencheck, um die Dinge klarzustellen und Irrtümer und Fakes aus der Welt schaffen. Leider aber werden Fakten oft verkürzt, missverständlich präsentiert oder gerne auch mit subjektiver Meinung wild gemischt. Ein sachlicher Diskurs? Nicht mehr möglich. Dr. Mai Thi Nguyen-Kim räumt bei den derzeit beliebtesten Streitthemen mit diesem Missstand auf.

Bestechend klarsichtig, wunderbar unaufgeregt und herrlich kurzweilig ermittelt sie anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse das, was faktisch niemand in Abrede stellen kann, wenn es beispielsweise um Erblichkeit von Intelligenz, Gender Pay Gap, Klimawandel oder Legalisierung von Drogen geht. Mai Thi Nguyen-Kims Suche nach dem Kern der Wahrheit zeigt dabei nicht nur, was unanfechtbar ist und worauf wir uns alle einigen können. Mehr noch: Sie macht deutlich, wo die Fakten aufhören, wo Zahlen und wissenschaftliche Belege fehlen – wo wir also völlig berechtigt uns gegenseitig persönliche Meinungen an den Kopf werfen dürfen.

Mai Thi Nguyen-Kim, Die kleinste gemeinsame Wirklichkeit, Droemer Hardcover
(https://www.droemer-knaur.de), 368 Seiten, ISBN 978-3-426-27822-2, 20 Euro.

 

Hank_RLoyalitaetsfalle_214488_300dpiRainer Hank, Die Loyalitätsfalle
Warum wir dem Ruf der Horde
widerstehen müssen

Sei, wie du bist – und zeig es auch. Ein leidenschaftliches Plädoyer für die befreiende Kraft des Widerspruchs.

Loyalität genießt einen guten Ruf. Zu Unrecht, findet Rainer Hank. Denn sie steht der Freiheit entgegen, und nicht nur das: Sie blockiert Veränderung, sie fördert Betrug (etwa in der Firma) und sie führt dazu, dass wir an ungesunden Bindungen festhalten (etwa zum eigenen Milieu). Loyalität ist typisch für ein Stammesdenken, das sich aggressiv nach außen verhält, nach innen Gehorsam fordert und Abweichler als Verräter brandmarkt. An vielen Beispielen aus Wirtschaft, Gesellschaft und Politik zeigt Rainer Hank, warum Loyalität zur Falle wird und wie wir uns daraus befreien können – um wieder unseren eigenen Kopf zu gebrauchen.

Rainer Hank, Die Loyalitätsfalle, Penguin Verlag (https://www.penguinrandomhouse.de), 208 Seiten, ISBN 978-3-328-60140-1, 18 Euro.

 

RovelliCarlo Rovelli,
Die Ordnung der Zeit

Ein Mensch, der sein Sujet liebt - Carlo Rovelli eloquent wie immer. Inspirierend und mitreißend. Selbst die komplexesten naturwissenschaftlichen Theorien kommen in klarer und zwingender Sprache rüber.

Warum stehen wir mit den Füßen auf dem Boden? Newton meinte, weil sich Massen anziehen, Einstein sagte, weil sich die Raumzeit krümmt. Carlo Rovelli hat eine andere Erklärung: vielleicht ja deshalb, weil es uns immer dorthin zieht, wo die Zeit am langsamsten vergeht. Wenn, ja wenn es so etwas wie Zeit überhaupt gibt. Kaum etwas interessiert theoretische Physiker von Rang so sehr wie der Begriff der Zeit. Leben wir in der Zeit oder lebt die Zeit vielleicht nur in uns?

Warum der physikalische Zeitbegriff immer weiter verschwimmt, je mehr man sich ihm nähert, warum es im Universum keine allgemeine Gegenwart gibt, warum die Welt aus Geschehnissen besteht und nicht aus Dingen und warum wir Menschen dennoch gar nicht anders können, als ein Zeitbewusstsein zu entwickeln: Rovelli nimmt uns mit auf eine Reise durch unsere Vorstellungen von der Zeit und spürt ihren Regeln und Rätseln nach. Ein großes, packend geschriebenes Leseabenteuer, ein würdiger Nachfolger des Weltbestsellers «Sieben kurze Lektionen über Physik».

Carlo Rovelli, Die Ordnung der Zeit, Rowohlt Taschenbuch (https://www.rowohlt.de),
192 Seiten, ISBN 978-3-499-63271-6, 12 Euro.

 

Teufel_1Maximilian Bergengruen,
Die Formen des Teufels
Dämonologie und literarische Gattung
in der Frühen Neuzeit

Nicht nur für Literatur- und Dämonologie-
Aficionados aufschlussreich.

Wie eignet sich die Literatur des Barock in ihrer Auseinandersetzung mit den Theorien der Hexenverfolgung die teuflische Fähigkeit an, die Imagination des Menschen
zu beeinflussen?

Maximilian Bergengruen rekonstruiert in diesem Buch die Auseinandersetzung der frühneuzeitlichen Literatur mit der zeitgenössischen Theologie des Bösen und den dämonologischen Theorien der Hexenverfolgung. Mit den »Formen des Teufels« geht es einerseits um die damals vieldiskutierte Frage, ob der Teufel durch Manipulation der Imagination des Menschen die Formen der Schöpfung verändern kann. Andererseits ist die Rede von den literarischen Formen oder Gattungen, deren sich die Literatur bedient, wenn sie den Teufel oder das Böse thematisiert.

Die These, die dem Buch zu Grunde liegt, besagt nun, dass diese beiden Form-Begriffe miteinander in Verbindung stehen: Im Rahmen von »teuflischen« Gattungen wie Exempel und Satire wird etwas denkbar, was in der frühneuzeitlichen Theologie oder Dämonologie eigentlich ausgeschlossen ist: eine gewisse Assoziierung, ja Identifizierung der erzählenden Instanz mit dem Teufel. Die Literatur des Barock gibt unter der Hand zu verstehen, dass auch sie sich der teuflischen Fähigkeit bedient, die Imagination des Menschen zu manipulieren.

Maximilian Bergengruen, Die Formen des Teufels, Wallstein Verlag
(https://www.wallstein-verlag.de), 326 Seiten, ISBN 978-3-8353-3882-1, 36,90 Euro.

 

Loeb_AAusserirdisch__210819_300dpiAvi Loeb, Ausserirdisch
Intelligentes Leben
jenseits unseres Planeten

Der sympathische Autor vertritt eine, zumindest in den Augen diverser Wissenschaftler unsympathische These. Avi Loeb, der in diesem Buch viel von seinem Privatleben preisgibt (Familienvater, anerkannter Wissenschaftler, kein Spinner) kommt zu dem Schluss: Es gibt außerirdisches Leben und Oumuamua ist der
Beweis dafür.


Avi Loeb ist einer der renommiertesten Astronomen unserer Zeit. Und er ist sich sicher: Wir sind nicht allein im All. Denn Form und Eigenschaften des unbekannten Flugobjekts, das im Oktober 2017 durch unser inneres Sonnensystem schoss, ließen nur eine Erklärung zu: Oumuamua, wie man es nannte, war Alien-Technologie, von einer außerirdischen Zivilisation entwickelt und auf Erkundungsflug. Hier erzählt Loeb von der ersten Sichtung dieses interstellaren Besuchers, belegt die hohe Wahrscheinlichkeit außerirdischen Lebens und stellt die Frage, welche Konsequenzen das für uns hat: für Wissenschaft und Religion, für die Zukunft der Menschheit und des Planeten Erde. Sein Buch ist eine Reise an die Grenzen unseres Vorstellungsvermögens.

Avi Loeb, Außerirdisch, DVA (https://www.randomhouse.de), 272 Seiten,
ISBN 978-3-421-04866-0, 22 Euro.

 

CondorcetPer Molander,
Condorcets Irrtum
Warum nur ein starker Staat
die Demokratie retten kann

Tiefschürfend und erhellend.

Die Ideale der Aufklärung werden oft in der Parole der Französischen Revolution, „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit“, zusammengefasst. Dieser Wortlaut kommt uns heute ein wenig unzeitgemäß vor. „Freiheit“ ist von der politischen Rechten beschlagnahmt und wird in diesen Kreisen zumeist auf „ökonomische Freiheit“ reduziert. „Brüderlichkeit“ schließt die weibliche Hälfte der Bevölkerung aus. Eine modernisierte Version der Parole wäre „Rationalität, Gleichheit, Demokratie“. „Rationalität“ bezeichnet das Recht, im Prinzip alles in Frage zu stellen – philosophische und religiöse Dogmen, gesellschaftliche Institutionen -, und bewahrt damit die breitere Bedeutung des Freiheitsbegriffes. „Demokratie“ umfasst im weiteren Sinne allgemeine und gleiche Wahlen, Gleichheit vor dem Gesetz, Gleichstellung von Frauen und Männern, Freiheit der Presse und andere Aspekte der liberalen Demokratie. Wenn wir diese Definition als Ausgangspunkt nehmen, wie steht es dann heute um die Ideale der Aufklärung?

Per Molander ist Mathematiker und ein anerkannter Experte für Verteilungsfragen und lebt in Schweden. In leitender Position war er für die schwedische Regierung an Reformprojekten in den Bereichen der Wohlfahrts- und Haushaltspolitik, sowie des Umweltschutzes beteiligt. Er war Berater unter anderem für die Weltbank, den IWF und die Europäische Kommission. Bis 2015 war er Generaldirektor der von ihm gegründeten Inspektion für Sozialversicherungen. Per Molander hat insgesamt über 100 wissenschaftliche Arbeiten, Ergebnisberichte und Bücher veröffentlicht.

Per Molander, Condorcets Irrtum, Westend Verlag (https://www.westendverlag.de), Hardcover, 336 Seiten, ISBN 9783864892417, 26 Euro.

 

Geschichte_des_Krieges_0Bruno Cabanes/Thomas Dodman/Hervé Mazurel/
Gene Tempest,
Eine Geschichte des Krieges

Vom 19. Jahrhundert
bis in die Gegenwart


In diesem monumentalen Buch beleuchten
57 internationale Wissenschaftler*innen unter Federführung des französischen Historikers Bruno Cabanes die zahlreichen Facetten kriegerischen Handelns vom 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart. In ihrer außergewöhnlichen Vielfältigkeit verdeutlichen die Beiträge den Wandel des Krieges und ermöglichen es, den Krieg neu zu denken.


In den letzten zweihundert Jahren hat sich der Krieg zu einem Phänomen entwickelt, das alle Lebensbereiche betrifft und Gesellschaft, Politik, Kultur und Ökonomie verändert. Der moderne Krieg, zu dem oft Partisanenkämpfe, Terroranschläge, Massaker oder ethnische Säuberungen gehören und der immer häufiger als hochtechnologischer Cyberwar geführt wird, ist entgrenzt und richtet sich zunehmend auch gegen die Zivilbevölkerung. Und trotz eines immer ausgefeilteren Völkerrechts schwindet die Orientierung an Regeln der Kriegführung.

Um den grundlegenden Wandel moderner Kriege zu analysieren, bedarf es einer Vielfalt der Disziplinen, und so bietet diese Geschichte des Krieges ein multiperspektivisches Panorama aus Geschichte, Soziologie, Politikwissenschaft, Psychologie, Ökonomie und Anthropologie. Die Expert*innen betrachten diese Veränderungen auch jenseits einer rein westlichen Perspektive in Japan, China, Indien oder Afrika und anderen Gegenden der Welt.

Bruno Cabanes/Thomas Dodman/Hervé Mazurel/Gene Tempest, Eine Geschichte des Krieges, Hamburger Edition (https://www.hamburger-edition.de), 903 Seiten, gebunden

ISBN 978-3-86854-346-9, 39 Euro.

 

CoronaAlexander Kekulé,
Der Corona-Kompass
Wie wir mit der Pandemie leben und
was wir daraus lernen können

Überzeugend, informativ, verständlich.

Noch immer befindet sich die Welt im Würgegriff von Covid-19. Der Kampf gegen die Pandemie ist die wohl größte Herausforderung in der Geschichte der Medizin. Doch wir haben die Chance, das Virus in Schach zu halten. Alexander Kekulé zeigt, wie es uns gelingt, mit Corona zu leben. Er warnte als einer der Ersten nachdrücklich vor den dramatischen Auswirkungen der Corona-Pandemie. Nun hat sie sich zu einer globalen Katastrophe entwickelt - auch hierzulande besteht jederzeit die Gefahr einer neuen Infektionswelle und von unabsehbaren Mutationen

Aber Kekulé macht klar: Es gibt keinen Grund, in Schockstarre zu verfallen. Wenn wir aus dem, was wir bis jetzt richtig gemacht haben, und aus unseren Fehlern die logischen Schlüsse ziehen, können wir uns vor dem Virus schützen, ohne unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. Anhand des Verlaufs der Corona-Krise und mit Blick auf das, was uns womöglich noch bevorsteht, ist sein Buch ein umfassender Wegweiser für einen klugen, aber gelassenen und zunehmend routinierten Umgang mit dieser Gefahr. Je mehr wir über das neuartige Virus wissen, desto leichter wird es uns fallen, es als Teil unseres Lebens zu betrachten.

Alexander Kekulé, Der Corona-Kompass, Ullstein Hardcover
(https://www.ullstein-buchverlage.de), 352 Seiten, ISBN 9783550201400, 22 Euro.

 

Mak_GGrosse_Erwartungen_206946_300dpiGeert Mak,
Große Erwartungen
Auf den Spuren des europäischen Traums (1999-2019)

Große Erwartungen – die werden 1a erfüllt bei der Lektüre dieses außergewöhnlichen Buches!

Von den Küsten Lampedusas bis zu Putins Moskau, vom störrischen Katalonien bis zu den muslimischen Vororten Kopenhagens: Unser Kontinent ist zum Zerreißen gespannt. Was ist, dreißig Jahre nach dem Ende des Kalten Krieges, aus dem alten europäischen Traum – Frieden, Freiheit und Wohlstand – geworden, der immer mehr zum Albtraum wird?

Geert Mak, der geniale Erzähler unter den Historikern unserer Zeit, schrieb 2005 mit seinem Buch »In Europa«, einen Klassiker – ein Reisebericht, zugleich die Bestandsaufnahme Europas am Ende eines katastrophenreichen Jahrhunderts, samt all der Euphorie zu Beginn des neuen Millenniums. Wo stehen wir heute, zwanzig Jahre später? Was ist aus den großen Erwartungen geworden? Wie keinem Zweiten gelingt es Mak, das fragile Wesen Europas zu ergründen, es in zahllosen Geschichten sichtbar und sinnlich wahrnehmbar zu machen. Und den Menschen dieses Kontinents eine Stimme zu verleihen.

Geert Mak, Große Erwartungen, Siedler (https://www.randomhouse.de), gebundenes Buch, 640 Seiten, ISBN 978-3-8275-0137-0, 38 Euro.

 

MaarDas Geheimnis großer Literatur
Michael Maar,
Die Schlange im Wolfspelz

Höchst beeindruckende, amüsante und lehrreiche Wanderung durch die Literatur. Sehr zu empfehlen.

Was ist das Geheimnis des guten Stils, wie wird aus Sprache Literatur? Dieser Frage geht Michael Maar in seinem Haupt- und Lebenswerk nach, für das er vierzig Jahre lang gelesen hat. Was ist Manier, was ist Jargon, und in welche Fehlerfallen tappen fast alle? Wie müssen die Elementarteilchen zusammenspielen für den perfekten Prosasatz? Maar zeigt, wer Dialoge kann und wer nicht, warum Hölderlin über- und Rahel Varnhagen unterschätzt wird, warum ohne die österreichischen Juden ein Kontinent des Stils wegbräche, warum Kafka ein Alien ist und warum nur Heimito von Doderer an Thomas Mann heranreicht. In fünfzig Porträts, von Goethe bis Gernhardt, von Kleist bis Kronauer, entfaltet er en passant eine Geschichte der deutschen Literatur.

Michael Maar, Die Schlange im Wolfspelz, Rowohlt Buchverlag (https://www.rowohlt.de), 656 Seiten, ISBN 978-3-498-00140-7, 34 Euro.

 

WasserAndri Snaer Magnason,
Wasser und Zeit - Eine Geschichte unserer Zukunft

Eindrucksvoll und beeindruckend, rührig und berührend, aktuell und aktivierend.

In Island schmelzen die Gletscher, der Meeresspiegel steigt. Unsere Kinder werden, anders als Andri Snær Magnasons Großeltern, ihre Flitterwochen nicht mehr nutzen können, um über einen Gletscher zu wandern. 2180 sind die Zwillings-Urenkel des Autors 90 Jahre alt, stellt er sich vor. In was für einer Welt werden sie leben?

»In den nächsten hundert Jahren wird sich das Leben auf der Erde grundlegend ändern. Gletscher werden schmelzen, der Meeresspiegel wird steigen, und der Säuregrad der Ozeane wird stärker zunehmen als in den letzten 50 Millionen Jahren. Diese Veränderungen beeinflussen das gesamte Leben – aller Menschen, die wir kennen, und aller Menschen, die wir lieben. Sie sind komplizierter als die meisten Dinge, mit denen wir uns normalerweise beschäftigen, größer als unsere gesamte bisherige Erfahrung, größer als die Sprache. Welche Wörter können ein Thema von dieser Größenordnung fassen?«

Andri Snær Magnason hat die Wörter gefunden. Sein Buch ist eine philosophische, literarische, persönliche, wissenschaftlich fundierte Annäherung an die Klimawissenschaft – über uralte Mythen von heiligen Kühen, Geschichten von Vorfahren und Verwandten, Begegnungen und Gespräche mit dem Dalai Lama. Es ist ein Appell, der das Persönliche mit dem Politischen verbindet. Er zeigt, dass wir handeln müssen.

Andri Snaer Magnason, Wasser und Zeit - Eine Geschichte unserer Zukunft, Insel Verlag (https://www.suhrkamp.de), gebunden, 304 Seiten, ISBN 978-3-458-17868-2, 24 Euro.

 

InsUNbekannteNorman Davies,
Ins Unbekannte
Eine Weltreise in die Geschichte

Ein Buch voller Wunder und ein Schatz an Geschichten. Weltreise im Kopf: Zum Schmökern und Davonträumen.

Ob in Baku, Singapur oder Cornwall, auf Haiti oder Neuseeland: Jeder Ort hat seine Geschichte, oft unerwartet, ungewöhnlich oder völlig unbekannt. Der renommierte Historiker Norman Davies hat sich auf die Suche nach diesen Geschichten gemacht. Sein Buch "Ins Unbekannte" ist ein Reisebericht der besonderen Art: eine Weltreise in die Vergangenheit, eine historische Spurensuche. Im Alter von 73 Jahren reist Davies von der südlichsten Spitze der Südseeinseln bis zum Nordkap einmal rund um den Globus. So entstand ein sehr persönliches Reisetagebuch, das gleichzeitig ein Füllhorn an historischem Wissen und überraschenden Fakten bereithält.

Norman Davies sieht die Welt als Ganzes. Er berichtet nicht nur von seinen Reiseerlebnissen, sondern unternimmt auch einen Exkurs in die jeweilige Landesgeschichte: zum Beispiel zu den Ursprüngen von Texas, die zwischen Comanchen, Chicanos und Siedlern liegen, oder nach Singapura, der Inselstadt der Tiger und Löwen. Zum Reisen gehört mehr als der bloße Ortswechsel von A nach B das zeigt Norman Davies in diesem einzigartigen Reisebuch auf inspirierende Weise!

Norman Davies, Ins Unbekannte, wbg Theiss (https://www.wbg-wissenverbindet.de), Hardcover mit Schutzumschlag, 896 Seiten, ISBN 978-3-8062-4114-3, 39,95 Euro.

 

David Runciman, So endet die DemokratieDavid Runciman,
So endet die Demokratie

Interessanter Lesestoff, klug und erhellend.

Alles hat ein Ende: Was für das menschliche Leben gilt, trifft auch auf politische Systeme zu. Zwar haben die westlichen Demokratien heute ihren Zenit überschritten, aber sie sind noch nicht an ihr Ende gelangt. Sie stecken in der Midlife-Crisis, sind erschöpft und schwerfällig.

Donald Trump wird die Demokratie nicht zugrunde richten, so ist David Runciman überzeugt. Viel gefährlicher wird ihr Mark Zuckerberg, der ein System geschaffen hat, das sich von den demokratischen Institutionen nicht mehr kontrollieren lässt. Die Demokratie könnte also eines Tages Opfer des technologischen Fortschritts werden, durch Gewalt oder eine ökologische Katastrophe zu Fall gebracht werden.

Dabei stimmt David Runciman nicht in den üblichen Abgesang ein. Ruhig, besonnen und ungewöhnlich elegant beschreibt er die Geschichte, Gegenwart und Zukunft der Demokratie. Sein Buch handelt von ihren Stärken und Schwächen und entwirft verschiedene Szenarien, wie es nach ihrem Ende weitergehen könnte.

David Runciman, So endet die Demokratie, Campus (https://www.campus.de), Hardcover gebunden, 232 Seiten, ISBN 9783593511610, 19,95 Euro.

 

FoodWarHans-Ulrich Grimm, Food War
Wie Nahrungsmittelkonzerne und Pharmariesen unsere Gesundheit für
ihre Profite aufs Spiel setzen


Deutschlands Nahrungs-Kritiker Nr. 1 über den Zusammenhang von Ernährung und Politik.

Die Menschheit leistet sich einen verhängnisvollen Luxus: Billiges Essen. Die teuren Folgen sind unübersehbar: Millionen von Kranken, Milliardenkosten für die Sozialkassen. Die Konzerne triumphieren: Big Food auf der einen Seite, Big Pharma auf der anderen. Und wir zahlen die Zeche. „Food War“ beschreibt Hintergründe und Zusammenhänge, benennt die Profiteure – und zeigt, wie die Politik mit ihnen paktiert, zu Lasten der Konsumenten und ihrer Gesundheit.

Ernährung wird zur politischen Herausforderung: Allein die Bekämpfung von Diabetes kostet in Deutschland jährlich mehr als 48 Milliarden Euro!
Eine der wesentlichen Ursachen der explodierenden Gesundheits-Kosten: industriell ungesunde Ernährung, die zu Diabetes, Herz-Kreiskauf-Erkrankungen und Übergewicht führt und die Profite der Pharma-Industrie steigert.

Warum also ernähren wir uns nicht gesund und senken damit die Kosten für die Bekämpfung der Zivilisations-Krankheiten, fragt Hans-Ulrich Grimm. Weil die Nahrungsmittel-Konzerne und die Gesundheits-Industrie gut an diesem haltlosen Zustand verdienen!

Diese ernüchternde Antwort ist das Ergebnis seiner weltweiten Recherchen. Erstmals beschreibt Deutschlands Nahrungs-Kritiker Nr. 1, wie in den Zentren der Macht über die Qualität und Beschaffenheit der industriell hergestellten Nahrungsmittel entschieden wird – in einem Milliardenspiel zwischen Nahrungsmittel-Konzernen und Gesundheits-Industrie, bei dem die Politik auf der Seite des Ungesunden kräftig mitmischt.

Dr. Hans-Ulrich Grimm ist Journalist und Autor. Seine jahrelangen Recherchen in der Welt der industrialisierten Nahrungsmittel ließen eine einfache Erkenntnis in ihm reifen: Eine gesunde Ernährung hat ihren Preis. Grimms Bücher sind Bestseller. Allein "Die Suppe lügt" ist in einer Gesamtauflage von über 500.000 Exemplaren erschienen und ist ein Klassiker der modernen Nahrungs-Kritik. Zuletzt sind von ihm "Echtes Essen – der Anti-Aging-Kompass" und "Gesundes Essen für unsere Kinder" erschienen.

Hans-Ulrich Grimm, Food War, Droemer Hardcover (https://www.droemer-knaur.de),
256 Seiten, ISBN 978-3-426-27800-0, 19,99 Euro.

 

BäumeChristophe de Hody/
Corinne Jamet Moreno Ruiz, Unsere Bäume und
was sie uns Gutes tun


Prächtige Fotos, informativer Text – lesenswert!

Entdecken Sie in diesem reich illustrierten Bildband 20 der häufigsten Bäume in unseren Wäldern. Detaillierte Porträts von Linde, Eiche & Co. machen es möglich sie zu erkennen und Früchte, Blätter, Knospen und Rinde zu sammeln und zu nutzen. Neben köstlichen Rezepten wird der medizinische Nutzen von Blättern, Knospen, Früchten und Rinde erläutert. So werden diese vertrauten Pflanzen zu einem Verbündeten gegen Krankheiten und zum Kraftspender in unserem Alltag.

Christophe de Hody/Corinne Jamet Moreno Ruiz; Unsere Bäume und was sie uns Gutes tun, Frederking & Thaler Verlag (https://verlagshaus24.de), 264 Seiten, ca. 250 Abbildungen, ISBN 9783954163151, 34,99 Euro.

 

TrunkenheitMark Forsyth, Eine kurze Geschichte der Trunkenheit
Der Homo alcoholicus
von der Steinzeit bis heute


Eine Reise durch die Geschichte der Trunkenheit, bei der der Leser viel Kurioses und auch Neues rund um die Geschichte des Alkohols erfährt - ebenso klug wie komisch!

Kenntnisreich und berauschend witzig beschreibt Mark Forsyth in seiner feuchtfröhlichen Kulturgeschichte des Betrunkenseins, warum wir evolutionär danach streben, dem Alkohol zuzusprechen. Seriös und voller Enthusiasmus berichtet er von alten Ägyptern mit Schlagseite, Weintrinkern im antiken Griechenland und sternhagelvollen Wikingern, die wie uns ihre Liebe zum Alkohol einte.

Was mit angeschickerten Einzellern in der Ursuppe begann, setzte sich historisch in der immerwährenden menschlichen Tendenz fest, lieber häufiger als seltener zu tief ins Glas zu schauen. Zu jeder Zeit, an jedem Ort der Welt hat eine jede Kultur sich dem alkoholischen Rausch ergeben oder ihn – zweifelsohne erfolglos – bekämpft. Trunkenheit war und ist eine Anhäufung von Widersprüchen, die mal Streit, mal Frieden stiftet. Für die Perser eine Voraussetzung zur politischen Debatte, war sie für die alten Griechen ein Mittel zur Selbstdisziplinierung und im antiken Ägypten Bedingung für spirituelle Ekstase und Erleuchtung. Sich einen zu genehmigen kann religiöse oder sexuelle Gründe haben, es kann Könige stürzen und Bauern erheben. Höchst informativ und amüsant beschreibt Mark Forsyth, womit sich die Menschen zuschütteten, wer einen über den Durst trank und warum – aus den zahllosen möglichen Gründen – die Menschheit bis heute nicht vom Alkohol loskommt. Dies ist, im besten Sinne, die Geschichte der angesäuselten Welt.

Mark Forsyth, Eine kurze Geschichte der Trunkenheit, Klett-Cotta (https://www.klett-cotta.de), 272 Seiten, gebunden, bedrucktes Leinen mit Lesebändchen, farbiger Vorsatz, ISBN 978-3-608-96407-3, 20 Euro.

 

NewDarkAgeJames Bridle, New Dark Age
Der Sieg der Technologie
und das Ende der Zukunft

Bridle ist ein junger Harari noir - kompetent, funkelnd und düster wie ein Roman von H. P. Lovecraft.

Während neue Technologien immer schneller und immer massiver bis in die letzten Winkel unseres Lebens vordringen, sind wir immer weniger dazu in der Lage, sie unseren Erfordernissen anzupassen. Sie sind längst zu einer Bedrohung für humane Lebensformen geworden.

Eine japanische Touristenfamilie folgt an der Küste Australiens ihrem Navi bis in den Ozean, obwohl die Straße längst verschwunden ist. Auch die Ranger im Death Valley in Arizona kennen dieses Phänomen, dass Ortsfremde der Technik mehr vertrauen als den eigenen Sinnen. Sie haben sogar einen eigenen Begriff dafür: "Tod durch GPS".

Doch dieser makabre "automation bias" ist nur ein Gleichnis für die Lage, in der sich die Menschheit heute befindet. Während neue Technologien immer schneller und immer massiver bis in die letzten Winkel unseres Lebens vordringen, sind wir immer weniger dazu in der Lage, sie unseren Erfordernissen anzupassen. Sie sind längst zu einer Bedrohung für humane Lebensformen geworden. In einer rasanten Tour de Force führt uns James Bridle, der "Orwell des 21. Jahrhunderts", durch die technologischen Dystopien der Gegenwart - vom Klimawandel und dem Internet bis zur Automatisierung der Arbeitswelt und der omnipräsenten Datenerfassung. Doch er zeigt noch mehr: Wir müssen eine unberechenbar gewordene Welt anders denken lernen, wenn wir uns in unserem "New Dark Age" noch zurecht finden wollen.

James Bridle, New Dark Age, C.H.Beck (www.chbeck.de), Hardcover, 320 Seiten,
ISBN 978-3-406-74177-7, 25 Euro.

 

PandaMamaEsther Wojcicki, Panda Mama
Wie man glückliche und selbstbewusste Kinder großzieht

Die Supermama aus dem Silicon Valley, legendäre Lehrerin und Mutter dreier Töchter, verrät, wie man Kinder zu glücklichen und erfolgreichen Erwachsenen macht. Sie setzt auf Vertrauen, Respekt, Unabhängigkeit und Liebe.

Steve Jobs nahm seine Kinder von der Privatschule und schickte sie auf die Palo Alto High School, damit sie in Esthers Unterricht gehen konnten. Spider-Man-Star James Franco sagt, dass aus ihm ohne Esthers Unterstützung niemals ein bekannter Schauspieler geworden wäre. Und Esthers eigene Kinder beweisen, dass das Erziehungskonzept aufgeht: Alle drei Töchter haben beeindruckende Karrieren vorzuweisen. Dem Kontrollwahn und der Unsicherheit der Helikopter-Eltern tritt Esther Wojcicki entspannt gegenüber. So ließ sie ihre Töchter früh selbstständig reisen, auch wenn es ihr nicht leichtfiel. Ihr Erziehungskonzept setzt auf Vertrauen, Respekt und Unabhängigkeit. Ihr Erziehungskonzept setzt auf Vertrauen, Respekt und Unabhängigkeit. Wie eine Pandamutter entlässt sie Kinder früh in die Selbständigkeit. Denn nur so können sie glückliche Erwachsene werden.

Esther Wojcicki, Panda Mama, Ullstein Hardcover (www.ullstein-buchverlage.de),
352 Seiten, ISBN-13 9783963660634, 19,99 Euro.

 

Schmid_MInto_the_Woods_198959Moritz Schmid,
Into the Woods: Pilze suchen und Glück finden

Entspannend, inspirierend, erst Buch in aller Ruhe lesen und dann Pilze sammeln – die perfekte Kombination aus Naturglück, Entschleunigung
und Food.

Der Waldausflug auf der Suche nach den besten Speisepilzen ist längst nicht mehr nur das Hobby naturverbundener Ruheständler. Seit die digitale Welt allgegenwärtig ist und die Menschheit sich zunehmend urbanisiert, wächst als Gegenbewegung der Wunsch nach analogen und vor allem naturnahen Freiräumen. Damit verbunden ist die Rückbesinnung auf einfache, meditative Tätigkeiten wie Gärtnern, Kochen, Handarbeiten, Wandern – und Pilze sammeln.

Dabei geht es nicht nur um Kennerschaft bei Pilzsorten, sondern um alles, was mit dem Sammeln verbunden wird: Das Glücklichsein im Wald, die Ruhe, das Wählen einer guten Route, die notwendige Ausrüstung, das Gespür für den richtigen Zeitpunkt und nicht zuletzt die Zubereitung und der Genuss der Pilze.

Mit atmosphärischen Aufnahmen, guten Texten und kreativen Rezepten vermittelt "Into the Woods" das besondere und einzigartige Erlebnis, für das Pilze sammeln steht und das es so spannend für eine junge, naturverbundene Generation von Pilzsammlern macht.

Moritz Schmid, Into the Woods: Pilze suchen und Glück finden, Prestel Hardcover
(www.randomhouse.de), 76 Seiten, 118 farbige Abbildungen, 5 s/w Abbildungen,
ISBN 978-3-7913-8559-4, 32 Euro.

 

Bauer_JWie_wir_werdenwer_wir_sind_198671Joachim Bauer,
Wie wir werden, wer wir sind
Die Entstehung des menschlichen Selbst durch Resonanz

Gut lesbares und fundiertes Werk, das neue Erkenntnisse aus den Neurowissenschaften zeigen: Der Mensch wird ohne ein Selbst geboren. Wie aber entsteht unser Ich, das sich später von anderen Menschen abgrenzen kann? Wie gelingt es uns, ein Ich, Du oder Wir zu denken, zu fühlen, zu erleben? Was macht einen Menschen zum Individuum?

Diesen zentralen Fragen geht Joachim Bauer in seinem neuen großen Werk nach und legt dar, dass unser »wahres Selbst« nicht in uns schlummert wie ein Bodenschatz, der darauf wartet, gefunden und poliert zu werden. Vielmehr ist es das Produkt von Resonanzen – unserer geteilten Erfahrungen, Freuden und Ängste.

Joachim Bauer macht uns bewusst, dass dieses Ich nicht – wie lange angenommen – in Stein gemeißelt ist, sondern im Prozess ständiger Selbst-Konstruktion ein Leben lang in Wandlung bleibt, wachsen und sich verändern kann. In Zeiten grassierender Ichbezogenheit und gesellschaftlicher Strömungen, die Selbstbehauptung durch Abgrenzung gegenüber anderen forcieren, vermittelt Bauer ein neues Bild davon, wie wir werden, wer wir sind, und erklärt, warum wir diesen Weg nur gemeinsam finden.

Joachim Bauer, Wie wir werden, wer wir sind, Blessing Hardcover (www.randomhouse.de), 256 Seiten, ISBN 978-3-89667-620-7, 22 Euro.

 

Nixey_CHeiliger_Zorn_192222Catherine Nixey, Heiliger Zorn

Spannend zu lesen wie ein Thriller – die frühen Christen als Tempelstürmer, als kulturelle Barbaren, die Andersgläubige und deren Lehren umbarmherzig verfolgten. Vielleicht etwas einseitig, aber ein wichtiger „anderer“ Blick.

Im Römischen Reich war das religiöse Leben vielfältig – bis unter den ersten christlichen Kaisern alles anders wurde: Mit aller Macht versuchten die frühen Christen, Andersgläubige zu bekehren, und erwiesen sich dabei nicht nur als extrem intolerant, sondern auch als äußerst gewalttätig. Im ganzen Imperium zertrümmerten sie Tempel und Kultgegenstände, verbrannten Bücher, jagten Philosophen aus den Städten und verfolgten diejenigen, die weiter den alten Göttern opferten.

In »Heiliger Zorn« zeichnet die britische Historikerin und Journalistin Catherine Nixey ein gänzlich neues und zutiefst erschütterndes Bild der frühen Christen als die wahren Barbaren. Packend enthüllt sie die Gräueltaten, die hinter dem Triumph des Christentums stecken und mit zum Untergang der Antike führten.

Catherine Nixey hat an der Cambridge University Alte Geschichte studiert und mehrere Jahre lang unterrichtet, bevor sie Journalistin für The Times wurde. Sie lebt mit ihrem Mann in London. »Heiliger Zorn« ist ihr erstes Buch und wurde von Daily Telegraph, Spectator, Observer und dem BBC History Magazine zum »Book of the Year« gewählt sowie mit dem Royal Society of Literature Jerwood Award ausgezeichnet.

Catherine Nixey, Heiliger Zorn, DVA Sachbuch (www.randomhouse.de), 400 Seiten,
ISBN 978-3-421-04775-5, 25 Euro.

 

GoodVibrationsStefan Kölsch, Good Vibrations
Die heilende Kraft der Musik

Stefan Kölsch ein leicht zu lesendes Buch gelungen, mit Informationen, die für jeden relevant sein dürften. Quasi ein musikalische Hausapotheke.


Musik hält fit und macht gesund – und dies auf allen möglichen Ebenen, wie die Forschung beweist. Stefan Kölsch, international führender Neurowissenschaftler auf diesem Gebiet, beschreibt so anschaulich wie fundiert die Auswirkungen von Musik auf unser Gehirn, unsere Emotionen und unseren Körper und zeigt, wie die neuen Erkenntnisse für jeden praktisch anwendbar sind.

Musik ist nicht nur schön ‒ sie bewahrt auch unsere Gesundheit, hält jung und verbessert den Spracherwerb. Sie hilft bei Schlaganfall, chronischen Krankheiten und Demenz. Sie wirkt geradezu Wunder bei Wachkomapatienten. Die Bedeutung von Klängen und Melodien für unsere Psyche und unseren Körper findet immer mehr Beachtung und ist inzwischen unumstritten. Stefan Kölsch zeigt uns anhand vieler Beispiele aus seinem Forschungsbereich, weshalb Musik in allen Formen eine immer größere Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung ganz unterschiedlicher Krankheiten einnimmt, sodass sie inzwischen einen neuen Wissenschaftszweig in der Gesundheitsforschung fundiert. Und er liefert zahlreiche konkrete Tipps, wie jeder von uns mit Musik im Alltag sein Wohlbefinden unterstützen und fördern kann.

Stefan Kölsch, Good Vibrations, Ullstein Hardcover (www.ullstein-buchverlage.de),
384 Seiten, ISBN 9783550050527, 22 Euro.

 

LoweKeith Lowe,
Furcht und Befreiung
Wie der Zweite Weltkrieg
die Menschheit bis heute prägt


Beachtlich! Wertvoll! Must have bzw. read!

In seinem international viel beachteten Buch erkundet Keith Lowe die globalen Aus- und Nachwirkungen des Zweiten Weltkriegs auf Nationen, Städte, Familien und Personen bis in die unmittelbare Gegenwart. Dabei erweist sich, warum und wie wir immer noch im Schatten der größten Menschheitskatastrophe leben.

Der Zweite Weltkrieg war eines der katastrophalsten Ereignisse in der Geschichte der Menschheit. In ebenso packenden wie tief bewegenden Kapiteln erzählt Keith Lowe die globale Geschichte der Jahre nach 1945 mit ihren Licht- und Schattenseiten. Die neu entstandene Ordnung brachte zwei Supermächte, die sich in einem neuen, globalen Kalten Krieg gegenüberstanden, hervor. Anschaulich beschreibt und analysiert er eine Epoche der Zeitgeschichte, die von geopolitischem, gesellschaftlichem und ökonomischem Wandel zuvor nie gekannten Ausmaßes geprägt war.

Zugleich entlarvt er dabei zahlreiche Mythen und Legenden, die nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden. In fesselnden und berührenden Kapiteln zeigt der Autor anhand individueller Einzelschicksale, wie Furcht und Freiheit als die beiden Hauptmotive das Leben der einfachen Menschen in der Nachkriegswelt prägten. Ein hochaktuelles Buch zum Verständnis unserer Gegenwart: Der Zweite Weltkrieg änderte nicht nur unsere Welt – er änderte auch uns und tut dies bis zum heutigen Tag.

Keith Lowe, Furcht und Befreiung, Klett-Cotta (www.klett-cotta.de), 592 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit zahlreichen Abbildungen und einem farbigen Tafelteil,
ISBN 978-3-608-96265-9, 30 Euro.

 

rendezvous-mit-einem-oktopus-9783257244533_4Sy Montgomery,
Rendezvous mit einem Oktopus

Erzählendes Sachbuch. Extrem schlau und unglaublich empfindsam: Das erstaunliche Seelenleben der Kraken. Mit Witz, Sachkenntnis und Empathie erzählt Sy Montgomery von ihren Begegnungen mit diesen außergewöhnlichen Tieren und nimmt den Leser mit auf eine
unvergessliche Reise.

Er kann gleichzeitig 1600 Küsse verteilen, mit der Haut schmecken, seine Farbe 177-mal in der Stunde ändern und sich trotz seiner 45 Kilo durch eine apfelsinengroße Öffnung zwängen. Sy Montgomery erzählt von einem wahren Wunderwesen der Meere: dem Oktopus. In ihrem preisgekrönten Buch lässt sie uns ein Wesen entdecken, von dessen erfindungsreicher Schläue und Empfindsamkeit wir nichts ahnten. »Phantastische Tiere. Phantastisches Buch«,
so Donna Leon.

Sly Montgomery, Rendezvous mit einem Oktopus, Diogenes Verlag (www.diogenes.ch), Taschenbuch, 384 Seiten, ISBN 978-3-257-24453-3, 14 Euro.

 

WeltspracheJürgen Wertheimer, Weltsprache Literatur.
Die Globalisierung der Wörter

Informativ, kenntnisreich, gut zu lesen,
sehr empfehlenswert.

Das Buch begibt sich in 20 Kapiteln auf eine mentale Weltreise durch literarische Texte. Verkehr, Bildung, Märkte, Politik alles ist in globale Bewegung geraten. Weltliteratur wird als Weltsprache Literatur verstanden, als world wide web aus Geschichten, Motiven und Figuren. Ein Netz, in das sich alle Autor*innen einschreiben, und das Kontakte und Begegnungen quer durch Raum und Zeit ermöglicht. Fast alles, was wir über die wichtigen Dinge der Welt wissen, wissen wir aus den Geschichten, die wir über sie erzählen.

Und viele erfundene Figuren sind längst zu Bewohnern der Wirklichkeit geworden. Eine Welt ohne Antigone und Emma Bovary, ohne Werther und Macbeth, Christa T., Krishna und die Familie der Buendias ist kaum vorstellbar. Walter Wagner formulierte in literaturkritik.de zum Autor: Wahrlich, ergötzlicher kann Literaturwissenschaft kaum sein! Weltliteratur, wie sie hier verstanden wird, hat nichts mit Kanon-Getöne zu tun, sondern repräsentiert einen basisdemokratischen Prozess der Fremd- und Selbsterfahrung zumeist am äußersten Rand des Erlaubten und Denkbaren.

Jürgen Wertheimer, Weltsprache Literatur. Die Globalisierung der Wörter, konkursbuch (www.konkursbuch.com), 444 Seiten, Illustrationen und andere Dokumente,
ISBN 978-3-88769-461-6, 19,90 Euro.

 

Schwab_KDie_Zukunft_191388Klaus Schwab,
Die Zukunft der Vierten Industriellen Revolution


Das neue Buch des Gründers und Vorsitzenden des Weltwirtschaftsforums – fundiert, gut zu lesen, mit Sachverstand - und vor allem: positiv!

Wir stecken mitten in der Vierten Industriellen Revolution, und sie wird alles verändern: wie unsere Wirtschaft funktioniert, wie wir miteinander umgehen, was es bedeutet, Mensch zu sein. In seinem neuen Buch skizziert der Vorsitzende des Weltwirtschaftsforums Klaus Schwab die wichtigsten Trends der neuen Technologien, die die Vierte Industrielle Revolution ausmachen und entscheidend für die Zukunft der Menschheit sein werden. Er legt dar, wie die daraus entstehenden Chancen bestmöglich für uns genutzt werden können und eine positive und nachhaltige Zukunft gelingen kann.

Klaus Schwab, geboren 1938 in Ravensburg, ist Gründer und Vorsitzender des Weltwirtschaftsforums. Die in Genf ansässige internationale Organisation ist eine Plattform für Führungskräfte aus Wirtschaft, Politik und Zivilgesellschaften zur Bewältigung globaler Herausforderungen, unter anderem organisiert sie das Jahrestreffen ihrer Mitglieder in Davos. Sein 2016 erschienenes Buch »Die Vierte Industrielle Revolution«, das weltweit monatelang auf der Wirtschaftsbestsellerliste stand, wurde in über 30 Sprachen übersetzt und hat mehr als eine Million Exemplare verkauft.

Klaus Schwab, Die Zukunft der Vierten Industriellen Revolution, DVA Sachbuch (www.randomhouse.de), Hardcover mit Schutzumschlag, 400 Seiten,
ISBN 978-3-421-04840-0, 26 Euro.

 

Illusion_2Lutz Gaudig,
Leben wir in einer Illusion?

Spannend und informativ: Niemand sollte Angst vor dieser Physik und dieser Philosophie haben. Nur das »Verstehen-Wollen« ist wichtig.

Wir bewegen uns in drei Dimensionen durch die Zeit. Wir verändern sie und verändern uns selbst. Könnte es sein, dass diese Vierdimensionalität, all das Materielle unserer so vertrauten Welt, nur eine große Illusion ist?

Sind unser Universum und wir darin nicht weiter als ein riesiges Hologramm? Wer sind wir dann, und vor allem: Warum sind wir? In der neuen zwölfdimensionalen Welt ist unser Bewusstsein die schöpferische Kraft, unabhängig von unserem Körper. Es überlebt dessen leiblichen Tod in unserer illusionären, holografischen Welt.

Dr. Lutz Gaudig studierte Physik und promovierte über Wirkprinzipien im Umweltschutz. Lange Zeit arbeitete er im Bereich der Wasserversorgung Halle, wo er Geschäftsführer mehrerer städtischer Unternehmen war. Parallel engagierte er sich zur Zeit der Wende politisch in der 89er-Bewegung. Sein Leben ist geprägt von der Überzeugung, dass etablierte Wissenschaft nie unabhängig vom politischen Mainstream ist. Er schreibt wissenschaftlich fantastische Kurzgeschichten und Romane sowie Sachbücher.

Lutz Gaudig, Leben wir in einer Illusion? Komplett Media (www.komplett-media.de),
288 Seiten, ISBN 978-3-8312-01482-3, 19,99 Euro.

 

Hector Macdonald, WahrheitHector Macdonald, Wahrheit
Was wir dafür halten und
wie wir damit umgehen

Sehr informativ, oft überraschend, wichtig –
und gut zu lesen.

Die Wahrheit steht unter Beschuss, ihr Wert scheint zu schwinden. Wir werden mit den unterschiedlichsten, konkurrierenden Informationen überflutet. Die Hauptquelle dafür ist das Internet. Es macht Weltwissen für alle zugänglich. Es forciert die Verbreitung von Fehlinformationen und Hass. Beides ist wahr, und zwar gleichzeitig. Und wie gehen wir selbst mit der Wahrheit um?

Schon das so geschätzte Storytelling ist eine Methode, die Wahrheit kräftig zu manipulieren. Eine gute Story ist immer hoch selektiv. Zahlreiche faszinierende Beispiele aus der gesamten Lebenswelt und im persönlichen Alltag zeigen, wie Tatsachen gedreht und gewendet werden und unser Weltbild prägen. Die Lektüre ernüchtert und ermutigt: zu einer besseren Navigation in der Welt der Wahrheiten.

Hector Macdonald, Wahrheit, dtv Hardcover (www.dtv.de),
ISBN 978-3-423-28979-5, 22 Euro.

 

Benedikt Herles, ZukunftsblindBenedikt Herles, Zukunftsblind

Eindringlich - Herles appelliert an seine Generation: Sie muss für eine lebenswerte Zukunft kämpfen. Mit einem Weckruf und einem konkreten politischen Zehn-Punkte-Plan geht er voran.

Das Wissen der Menschheit explodiert. Digitalisierung und Biotechnologie eröffnen neue Welten. Doch der Rausch des Fortschritts erschüttert die Gesellschaft. Ohne politische Erneuerung riskieren wir den Kollaps. Technologie-Investor und Volkswirt Benedikt Herles liefert einen exklusiven Blick hinter die Kulissen einer Zeitenwende – und plädiert für grundlegende Debatten und Reformen.

Die Möglichkeiten von Robotik, künstlicher Intelligenz und Gentechnik entwickeln sich rasant – aber wir sind blind für die Gefahren. Benedikt Herles zeichnet ein alarmierendes Zukunftsbild: Algorithmen und künstliche Superintelligenzen ergreifen die Macht. Sozialsysteme kollabieren in einer Ökonomie der Maschinen. Nutzlose Volksmassen verfallen ohne erfüllende Aufgaben in die Depression. Oberschichten optimieren ihr Erbgut und Staaten liefern sich ein genetisches Wettrüsten. Während die gesellschaftliche Ungleichheit dramatisch zunimmt, ist die Demokratie längst am Ende.

Benedikt Herles, Zukunftsblind, Droemer Hardcover (www.droemer-knaur.de), 304 Seiten, ISBN 978-3-426-27731-7, 19,99 Euro.

 

Menno Schilthuizen, Darwin in der StadtMenno Schilthuizen,
Darwin in der Stadt
Die rasante Evolution der Tiere
im Großstadtdschungel

Evolution in Echtzeit: ein neuer Blick auf das geheime Leben der Städte – spannend, überraschend, wunderbar.

Amseln sind größer, dicker und lauter als ihre Artgenossen draußen im Wald und haben jede Scheu vor Menschen, Hunden und Katzen verloren. Regenwürmer kommen bestens zurecht in verdreckter Innenstadterde. Motten fliegen nicht mehr ins Licht. Gras gedeiht prächtig auf zinkdurchsetztem Boden. Und Kojoten warten an Ampeln. Tiere legen ererbte Verhaltensweisen ab. Man kann Evolution in Echtzeit beobachten, und das mitten in der Stadt. Das ist das große Wunder, das in diesem Buch gewürdigt wird.

Menno Schilthuizen, Darwin in der Stadt, dtv Hardcover (www.dtv.de),
ISBN 978-3-423-28990-0, 22 Euro.

 

Greenblatt_STyrann_188971Stephen Greenblatt,
Der Tyrann -
Shakespeares Machtkunde
für das 21. Jahrhundert

„Der Tyrann“ ist ein großartiges, erhellendes Buch, das uns viel über Trump, Putin und Co. verrät.

Wie kann es sein, dass eine große Nation in die Hände eines Tyrannen fällt? Warum akzeptieren die Menschen die Lügen eines Mannes, der ihrem Land so offensichtlich schadet? Und gibt es eine Chance, den Tyrannen zu stoppen, ehe es zu spät ist? In seinen Dramen - von "Richard III." bis "Julius Cäsar" - hat sich William Shakespeare immer wieder mit diesen Fragen beschäftigt und vom Aufstieg der Tyrannen, von ihrer Herrschaft und ihrem Niedergang erzählt. Stephen Greenblatt, einer der renommiertesten Shakespeare-Experten unserer Zeit, zeigt uns, wie präzise und anschaulich der Dichter aus Stratford das Wesen der Tyrannei eingefangen hat – und wie erschreckend aktuell uns dies heute erscheint.

Stephen Greenblatt, Der Tyrann - Shakespeares Machtkunde für das 21. Jahrhundert, Siedler Verlag (www.randomhouse.de), ISBN 978-3-8275-0118-9, 20 Euro.

 

Keen_AHow_to_fix_the_future_186594Andrew Keen,
How to fix the future
Fünf Reparaturvorschläge für
eine menschlichere digitale Welt

Weckruf gegen die digitale Verwahrlosung – und ein optimistischer Blick nach vorn mit einem Fünf-Punkte-Plan als Ausweg aus dem digitalen Debakel.

Die Zukunft ist kaputt, konstatiert Internetkritiker Andrew Keen. Das Internet funktioniert zwar als Technologie, aber es dient nicht in ausreichendem Maße der Gesellschaft. Noch lässt sich die Zukunft jedoch „reparieren“, so Keens optimistische Diagnose: durch staatliche Aufsicht, Innovation durch Wettbewerb, gesellschaftliche Verantwortung, Arbeitnehmer- und Verbraucherinitiativen und neue Bildungsansätze.

Anhand von vielen Beispielen aus aller Welt zeigt Andrew Keen, was wir tun können, wenn wir in unserer zunehmend digitalisierten Welt an den menschlichen Werten festhalten wollen, und welchen Weg wir als Individuen, aber auch als Gesellschaft einschlagen müssen, um eine Zukunft zu gestalten, auf die wir uns wieder freuen können.

Andrew Keen, 1960 in Hampstead geboren, studierte Geschichte und Politikwissenschaft in London, Sarajevo und Berkeley. Er lehrte an mehreren US-amerikanischen Universitäten und gründete 1995 ein erfolgreiches Internetunternehmen im Silicon Valley. Der britisch-amerikanische Autor, Redner und Unternehmer zählt weltweit zu den einfluss reichsten Kritikern des Internets. Er veröffentlicht einen stark frequentierten Blog, auf Deutsch erschien von ihm zuletzt »Das digitale Debakel. Warum das Internet gescheitert ist – und wie wir es retten können« (DVA 2015). Andrew Keen lebt mit seiner Familie in Berkeley.

Andrew Keen, How to fix the future, Deutsche Verlags-Anstalt (www.randomhouse.de), gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten, ISBN 978-3-421-04805-9, 22 Euro.

 

KraushaarWolfgang Kraushaar,
Die blinden Flecken der
68er-Bewegung

Wie eine Revolte zum Mythos wurde – neue und sehr lesenswerte Aspekte einer Bewegung, die viele von uns geprägt hat.

Vor 50 Jahren begehrten die 68er überall gegen die Autoritäten auf und verlangten mehr individuelle Freiheit. Die Mythen, die aus ihrer Rebellion entstanden, sind noch heute vielfach ungebrochen. Wolfgang Kraushaar problematisiert die vorherrschenden Deutungsmuster der 68er-Bewegung und betont zugleich, dass unsere Zivilgesellschaft kaum ohne ihre Impulse vorstellbar wäre.


Auch nach einem halben Jahrhundert gibt es noch immer viele offene Fragen, die einer klaren Deutung der 68er-Bewegung entgegenstehen. Unter ihnen stechen einige besonders hervor: Welche Rolle spielten Pop- und Rockmusik als Multiplikatoren des Protests? Welchen Stellenwert besaßen neue Aktionsformen wie Happenings, Sit-Ins sowie Teach-Ins? Und welche Bedeutung kamen Militanz und Gewalt zu, die einerseits die Ziele der Protestierenden zu beschädigen drohten, andererseits aber auch zur Publicity ihrer Forderungen nicht unerheblich beigetragen haben? Das alles wird von Wolfgang Kraushaar jenseits der üblichen Muster von Verdammung oder Idealisierung in einem Licht betrachtet, deren Scheinwerfer nicht in der Vergangenheit, sondern in der Gegenwart stehen.

Wolfgang Kraushaar, Die blinden Flecken der 68er-Bewegung, Klett-Cotta
(www.klett-cotta.de), 521 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag,
ISBN 978-3-608-98141-4, 25 Euro.

 

GartenvögelUwe Westphal, Das große Buch der Gartenvögel

Auf gute Nachbarschaft mit Amsel, Zaunkönig und Co. Wer Vögel liebt, ist mit diesem Buch bestens beraten! Uwe Westphal, einer der renommiertesten Ornithologen Deutschlands, und Christopher Schmidt, Naturmaler mit wachsender Fangemeinde, haben sich für dieses Buch zusammengetan.
Über 50 Vogelarten, die sich im Garten oder vom Balkon aus beobachten lassen, stellen sie vor. Sachliche Informationen und Empathie in Wort und Bild lassen die Vögel zwischen den Buchseiten lebendig werden und helfen dabei, sie und ihr verborgenes, aufregendes Leben besser zu verstehen. Vieles, was der Autor in jahrzehntelanger ornithologischer Praxis mit Vögeln im Garten erlebt hat, ist in diese Beschreibungen eingeflossen, sei es in anekdotischer Form oder atmosphärischer Beschreibung.

Wie man Vögeln im Garten helfen kann und sollte, wie man sie schützen und anlocken kann, erklärt Uwe Westphal im Anschluss daran: beginnend mit den Dingen, die man sofort umsetzen kann, wie dem Angebot von Nistkästen oder der Zusatzfütterung, bis hin zu größeren Maßnahmen zum Vogelschutz. Gartenbesitzer können ihr grünes Wohnzimmer so zum kleinen »Vogelschutzgebiet« machen und damit auch Verantwortung für den Erhalt heimischer Vogelarten übernehmen.

Vogelfreundliche Gärten sind immer auch menschenfreundliche Gärten. Denn wo Amsel, Zaunkönig und Co. zwitschern und tirilieren, können sich Körper und Seele im tieferen Sinne zu Hause fühlen.

Uwe Westphal, Das große Buch der Gartenvögel, pala-verlag (www.pala-verlag.de),
288 Seiten, ISBN 978-3-89566-375-8, 29,90 Euro.

 

Nicolaysen_SDer_ultimative_Bier-Guide_189837Sünje Nicolaysen,
Der ultimative Bier-Guide

Nicht nur für Biertrinker der ultimative Bierführer!
Bier wird heute nicht mehr nur getrunken, Biergenuss wird zelebriert. Eine riesige Auswahl an Biersorten erobert inzwischen die Getränkekarten und Supermarktregale – bis hin zum erfrischenden Sauerbier Gose und süffigem Blond Bier. In diesem aufwendig gestalteten Bierguide nimmt Sünje Nicolaysen die
Craft-Beer-Bewegung sowie die große Biervielfalt genauer unter die Lupe.
Anschaulich und unterhaltsam erklärt sie, welche Biersorten es gibt, worin sie sich unterscheiden und welches Bier zu welchem Essen passt. Sie gibt Tipps zur richtigen Glaswahl, der optimalen Trinktemperatur und für den perfekten Bierschaum. Und zeigt, wie man selbst zum Bierbrauer wird.

Sünje Nicolaysen, Der ultimative Bier-Guide (Zum Kenner in 222 Grafiken, mit Illustrationen von Ole Schleef), Heyne (www.randomhouse.de), Paperback, Klappenbroschur,
ISBN 978-3-453-60475-9, 16,99 Euro.

 

1968Richard Vinen, 1968 –
Der lange Protest
Biografie eines Jahrzehnts

Sachkundig, kurzweilig, lesenswert!
Studentenrevolten, Mai-Unruhen in Paris, Prager Frühling, Vietnamkrieg und Friedensbewegung, Rassenunruhen in den USA und Arbeiterstreiks in England – 1968 war ein Jahr, das auf der ganzen Welt Gewissheiten in Frage stellte. Der Historiker Richard Vinen unterzieht diese Epoche einer so globalen wie neutralen Analyse, bei der er sich mit seinem Thema jedoch nie gemein macht. Er liefert einen quellengesättigten und zugänglichen Blick auf ein Jahrzehnt, das bis heute enorm polarisiert. So entsteht eine vollständige Neubetrachtung dieser spannenden Epoche, die von ihren Protagonisten allzu häufig idealisiert und romantisiert dargestellt wurde.


Richard Vinen, 1968 – Der lange Protest, Piper Hardcover (www.piper.de), 464 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-492-05833-9, 25 Euro.

 

John Higgs, Einstein, Freud und Sgt. PepperJohn Higgs, Einstein,
Freud und Sgt. Pepper
Eine andere Geschichte
des 20. Jahrhunderts

Auf ganz eigene Weise führt John Higgs durch dieses Jahrhundert der Genies und Gurus. Er erläutert die Relativitätstheorie anhand eines fallenden Würstchens, erzählt von Satanisten im Raumfahrtprogramm der Amerikaner und geht der Frage nach, ob ein Schmetterling in Brasilien einen Tornado in Texas auslösen kann. Das ist alles unglaublich seltsam und ziemlich wahnsinnig. Ein Buch wie ein Trip.

Alles hat sich geändert, als der Zeiger des Weltalters von 19 auf 20 sprang. Auf fast allen Gebieten wurden im 20. Jahrhundert Entdeckungen gemacht oder Ideen entwickelt, die unser Bild vom Universum und von uns selbst auf den Kopf gestellt haben. Alles schien neu, nichts unmöglich: Maschinen, die denken, Hunde im Weltall und Menschen auf dem Mond. Alte Gewissheiten büßten ihre Geltung ein, hergebrachte Autoritäten verloren ihre Macht. Die Welt wollte kein Zentrum mehr kennen.

John Higgs, Einstein, Freud und Sgt. Pepper, Suhrkamp Taschenbuch (www.suhrkamp.de), 379 Seiten, ISBN 978-3-518-46839-5, 12 Euro.

 

John Hands, CosmosapiensJohn Hands, Cosmosapiens
Die Naturgeschichte des Menschen
von der Entstehung des Universums bis heute

Innovativ, informativ und spannend zu lesen! Ein grundlegendes Werk mit dem Zeug zum Klassiker der Natur- und Wissenschaftsgeschichte.

Was stand am Anfang unserer Welt? Woher kommt die Materie, die Energie, aus der sich alles entwickelte? Und wann begannen wir, darüber nachzudenken? Der Engländer John Hands fängt ganz von vorne an und zeigt die Grenzen unseres Wissens. Er greift aktuelle Diskussionen der Evolutionsbiologie und Neurogenetik auf, hinterfragt Konzepte wie kosmische Inflation, dunkle Energie und egoistische Gene.

In "Cosmosapiens" gelingt John Hands eine umfassende und aktuelle Darstellung des Wissens über den Ursprung und die Entwicklung von allem: Materie, Leben, Menschheit, Bewusstsein. „Ein kühner Versuch, die Grenzen des Wissens auszuloten. Dieses Buch will mehr und greift weiter aus als die meisten populären Sachbücher, eher ist es das Werk eines Universalgenies … Eine unschätzbare enzyklopädische Leistung.“ The Times Literary Supplement Book of the Year.

John Hands, Cosmosapiens, KNAUS Verlag (www.randomhouse.de),
ISBN 978-3-8135-0757-7, 36 Euro.

 

MonteVeritaStefan Bollmann,
Monte Verità
1900 – der Traum vom
alternativen Leben beginnt

Eine faszinierende Zeitreise in die Vergangenheit der Zukunft: Grüner leben, wilder denken, freier lieben - Gegenkultur im frühen 20. Jahrhundert!

Das 20. Jahrhundert war noch kein Jahr alt, da zog es eine Gruppe junger Aussteiger nach Ascona an den Lago Maggiore. Sie träumten den Traum vom wahren Leben, der Natur und dem Natürlichen nahe, ohne Alltagshektik und Statusdenken. Sie verehrten das Licht des Südens, ernährten sich vegan, betrieben Yoga und Ausdruckstanz, und die Frauen legten ihre Korsette ab. Den Hügel, den sie besiedelten, tauften sie Monte Verità, Berg der Wahrheit.

Immer mehr Menschen zog es dorthin, darunter Erich Mühsam, Hermann Hesse, Mary Wigman, Franziska zu Reventlow und Max Weber. In Windeseile verbreitete sich die Kunde vom unangepassten Leben bis nach Amerika und wurde dort in den 1960er Jahren zur Keimzelle der Hippiebewegung. Bis heute sind wir von den Ideen geprägt, die damals entstanden.

Stefan Bollmann erzählt auf der Basis neuer Quellen die Geschichten hinter den Legenden, die sich schnell um den Monte Verità zu ranken begannen. Ein mitreißendes Panorama der Gegenkultur, ein Fest des Lebens wie des Erzählens.

Stefan Bollmann, Monte Verità, DVA (www.randomhouse.de),
ISBN 978-3-421-04685-7, 20 Euro.

 

HemingwayLesley M. M. Blume, Und alle benehmen sich daneben
Wie Hemingway seine Legende erschuf

Lesley M. M. Blume erforscht das schillernde Universum, in dem aus einem unbekannten jungen Autor eine Ikone der Weltliteratur wurde und erzählt von den Menschen, die Hemingway (oft wenig schmeichelhaft) in seinem Werk verewigte. Sie dringt ein ins Herz der Lost Generation und zeigt, wie sehr diese bis heute beeinflusst, was wir lesen und wie wir denken – über Jugend, Liebe, Sexualität und Exzess. New-York-Times-Bestseller.
Durchsoffene Nächte, wilde Affären, hemmungsloser Ehrgeiz. Ellbogen zählen ebenso wie Talent. Der junge Ernest Hemingway hat nichts Geringeres vor, als die Romanliteratur zu revolutionieren, den großen Zeitgeistroman zu schreiben, nach dem alle Verlage fiebern. Mit ›Fiesta‹ gelingt ihm dieser Coup, und er wird, erst 27jährig, auf einen Schlag berühmt. Es sind die wilden Zwanziger in Paris, und die angelsächsische Expat-Gemeinde ist legendär: reiche Männer, schöne Frauen, Mäzene, erfolgreiche Literaten und solche, die es noch werden. im Mittelpunkt Hemingway, ein todestrunkener, stierkämpfender Aficionado, hartgesottener Trinker, hitzköpfiges literarisches Genie und – tatsächlich – Ehemann.
Lesley M. M. Blume, Und alle benehmen sich daneben, dtv Hardcover (www.dtv.de),
ISBN 978-3-423-28109-6, 24 Euro.

 

LuedersMichael Lüders,
Die den Sturm ernten
Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte

Ein Diktator im Kampf gegen sein Volk - und der Westen, der auf die Eskalation nur reagieren kann: Dieses Bild vom Syrienkrieg ist falsch, so Nahost-Experte Michael Lüders. Fundiert geschrieben, spannend zu lesen.
Wo liegen die Wurzeln der syrischen Katastrophe? Das gängige Bild sieht die Schuld einseitig bei Assad und seinen Verbündeten, insbesondere Russland. Dass auch der Westen einen erheblichen Anteil an Mitschuld trägt, ist kaum zu hören oder zu lesen. Michael Lüders erzählt den fehlenden Teil der Geschichte, der alles in einem anderen Licht erscheinen lässt. Anhand von freigegebenen Geheimdienstdokumenten und geleakten Emails von Entscheidungsträgern zeigt er, wie und warum die USA und ihre Verbündeten seit Beginn der Revolte ausgerechnet Dschihadisten mit Waffen beliefern - in einem Umfang wie seit dem Ende des Vietnamkrieges nicht mehr. Dadurch haben sie die innersyrische Gewalt ebenso befeuert wie auch den Stellvertreterkrieg zwischen den USA und Russland. Eindringlich beschreibt Lüders, wie insbesondere Washington schon seit langem nur auf eine günstige Gelegenheit wartete, das Assad-Regime zu stürzen. Dabei behandelt er auch frühere amerikanische Putschversuche in Syrien in den 1940er und 1950er Jahren, die fehlschlugen und erklären, warum sich Damaskus der Sowjetunion zuwandte. Die Kehrseite dieser Politik des Regimewechsels erlebt gegenwärtig vor allem Europa: mit der Flüchtlingskrise und einer erhöhten Terrorgefahr durch radikale Islamisten.
Lüders, Michael, Die den Sturm ernten - Wie der Westen Syrien ins Chaos stürzte C. H. Beck Paperback (www.chbeck.de), 175 Seiten, ISBN 978-3-406-70780-3, 14,95 Euro.

 

VerloreneWeltenAram Mattioli, Verlorene Welten

Ein anregendes und brisantes Buch über die Verwandlung der amerikanischen Welt, das nicht nur auf die Vergangenheit, sondern auch auf die Gegenwart ein neues Licht wirft.
Umfassend erzählt und deutet Aram Mattioli die Geschichte der Indianer und ihrer Vernichtung vom 18. Jahrhundert bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts. Anschaulich schildert er die globalen Ereignisse vor dem Hintergrund aller zentralen Zeiterscheinungen. Eindringlich beschreibt er den langen und gewaltsamen Prozess der Kolonisierung durch die weißen Siedler. Zugleich bezieht er stets die Sicht der »Besiegten« gleichberechtigt in die Betrachtung mit ein und zeigt eindrucksvoll, wie indianische Nationen ganz unterschiedlich auf die Landnahme reagierten. Daneben kommen die kulturellen Leistungen der Indianer ebenso zur Sprache wie die großen sozialen Umwälzungen und die vielfältigen Lebensformen. In packenden Szenen beschreibt der Autor die entscheidenden Kämpfe und zeichnet treffende Porträts der einfachen Menschen wie der großen politischen Akteure.
Aram Mattioli, Verlorene Welten, Klett-Cotta (www.klett-cotta.de), 464 Seiten,
ISBN 978-3-608-94914-8, 26 Euro.

 

BombeSven Hannes, Die Bombe

Wieder aktueller denn je: Die Bombe von Sven Hannes – schockierend, spannend, souverän und (leider?!) auch
äußerst unterhaltsam.

Plötzlich ist der Einsatz von Atomwaffen wieder denkbar. Aber welche Bombentypen gibt es und was wissen wir über ihre unheimliche und faszinierende Wirkung? Acht Nationen haben
2.000 Nuklearsprengsätze zu Testzwecken gezündet. Diese Experimente werden hier ganz neu erzählt: als nationenübergreifende Wissenschafts- und Technologiegeschichte, die eine plastische Vorstellung dieser exotischen Sphäre liefert. In der Wissenschaftler, Militärs und Zulieferer mit haarsträubender Sorglosigkeit die Spirale des Schreckens immer weiter drehen. Der Variantenreichtum ihrer Versuche ist verblüffend, die Szenarien dahinter übertreffen düsterste Science-Fiction. Der Mythos dieser verborgenen Welt wird in diesem Buch mit großer Sachkenntnis und erstaunlichem Witz unterhaltsam entzaubert.
Sven Hannes, Die Bombe, Open House Verlag (www.openhouse-verlag.de), Hardcover,
304 Seiten, ISBN 978-3-944122-34-2, 25 Euro.

 

SF_1Gerd Ganteför, Heute Science Fiction, morgen Realität?
An den Grenzen des bekannten Wissens –
und darüber hinaus!

Wer wissen will, ob es irgendwann einmal „Supermenschen“ geben wird oder wir in der Zukunft Gedanken lesen werden können, der kann sich in Gerd Ganteförs unterhaltsamen und höchst informativen Sachbuch sehr aufregende
Antworten abholen.
In seinem Buch erläutert er die Grenzen der heutigen naturwissenschaftlichen Erkenntnis und wirft einen Blick über sie hinaus. So zeichnet er ein spannendes Bild möglicher naturwissenschaftlich-technischer Entwicklungen – von Reisen zu den Sternen über Energiequellen der Zukunft und Visionen der Biologie bis hin zu den Grenzen des Wissens. Die Visionen von heute könnten die Realität von morgen sein - die Naturwissenschaften werden auch in Zukunft die Grenzen der menschlichen Erkenntnis immer weiter hinausschieben!
Gerd Ganteför, Heute Science Fiction, morgen Realität?,
Wiley-VCH (www.wiley-vch-macht-neugierig.de), 234 Seiten, 50 Abb., Hardcover,
ISBN 978-3-527-33881-8, 24,90 Euro.

 

CrystalDavid Crystal, Das kleine Buch der Sprache

Kompetent, interessant, anekdotenreich und sehr unterhaltsam.
"Die Sprache erst macht uns zum Menschen", davon ist David Crystal überzeugt. In den vierzig Kapiteln seines Buches zeigt er die vielen Facetten des Phänomens Sprache auf. Seine Betrachtungen reichen von den ersten Worten eines Kleinkinds über literarische Sprache bis hin zu modernen Phänomenen wie Emoticons. Eine anschauliche, leicht verständliche Einführung in die Sprachwissenschaft.
David Crystal, Das kleine Buch der Sprache,
Atlantik (www.hoffmann-und-campe.de), 304 Seiten,
ISBN 978-3-455-70011-4, 22 Euro.

 

KommwieduwillstDas neue Frauen-Sex-Buch
Emily Nagoski,
Komm, wie du willst

In ihrem populärwissenschaftlichen Standardwerk Komm, wie du willst macht sich die Sexualwissenschaftlerin Emily Nagoski an die große Aufgabe, mit sämtlichen überholten Vorstellungen darüber aufzuräumen, wie Frauen fühlen und begehren, und den Weg frei zu räumen für ein echtes, fundiertes Verständnis von weiblicher Sexualität.
Sex ist dann erfüllend, wenn wir unseren Körper kennen und wissen, was wir wollen. Emily Nagoski hilft mit so verständlichen wie verblüffenden Erklärungen auf Basis neuester wissenschaftlicher Studien, wie wir unseren Körper endlich verstehen lernen. Denn anders als bei Männern sind bei Frauen die anatomischen Unterschiede sehr viel größer – jede Frau empfindet anders und reagiert individuell auf sexuelle Reize. Und Sex hat immer einen Kontext: Alltag, Probleme, Stress spielen eine Rolle, wenn es um Erregung, Lust und Orgasmus geht. Mit diesem Buch findet jede Frau zu ihrer eigenen Sexualität, mit der sie sich wohl fühlt und sich identifizieren kann. So wird Sex zum wahren Vergnügen!
Emily Nagoski, Komm, wie du willst, Knaur Verlag (www.droemer-knaur.de), Hardcover,
496 Seiten, ISBN 978-3-426-65555-9, 19,99 Euro.

 

Maria Antas, Wisch und WegMaria Antas, Wisch und Weg -
Ein Buch über das Putzen

Maria Antas Geschichten rund ums Putzen, von Kat Menschik hinreißend farbig illustriert, präsentieren nicht nur eine beschwingte Anleitung zum Putzen, sondern auch eine heitere, aber ernst zu nehmende Kulturgeschichte des Putzens. Sie zeigt, wie sich unser Alltag, und damit unser Putzverhalten, verändert hat. Ihre Geschichten wecken selbst bei der modernsten Leserin den Wunsch, sich auf der Stelle eine Mangel anzuschaffen und sich in selbstbestickte Bettwäsche zu legen.
Maria Antas‘ Reise in die Welt des Putzens beginnt in der Kindheit. Als mit Eimer und Schrubber hantiert wurde, die Mutter den Boden noch auf Knien scheuerte, der Teppichklopfer aus Weidenholz zum Einsatz kam. Die Teppichstange Kindern als Turngeräte diente. Nach dem Wochenputz am Freitag am Sonntag noch einmal »aufgefrischt« wurde (meistens vom Vater), weil es ganz normal war, dass unangemeldet Gäste hereinschneiten. Zu Hause roch es frisch, alles glänzte, die Bettwäsche knisterte. Alles hatte seine Ordnung. Und Putzen war eine Tugend. Heute heißt Ordnung Feng Shui und das Putzen delegiert man am liebsten an andere. Nicht so Maria Antas. Es ist eine Freude, zu sehen, wie sie aus dem Putzen wieder eine Tugend macht. Wie sie zu traditionellen Methoden zurückkehrt und trotzdem ein Loblied auf die Mikrofaser singt. Wie sie sich über die neuen bunten Flaschen der Putzmittel freuen kann. Wie sie ihrer Leidenschaft fürs Mangeln frönt. Und sich schließlich doch zerknirscht eingestehen muss, dass sie auf die nächste Folge von »Downton Abbey« verzichten will, weil ihr nicht gefällt, wie dort das weibliche Putz- und Küchenpersonal vorgeführt wird.
Maria Antas, Wisch und Weg - Ein Buch über das Putzen, Insel (www.suhrkamp.de),
171 Seiten, ISBN 978-3-458-17629-9, 18 Euro.

 

Dummheit_147212Warum wir heute die einfachsten Dinge
nicht mehr wissen
Ernst Pöppel/Beatrice Wagner, Dummheit

Lesen! -  und Aha-Erlebnis: Einer der führenden Hirnforscher Deutschlands und eine Psychologin plädieren für Langsamkeit und Intuition.
Wir leben in einer Wissens- und Leistungsgesellschaft, in der sich unser Wissen stündlich zu vermehren scheint. Aber tut es das wirklich? Werden wir tatsächlich immer schlauer? Nein, sagen Ernst Pöppel und Beatrice Wagner. Die Hirnforschung zeigt, dass der Mensch für eine ungebremste Leistungssteigerung nicht geschaffen ist. Und dass es schlichtweg dumm ist, das intuitive Wissen und die emotionale Intelligenz auszublenden. Ein Plädoyer für eine Intelligenz der Langsamkeit, der Pausen und
des Unperfekten.
Ernst Pöppel/Beatrice Wagner, Dummheit, Goldmann Taschenbuch (www.randomhouse.de), 352 Seiten, ISBN 978-3-442-15832-4, 9,99 Euro.

 

Andrew Keen, Das digitale DebakelAndrew Keen,
Das digitale Debakel

Wer von der Digitalisierung profitiert – da wird einem Angst und Bang. Unbedingt lesen!
Das Internet bringt den Menschen mehr Demokratie, wirtschaftlichen Wohlstand und kulturelle Vielfalt. Es ist ein Raum der Transparenz, Offenheit und Gleichberechtigung. Ein Erfolg auf der ganzen Linie. Wer das glaubt, sagt Silicon-Valley-Insider Andrew Keen, liegt völlig falsch. Nicht die Gesellschaft profitiert von einer „hypervernetzten“ Welt, sondern eine elitäre Gruppe junger weißer Männer. Was ihnen immer mehr Reichtum beschert, macht uns in vielerlei Hinsicht ärmer. Das Internet vernichtet Arbeitsplätze, unterbindet den Wettbewerb und befördert Intoleranz und Voyeurismus. Es ist kein Ort der Freiheit, sondern ein Überwachungsapparat, dem wir kosten- und bedenkenlos zuarbeiten. Kurzum: Das Internet ist ein wirtschaftliches, kulturelles und gesellschaftliches Debakel. Andrew Keen liefert eine scharfe, pointierte Analyse unserer vernetzten Welt und zeigt, was sich ändern muss, um ein endgültiges Scheitern des Internets zu verhindern.
Andrew Keen, Das digitale Debakel, DVA Deutsche Verlags-Anstalt
(www.randomhouse.de), gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten,
ISBN 978-3-421-04647-5, 19,99 Euro.

 

hofbauer_diktatur_kapital_376Hannes Hofbauer,
Die Diktatur des Kapitals
Souveränitätsverlust
im postdemokratischen Zeitalter

Ein beängstigendes Buch. Ein wichtiges Buch. Ein nachdenklich machendes Buch.
Global agierende Kapitalgruppen, euphemistisch „Märkte“
genannt, treiben Parlamente und Regierungen vor sich her. Die Wirtschaft steht längst nicht mehr im Dienste des Menschen. Wer diesen Zustand anprangert, gerät ins politische Abseits. Spätestens seit der Weltwirtschaftskrise 2008 ist es in immer mehr Ländern nicht mehr der Souverän, sondern die „Troika“ aus IWF, Europäischer Zentralbank und EU-Kommission, die Regierungen einsetzt. Volksentscheide werden von ihr als unkalkulierbares Risiko betrachtet. Wer dennoch das Volk politisch mobilisieren will, gilt den herrschenden Medien – je nach Richtung und Gusto – als links- oder rechtspopulistisch. Politische Interventionen, die den Wirtschaftsliberalismus bremsen könnten, finden so gut wie nicht mehr statt. Halb leere Urnen an den Wahlabenden sind die logische Folge, die ironischerweise von denselben Kräften als „Politikmüdigkeit“ beklagt wird, die den Kanon der Alternativlosigkeit anstimmen.
Hannes Hofbauer geht in seinem neuen Buch einer Entwicklung nach, die die Logik der kapitalistischen Akkumulation als einzig zulässige akzeptiert, nach der sich Gesellschaft zu richten hat. Damit herrscht eine Diktatur des Kapitals, die von ihren Ideologen als „liberale Demokratie“ oder als „konstitutioneller Liberalismus“ definiert wird. Nach einer historischen Aufarbeitung dieser Entwicklung mit der Zäsur des Zusammenbruchs von Sowjetunion und RGW in den Jahren 1989–1991, widmet sich der Autor in einem zweiten Kapitel der personellen Trägerschaft der Kapitaldiktatur. Im dritten Teil des Buches stehen die spürbaren Konsequenzen dieser postdemokratischen Entwicklung im Fokus. Beschrieben werden die Auswirkungen des immer totalitärer werdenden Systems auf das tägliche Leben: die zunehmende Kommodifizierung zwischenmenschlicher Beziehungen, die Vermarktwirtschaftlichung von Identität oder die Ersetzung von so fundamentalen gesellschaftlichen Grundlagen wie Vertrauen und Verantwortung durch Transparenz und Verrechtlichung. Das Buch versucht einen Brückenschlag von einer ökonomischen Analyse einer vom Prinzip der Akkumulation und des Profits getriebenen Gesellschaft zu den tagtäglichen Auswirkungen dieser Entwicklung. Die Durchsetzung liberaler Reformen und der kollektive und individuelle Souveränitätsverlust hängen miteinander zusammen.
Hannes Hofbauer, Die Diktatur des Kapitals, Promedia Verlag (www.mediashop.at),
240 Seiten, ISBN 978-3-85371-376-1, 17,90 Euro. Auch als E-Book erhältlich.

 

MorgenrothMarkus Morgenroth,
Sie kennen dich!
Sie haben dich!
Sie steuern dich!

Ein Muss für jeden Internet-User – also für (fast) alle! Erschreckend fesselnd.
Datenspionage gegen Angestellte ist tägliche Praxis in deutschen Unternehmen. Backgroundchecks bestimmen über Wohnung, Kredit, Job, Liebe. Ein deutscher Datenanalytiker deckt das ganze Ausmaß der Überwachung und des Datenmissbrauchs auf. Man braucht keinen Facebook-Account, kein Amazon-Konto, ja nicht einmal einen Internet-Anschluss, um im Netz der Datenhaie zu zappeln. Internationale und nationale Unternehmen schließen aus Adresse, Alter, Geschlecht auf Person und Charakter und vergeben Kredite, Verträge, Arbeitsplätze – oder eben all dies
nicht. Wer möchte, dass seine »Klickspur« vom Arbeitgeber analysiert wird? Wer ist sicher, dass dies nicht geschieht? Und was bedeutet diese Spur bei der nächsten Kündigungswelle? Datenschützer sind sich sicher: Alles, was befürchtet wird, ist bereits Realität. Das, was früher einmal »Schicksal« genannt wurde, ist heute allzu oft das diskrete Ergebnis eines illegalen, aber dreist praktizierten Backgroundchecks. Markus Morgenroth macht auf erschreckende Weise klar, was längst an der Tagesordnung ist, und zeigt auf, wie wir uns – halbwegs – schützen können.
Markus Morgenroth, Sie kennen dich! Sie haben dich! Sie steuern dich! Droemer Knaur
(www.droemer-knaur.de), Hardcover, 272 Seiten, ISBN 978-3-426-27646-4, 19,99 Euro.

 

WatsonLyall Watson,
Das geheime Leben der Dinge
Warum Computer und Autos
ein Eigenleben führen

Nach der Lektüre dieses Buches werden Sie alle Gegenstände Ihres täglichen Lebens mit anderen Augen betrachten! Sehr innovativ und lesenswert.
Lyall Watson war einer der angesehensten Naturwissenschaftler des 20. Jahrhunderts, der zahlreiche wichtige Publikationen über Fragen der Grundlagenforschung veröffentlichte. Gleichzeitig gilt er als Pionier auf dem Gebiet der modernen Bewusstseinsforschung. Obwohl vom geltenden Paradigma der Moderne geprägt, war Watson bereit, ungewöhnliche Phänomene nicht ignorant abzulehnen, sondern vorurteilslos zu überprüfen. Dieser Forschungsdrang führte ihn in Kontakt mit wahrhaft außergewöhnlichen Menschen und äußerst ungewöhnlichen Geschehnissen. Nach jahrzehntelangem Forschen und sorgfältigem Dokumentieren gelangte Lyall Watson zu der revolutionären Erkenntnis: Es gibt keine unbelebten Dinge! Hinter allen Geschehnissen und Prozessen der scheinbar materiellen Wirklichkeit zeigt sich BEWUSSTSEIN.
Lyall Watson, Das geheime Leben der Dinge, Crotona Verlag (www.crotona.de), 280 Seiten, ISBN 978-3-86191-041-1, 19,95 Euro.

 

Klaus-Wilhelm Gérard, Faszination TrüffelKlaus-Wilhelm Gérard,
Faszination Trüffel
Geschichten und Geschichte
über den kostbarsten Pilz der Welt

Eine Geschichte aus den Träumen der Gourmets - zu lesen wie ein spannender Roman, luftig und listig geschrieben, rundum informativ und auf profunden, eigenen Erfahrungen dieser komplexen Materie basierend. Viel Ungenaues, Geahntes, Gelogenes oder schlichtweg Falsches kursiert zum Thema Trüffel. Hier wird es in unterhaltsamer und fachkundiger Weise erklärt und, wenn nötig, korrigiert.
Klaus-Wilhelm Gérard ist Unternehmer mit Künstlerseele und
Buchautor. Er hat sich als einziger Deutscher die Lizenz zum Trüffelsuchen in Italien erarbeitet, lebt in Peißenberg, Oberbayern und in Monte San Vito, Region Le Marche. Dort kennt er sie alle, die großen und kleinen Geheimnisse über die Diamanten der Erde. Seit über 20 Jahren betreibt er die Trüffelei – Suchen, finden, kochen, essen, botanisch, historisch, denkwürdig, merkwürdig – rein „tartufosophisch“. Er würde nie Trüffeln verkaufen – lieber genießt er diese mit Familie und Freunden oder schenkt sie dem Bürgermeister, dem Chef der Carabinieri oder Pfarrer Don Andrea. Im Buch „Faszination Trüffel“ sind einzigartige Abenteuer aus Wald und Küche, sowie eine Auswahl seiner Lieblingsrezepte festgehalten. Und ganz nebenbei entdeckt der Leser viele Erlebnisse und Gedanken über das immer etwas chaotische bella Italia, das wir alle so lieben. Ein Buch zum Genießen und zum Verschenken an Genießer.
Klaus-Wilhelm Gérard, Faszination Trüffel, Alois Knürr Verlag (www.knuerr-verlag.de),
192 Seiten, reich bebildert 4-farbig, ISBN 978-3-928432-53-5, 24,90 Euro.

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Klaus-Wilhelm Gérard und Alois Knürr.


 

JungkRobert Jungk, Das Sonnenbuch

Visionär, innovativ und inspirierend!
Es ist ein spektakulärer Fund im Nachlass des Zukunftsforschers Robert Jungk: eine unscheinbare Mappe offenbart ein visionäres Fragment, das Anfang der achtziger Jahre entstand; ungeordnete, skizzenhaft beschriebene Blätter, ein Konvolut aus Entwürfen und Notizen. Walter Spielmann hat diese zu einem sinnhaften Ganzen rekonstruiert. Zum 100. Geburtstag von Robert Jungk
(11. Mai 2013) liegt nun die unverhoffte Entdeckung des „Sonnenbuchs“ vor. Es macht deutlich, wie umfassend, tiefgründig und leidenschaftlich Robert Jungk auf die Kraft der Sonne als Symbol und Instrument einer zukunftsfähigen, nachhaltigen und friedfertigen Welt setzte. Seine Beschäftigung mit „Sonnenforschern, Sonnenbastlern und Sonnenverehrern“ reicht zurück an das Ende der siebziger Jahre des vorigen Jahrhunderts und ist doch heute aktueller denn je. Seiner Zeit war Robert Jungk fast immer voraus. Früh schon hat er auf die Risiken des technisch-wissenschaftlichen Fortschritts aufmerksam gemacht und auf die langen Schatten der Atomtechnologie verwiesen. Er war aber auch einer der Ersten, der die positiven Seiten einer helleren Zukunft erkundet hat. Das Sonnenzeitalter werde ein neues Verhältnis zur Mitwelt, eine andere Form des Wirtschaftens, eine bisher nicht praktizierte Balance von Macht und Mitbestimmung sowie die Wiederentdeckung eines höheren Sinns zur Folge haben, war Robert Jungk überzeugt. Dieses Buch erzählt von dieser Vision. Es ist Auftrag und Vermächtnis zugleich.
Robert Jungk, Das Sonnenbuch, Otto Müller Verlag (www.omvs.at), 160 Seiten
 ISBN 978-3-7013-1206-1, 18 Euro.

 

Matrix_Cover_4Ulrich G. Randoll,
Das Matrix-Konzept:
Die Grundlagen der Matrix-
Rhythmus-Therapie

Medizin des 21. Jahrhunderts!
Die von Dr. U. Randoll an der Universität Erlangen/Nürnberg entwickelte Matrix-Rhythmus-Therapie ist eine kreative und wesentliche Innovation für die effiziente Behandlung und Prävention aller mikrozirkulationsbedingter Störungen insbesondere von Erkrankungen des Nerven-, Stütz- und Bewegungssystems. Ein hochaktuelles Thema wird hier behandelt. Aktuelle Erkenntnisse aus Naturwissenschaft und Medizin werden mit historischem Hintergrund, empirischem und traditionellem Wissen zu einem „neuen Denken“ verbunden. Diese Entwicklung wird unsere Vorstellungen und Modelle in vielen Fachbereichen, einschließlich der praktischen Medizin, entscheidend verändern. Das Matrix-Therapie-Konzept wurde auf der Grundlage aktueller Forschungsergebnisse entwickelt. In diesem Modell werden Krankheiten als dekompensierte Prozesse auf zellbiologischer Ebene aufgefasst. Durch die Matrix-Rhythmus-Therapie werden durch Verbesserung vor allem der zellulären „Logistik“ die nötigen physiologischen Rahmenbedingungen wiederhergestellt, als Voraussetzung für symptomfreie Selbstorganisation und Regeneration. Über Entrainment mit naturkonformen Schwingungen von außen werden rhythmisch ordnende Zeit- und Informationsmuster im Körper aktiviert bzw. wieder hergestellt. Dem Autor ist es gelungen, ein systemisch angelegtes Therapiekonzept nicht nur theoretisch zu begründen, sondern auch wissenschaftlich zu evaluieren. Damit öffnet er die Tür zu einem erweiterten Medizinverständnis, das weit in das 21. Jahrhundert hineinreicht.
Dr. med. Ulrich Randoll studierte an der Johann Wolfgang Goethe Universität in Frankfurt/Main Humanmedizin und Zahnmedizin. Nach Beendigung des Studiums wechselte er an die Universität Erlangen/Nürnberg in die Kieferchirurgie und Unfallchirurgie. Seit 1999 in eigener Privatpraxis mit Matrix-Center in München. Als Auditor für das Gesundheitswesen; Qualitätsmanagement TÜV-CERT und in der Forschung aktiv zu der Thematik:
Bio-physikalischen Grundlagenforschung. Fragen auf Ebene der funktionellen Architektur von Zelle und extrazellulärer Matrix (Raum-Zeitmuster) sowie »zellbiologischen Qualitätsmanagements«. Ziel: Verbesserung klinischer Therapiestrategien und Therapiemethoden.
Ulrich G. Randoll, Das Matrix-Konzept - Die Grundlagen der Matrix-Rhythmus-Therapie,
Verlag Systemische Medizin AG – Bad Kötzting (www.verlag-systemische-medizin.de), 210 Seiten, ISBN 978-3-86401-029-3, 39,80 Euro.

 

VermaechtnisWas wir von traditionellen Gesellschaften lernen können
Jared Diamond, Vermächtnis

Großartig – mit Esprit und Sachverstand geschrieben - nach dem Welterfolg von »Kollaps«: der neue Sachbuch-Bestseller von Jared Diamond!
Seit Jahrzehnten unternimmt Jared Diamond Expeditionen zu Stämmen, die noch traditionell als Jäger und Sammler leben – so, wie wir Menschen die längste und prägendste Zeit unserer Entwicklung gelebt haben. Fasziniert von der Fremdartigkeit ihrer Kultur führt er uns plastisch und unterhaltsam vor Augen, wie grundverschieden Menschen mit allen Facetten des Lebens umgehen und ihr Zusammenleben organisieren. Seine These: Wir können heute von diesen Kulturen viel lernen und so unsere aktuellen privaten und gesellschaftlichen Probleme lösen, von der Kindererziehung über staatliche Konflikte bis zum Umgang mit Alter und Tod. Ein spannender Blick auf die Vielfalt der menschlichen Kulturen – und eine überraschende Perspektive auf unser modernes Selbstverständnis.
Jared Diamond, Vermächtnis, S. Fischer (www.fischerverlage.de), Hardcover,
ISBN 978-3-10-013909-2, 24,99 Euro.

 

Paradoxien_1Michael Clark,
Paradoxien von A bis Z

Vertrackt – und lesenswert.
Paradoxien faszinieren die Denker seit Menschengedenken: In alphabetischer Reihenfolge stellt dieser Band 84 der wichtigsten dieser Denksportaufgaben vor, von »Achilles und die Schildkröte« über das »Gefangenendilemma« oder das Lügen-Paradoxon (»Alle Kreter lügen, sagte der Kreter«) bis zu »Zenos Paradoxien«. Dabei handelt es sich um mehr als um bloße Spielereien: Betrachtet man etwa die Entwicklungen der mathematischen Analysis im 19. Jahrhundert sowie der Mengenlehre oder Wahrheitstheorien im 20. Jahrhundert, so wird klar, dass durch Paradoxien bedeutende Entwicklungen oft erst angestoßen wurden. Der Begriff der Paradoxie wird von Clark dabei in einem sehr breiten Sinn verstanden: Jedes Rätsel, das irgendwann einmal als »Paradoxie« bezeichnet worden ist, und hätte es sich auch bei genauerer Prüfung nicht als wahrhaft paradox entpuppt, kam in die Auswahl. Die faszinierendsten Kandidaten sind natürlich diejenigen, die von den Hardlinern als solche anerkannt werden, nämlich jene Paradoxien, die anscheinend auf ewig
kontrovers bleiben.
Michael Clark, Paradoxien von A bis Z, Reclam Taschenbuch (www.reclam.de), 309 Seiten, ISBN 978-3-15-020188-6, 9,95 Euro.

 

1913Florian Illies, 1913 -
Der Sommer des Jahrhunderts

Die Weltgeschichte anders – und vor allem lebendig erzählt. Vom Kleinen her spürt man das Große. Man kann nicht aufhören zu lesen.
Die Geschichte eines ungeheuren Jahres, das ein ganzes Jahrhundert prägte: Florian Illies entfaltet virtuos ein historisches Panorama. 1913: Es ist das eine Jahr, in dem unsere Gegenwart begann. In Literatur, Kunst und Musik werden die Extreme ausgereizt, als gäbe es kein Morgen. Zwischen Paris und Moskau, zwischen London, Berlin und Venedig begegnen wir zahllosen Künstlern, deren Schaffen unsere Welt auf Dauer prägte. Man kokst, trinkt, ätzt, hasst, schreibt, malt, zieht sich gegenseitig an und stößt sich ab, liebt und verflucht sich. Es ist ein Jahr, in dem alles möglich scheint. Und doch wohnt dem gleißenden Anfang das Ahnen des Verfalles inne. Literatur, Kunst und Musik wussten schon 1913, dass die Menschheit ihre Unschuld verloren hatte. Der Erste Weltkrieg führte die Schrecken alles vorher schon Erkannten und Gedachten nur noch aus. Florian Illies lässt dieses eine Jahr, einen Moment höchster Blüte und zugleich ein Hochamt des Unterganges, in einem grandiosen Panorama lebendig werden.
Malewitsch malt ein Quadrat, Proust begibt sich auf die Suche nach der verlorenen Zeit, Benn liebt Lasker-Schüler, Rilke trinkt mit Freud, Strawinsky feiert das Frühlingsopfer, Kirchner gibt der modernen Metropole ein Gesicht, Kafka, Joyce und Musil trinken am selben Tag in Triest einen Cappuccino – und in München verkauft ein österreichischer Postkartenmaler namens Adolf Hitler seine biederen Stadtansichten.
Florian Illies, 1913 - Der Sommer des Jahrhunderts, S. Fischer Verlag
(www.fischerverlage.de), 320 Seiten, Sachbuch, Hardcover,
ISBN 978-3-10-036801-0, 19,99 Euro.

 

KabelsalatWie ich einem kaputten Kabel folgte und das Innere des Internets entdeckte
Andrew Blum, Kabelsalat

Faszinierend! Das Internet zum Anfassen! Eine Reise, die man so nicht erwartet hat – aber wie oft ist auch hier der Weg das Ziel.
Wir sind ständig online, ziehen Daten aus der Cloud, alles funktioniert wireless. Was das heißt, hat Andrew Blum nie richtig verstanden. Als ein Eichhörnchen das Internetkabel in seinem Garten anknabbert, wird ihm klar: Das Internet ist ein Ding zum Anfassen. Er folgt dem Kabel und eine faszinierende Reise zu den verborgenen Orten und Knotenpunkten des World Wide Web beginnt: So analog ist digital.
Andrew Blum besucht die physischen Kathedralen der digitalen Welt und vollbringt das Wunder, dass wir uns das »Zauberding« Internet endlich vorstellen können. Er führt uns beispielsweise durch den DE-CIX in Frankfurt, einen gigantischen Knotenpunkt, den fast alle deutschen Mails auf ihrem Weg in die Welt passieren. In die monumentalen Datenspeicher von Google, Microsoft und Facebook, die ganzen Städten gleichen und in denen Nanosekunden eine Ewigkeit bedeuten. Und wir sehen Kabel, die in abgeschiedenen Küstenorten im Ozean verschwinden, wo sie am Meeresgrund die Kontinente miteinander verbinden. Letztlich ist das Internet so real wie jedes Straßen- oder Eisenbahnnetz zuvor – und genauso angreifbar. Wir alle sind online. Wir sollten wissen, was das bedeutet.
Andrew Blum, Kabelsalat (Originaltitel: Tubes), Knaus Verlag (www.knaus-verlag.de), gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 320 Seiten, ISBN 978-3-8135-0388-3, 19,99 Euro.

 

ZauberderWirklichkeitRichard Dawkins,
Der Zauber der Wirklichkeit
Die faszinierende Wahrheit
hinter den Rätseln der Natur

Locker, entspannt, macht Spaß zu lesen, ein wundervoll illustriertes Buch.
Von Adam und Eva bis zu Gilgamesch: Richard Dawkins erzählt die Mythen der Menschheit und erklärt die wissenschaftliche Wahrheit, die hinter ihnen steckt. Seit jeher hat die Menschheit versucht, sich die rätselhafte Natur durch Mythen begreiflich zu machen. Auf den Herbst folgt der Winter, weil Hades, der Gott der Unterwelt, Persephone in sein Reich entführt hat und die blühende Natur mit ihr; in Wirklichkeit gibt es unterschiedliche Jahreszeiten, weil die Erdachse geneigt ist. Und die Welt entstand auch nicht, weil der indische Gott Vishnu seinem Diener Brahma ihre Erschaffung auftrug, sondern durch den Urknall. Dies beweist: So wunderbar die Mythen sind, weitaus spannender werden die Phänomene, wenn man sie wissenschaftlich betrachtet. Genau das tut Richard Dawkins, indem er die Wahrheit hinter den Rätseln erklärt. Ein faszinierendes, üppig illustriertes Buch, das den Zauber der Wirklichkeit feiert.
Richard Dawkins, Der Zauber der Wirklichkeit, Ullstein Verlag
(www.ullsteinbuchverlage.de), 272 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag,
ISBN 9783550088506, 26,99 Euro.

 

DemenzManfred Spitzer, Digitale Demenz
Wie wir uns und unsere Kinder
um den Verstand bringen


Da muss man doch sofort digital abstinent werden – extrem und macht extrem nachdenklich.
Digitale Medien nehmen uns geistige Arbeit ab. Was wir früher einfach mit dem Kopf gemacht haben, wird heute von Computern, Smartphones, Organizern und Navis erledigt. Das birgt immense Gefahren, so der renommierte Gehirnforscher Manfred Spitzer. Die von ihm diskutierten Forschungsergebnisse sind alarmierend: Digitale Medien machen süchtig. Sie schaden langfristig dem Körper und vor allem dem Geist. Wenn wir unsere Hirnarbeit auslagern, lässt das Gedächtnis nach. Nervenzellen sterben ab, und nachwachsende Zellen überleben nicht, weil sie nicht gebraucht werden. Bei Kindern und Jugendlichen wird durch Bildschirmmedien die Lernfähigkeit drastisch vermindert. Die Folgen sind Lese- und Aufmerksamkeitsstörungen, Ängste und Abstumpfung, Schlafstörungen und Depressionen, Übergewicht, Gewaltbereitschaft und sozialer Abstieg. Spitzer zeigt die besorgniserregende Entwicklung und plädiert vor allem bei Kindern für Konsumbeschränkung, um der digitalen Demenz entgegenzuwirken.
Manfred Spitzer, Digitale Demenz, Droemer Knaur Verlag (www.droemer-knaur.de),
368 Seiten, ISBN 978-3-426-27603-7, 19,99 Euro.

 

RandallLisa Randall,
Die Vermessung des Universums

Ein unterhaltsamer, lehrreicher Einblick in die faszinierende Welt der Physik und gleichzeitig ein Lob der kreativen Fähigkeiten des menschlichen Geistes und der Wissenschaft.
In keiner anderen Naturwissenschaft kündigen sich so umwälzende und aufregende Erkenntnisse für Mensch und Kosmos an wie in der Physik. Das große Ziel ist es, so kleine Dinge wie Atome und so große wie Galaxien einheitlich zu erklären. Doch wie soll das gelingen? In ihrem neuen Buch berichtet Besteller-Autorin Lisa Randall spannend und anschaulich aus den Laboren und Denkfabriken ihrer Kollegen: Welchen Fragen gehen Physiker nach? Welche Rolle spielen so gigantische Apparate wie der Teilchenbeschleuniger im CERN? Was hat es mit der Suche nach dem Higgs-Boson auf sich? Wie hängt angewandte mit theoretischer Physik zusammen? Lisa Randall zeichnet das Bild der gegenwärtigen Physik in all ihren Facetten und lässt ganz konkret werden, wie die moderne Grundlagenforschung funktioniert.
Lisa Randall, Die Vermessung des Universums, S. Fischer Verlag (www.fischerverlage.de), Hardcover, 464 Seiten, gebunden mit Abb., ISBN 978-3-10-062806-0, 24,99 Euro.

 

Brian Clegg, Vor dem UrknallBrian Clegg, Vor dem Urknall

Eine fantastische Reise hinter den Anfang der Zeit – fesselnd wie ein Thriller, informativ, ohne lehrhaft zu sein.
Die Idee des «Big Bang» hat mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet. Noch ist sie die favorisierte Theorie über den Beginn des Universums, möglicherweise aber nicht mehr lange. Denn wenn das Universum aus dem Urknall hervorging, woher kam er dann, und was war davor? Eine unglaubliche Reise in die dunkelsten Tiefen der Vergangenheit und ein Blick in Gottes letzten Schlupfwinkel.
Brian Clegg, Vor dem Urknall, Rowohlt Hardcover
(www.rowohlt.de), 352 Seiten, ISBN 978-3-498-00939-7,
19,95 Euro.

 

 

Jan Frölich/Gerd Lehmkuhl, Computer und Internet erobern die KindheitJan Frölich/Gerd Lehmkuhl, Computer und Internet
erobern die Kindheit
Vom normalen Spielverhalten bis zur Sucht und deren Behandlung

Googeln, chatten, surfen – was macht das mit unseren Kindern? Die modernen digitalen Medien haben innerhalb weniger Jahre das Freizeit- und Kommunikationsverhalten komplett revolutioniert. Welche Folgen hat der Medienkonsum für die psychische und körperliche Gesundheit von Kindern und Jugendlichen? Wann kann man von einem Suchtverhalten sprechen? Dieses Buch beschreibt aus klinisch-psychiatrischer Sicht die veränderten Sozialisationsbedingungen, die durch Nutzung digitaler Medien ausgelöst werden, und deren Folgen bei Kindern und Jugendlichen. Nach einem Überblick über die Mediengewohnheiten der „digitalen Generation“ gehen die Autoren detailliert auf die Gefahren exzessiver Mediennutzung ein – Beeinträchtigungen des emotionalen Empfindens und der kognitiven Prozesse, Computerspiel- und Internetsucht sowie Cybermobbing. Psychopathologische Risikokonstellationen, z.B. ADHS und Computerspielsucht, werden anhand von Fallbeispielen praxisnah erörtert. Dabei werden die Diagnosekriterien eingehend behandelt. Auf die zentrale Frage, wie eine effektive und nachhaltige Therapie geplant und durchgeführt werden kann, wird ausführlich eingegangen. Beratungsmöglichkeiten, präventive Medienarbeit in Schulen sowie Aspekte des Jugendmedienschutzes runden das Buch ab.
Jan Frölich/Gerd Lehmkuhl, Computer und Internet erobern die Kindheit, Schattertauer Verlag (www.schattauer.de), 220 Seiten, 30 Abb., 17 Tab., kart., ISBN 978-3-7945-2771-7,
29,95 Euro.

 

Faszination ApokalypseThomas Grüter,
Faszination Apokalypse

Zeigt, was alles schon da war an Untergangs-Phantasien, hochinteressant. Lesen und keine Angst mehr vor 2012!
Schon immer haben die Menschen geglaubt, dass es mit der Welt irgendwann zu Ende geht. Kriege, Kometen, Seuchen und Hungersnöte galten in früheren Zeiten als sichere Zeichen des bevorstehenden Weltuntergangs. Und seit unser Planet als begrenzter Raum wahrgenommen wird, fürchten die Menschen, dass die Erde auch auf ganz weltliche Weise zerstört werden könnte. Bis heute beeinflussen Weltuntergangsszenarien die praktische Politik. All diese Aspekte des Weltendes untersucht Thomas Grüter in seinem neuen Buch. Dabei beleuchtet er auch die psychologischen Hintergründe und analysiert die aktuellen Endzeitideen.
Thomas Grüter, Faszination Apokalypse, Scherz Verlag (www.fischerverlage.de),
Hardcover, ISBN 978-3-502-15192-0, 18,95 Euro.

 

Ullstein ChronikAnne Enderlein (Hrsg.),
Ullstein Chronik 1903-2011

Hochinteressant, ein veritables Zeitdokument, Lesefreude und Fundgrube zugleich.
Die Ullstein Buchverlage blicken auf eine über hundertjährige Tradition zurück. Beginnend im Jahr 1903 führten die Ullstein-
Brüder die Bücher im Zeichen der Eule zum Erfolg. Kein Verlag spiegelte den Zeitgeist der neuen Metropole Berlin in gleichem Maße wider. Dem Glanz der ersten Jahrzehnte folgten die Enteignung und Vertreibung der Familie Ullstein während der
NS-Zeit, der Neuanfang nach dem Krieg und die Ägide der Axel-
Springer-AG, bevor Ullstein schließlich unter das Dach der schwedischen Bonnier-Gruppe zog. Große Namen prägen dieses Haus – Gerhart Hauptmann, Vicki Baum und Erich Maria Remarque zählen ebenso dazu wie John le Carré, Jo Nesbø und Richard Dawkins. Das spannende Porträt eines Verlages, der es verstanden hat, inhaltliche Qualität und kommerziellen Erfolg zu vereinen.
Anne Enderlein (Hrsg.), Ullstein Chronik 1903-2011, Ullstein Buchverlage
(www.ullsteinbuchverlage.de), 560 Seiten, ISBN 9783550088803, 49,90 Euro.

 

PyramidenFrank Müller-Römer, Der Bau der Pyramiden im Alten Ägypten

Ein Muss für alle, die sich ernsthaft mit dem Bau der Pyramiden auseinandersetzen wollen – also nichts für Anhänger einer Außerirdischen-Theorie.
Bzw. gerade für die!

Seit Jahrhunderten beschäftigt die Frage, wie die Pyramiden im Alten Ägypten gebaut wurden, die ganze Welt. Eine überzeugende Antwort allerdings, die sämtliche historische Umstände berücksichtigt, konnte bislang noch nicht präsentiert werden. Der Ingenieur und Ägyptologe Frank Müller-Römer stellt auf der Grundlage neuester Forschungen dar, mit welchen Werkzeugen und Bauverfahren die Baumeister der Pharaonen ihre Grabdenkmäler errichtet haben. Die hier beschriebene Bauweise – mit Rampen und Seilumlenkrollen – stützt sich ausschließlich auf archäologische Befunde und auf den Stand der damaligen Bautechnik, im Gegensatz zu den bisherigen Hypothesen. Darüber hinaus werden Lösungen für weitere, bisher ungeklärte Fragen, wie das gefahrlose Aufsetzen des Pyramidion und die Glättung der Außenflächen, präsentiert.
Für die Cheopspyramide, die Pyramide des Mykerinos sowie für die Rote Pyramide werden die Bauzeiten aufgrund der neuen Erkenntnisse neu berechnet: Sie stimmen mit den historisch überlieferten Daten ein. Prof. Dr.-Ing. Dr.phil. Frank Müller-Römer, Jahrgang 1936, studierte an der Technischen Hochschule Stuttgart Nachrichtentechnik. Anschließend arbeitete er
13 Jahre bei der Siemens AG in Stuttgart, Reutlingen und München. Von 1975 bis 1994 war er als Technischer Direktor und Mitglied der Geschäftsleitung des Bayerischen Rundfunks tätig. 1995 übernahm er eine Honorarprofessur an der Technischen Hochschule Mittweida
(Sachsen) und studierte parallel dazu ab 1997 an der LMU München Ägyptologie. Im Februar 2008 schloss er sein zweites Studium mit einer Promotion zur Bautechnik der Pyramiden im Alten Ägypten ab.
Frank Müller-Römer, Der Bau der Pyramiden im Alten Ägypten, Herbert Utz Verlag
(www.utzverlag.de), Hardcover, 448 Seiten, ISBN 978-3-8316-4069-0, 39 Euro.

 

Robert I. Simon, Die dunkle Seite der SeeleRobert I. Simon,
Die dunkle Seite der Seele

Die Wirklichkeit ist abgründiger als jede Phantasie –
ein Buch, das nachdenklich macht.

Ein faszinierendes Buch über die Abgründe im Menschen. Serienmörder, Vergewaltiger und Verbrecher üben eine starke Faszination aus, die sich in Büchern, Filmen oder Fernsehserien niederschlägt. Aber tatsächlich sind Psychopathen in modernen Gesellschaften oft sehr erfolgreich - soziale Chamäleons, die nicht erkannt werden und die geschickt ihre Mitmenschen manipulieren und schädigen. Der forensische Psychiater Robert I. Simon berichtet aus langjähriger Erfahrung über die «bösen Menschen». Aber er zeigt auch, welch schmaler Grat liegt zwischen ihren tatsächlichen Gewalthandlungen und den Träumen aller anderen. Erst wenn man dem «Bösen» mit Empathie begegnet und begreift, warum bei manchen Menschen die Schutzmechanismen versagen, erkennt man sich selbst und die eigene dunkle Seite besser. Mit Vorworten von Thomas G. Gutheil und Lutz Jäncke. Aus dem Englischen übersetzt von Jürgen Neubauer.
Robert I. Simon, Die dunkle Seite der Seele, Verlag Hans Huber
(www.verlag-hanshuber.com), 327 Seiten, ISBN 978-3-456-84926-3, 24,95 Euro.

 

Joris Karl Huysmans, Die Geheimnisse der GotikJoris Karl Huysmans,
Die Geheimnisse der Gotik


Zeigt die Gedankengänge Huysmans,
macht Lust auf mehr Huysman.
Geheimnisse der Gotik – aufgezeigt an drei Kirchen: Notre-Dame, Saint-Germain-l´Auxerrois und Saint-Merry, alle in Paris, sowie an den Werken dreier bedeutender Maler: Matthias Grünewald, Bartolomeo Veneto und dem Meister von Flémalle. Allen gemeinsam ist „eine fliehende Sicht aus dem Sinnlichen auf ferne Unendlichkeiten", ein mystischer Naturalismus, wie ihn auch Huysmans selbst anstrebte.
Joris Karl Huysmans, Die Geheimnisse der Gotik, Übersetzer:
Stefanie Strizek, P. Kirchheim Verlag (www.kirchheimverlag.de), 240 Seiten, 15 Abbildungen, ISBN 3-87410-044-8, 24,90 Euro.

 

Joep Pohlen, LetterfontaeneJoep Pohlen, Letterfontäne

Alles, was Sie jemals über gedruckte Buchstaben und Zahlen erfahren wollen.
Letterfontäne ist ein einzigartiges Handbuch über die gedruckte Schrift - beginnend mit den ersten Versuchen des Menschen, sich mit visuellen Zeichen und Zeichnungen zu verständigen. Das Buch behandelt die Form und Anatomie jedes Buchstabens im Alphabet (einschließlich der Satz- und Sonderzeichen). Es erklärt die Verbindungen zwischen einzelnen Schriftarten und bedeutenden Kunstwerken und -strömungen von Gutenbergs Zeit bis heute. Es thematisiert die Ästhetik des digitalen Zeitalters und gibt typografische Empfehlungen, etwa zur Wahl der geeigneten Schriftart für einen bestimmten Auftrag. Abgerundet wird das Handbuch durch einen eingehenden Vergleich serifenbetonter und serifenloser Schriftarten, einen Essay über Maßsysteme und Zeichen, Ratschläge zu typografischen Regeln und eine Anleitung zur Entwicklung
digitaler Schriftarten.
Über 150 Schriftarten, ihre Ursprünge und Merkmale werden ausführlich abgehandelt und durch ganzseitige Schriftschnitt-Tabellen veranschaulicht. Der umfangreiche Anhang enthält einen allgemeinen Index, einen Index der Schriftarten (im Buch sind mehr als 300 abgebildet), einen Index mit mehr als 250 Schriftarten-Designern, einen ausführlichen Index mit Schriftgießereien, ein Grafik-Wörterbuch und eine Liste weiterführender Literatur. Letterfontein, die niederländische Originalausgabe, erhielt 2010 ein Certificate for Typographic Excellence des Type Directors Club New York (TDC) und einen red-dot design award des Design-Zentrums Nordrhein-Westfalen.
Joep Pohlen, Letterfontäne, Taschen Verlag (www.taschen.com), Hardcover, 640 Seiten, ISBN 978-3-8365-2510-7, 49.99 Euro.

 

Das Buch der SymboleDas Buch der Symbole, Betrachtungen zu archetypischen Bildern

Symbole und ihre Bedeutung in der Geschichte – jeder Artikel kurz, aber trotzdem lang genug, und wunderbar zum Schmökern!
The Book of Symbols vereint eigens für dieses Buch verfasste Kurzessays über einzelne Symbole mit repräsentativen Abbildungen aus allen Erdteilen und Epochen. Das ganz besondere Zusammenspiel der überaus eingängigen Texte mit den über 800 Farbabbildungen enthüllt zahlreiche verborgene Bedeutungsebenen. Jeder der annähernd 350 Essays untersucht den spirituellen Hintergrund des jeweiligen Symbols und die Entstehung dynamischer spiritueller Prozesse. Etymologische Wurzeln, das Spiel der Gegensätze, Paradoxe und Schatten sowie kulturelle Unterschiede – all diese Gesichtspunkte werden angesprochen. Die von Autoren aus den Bereichen Psychologie, Religion, Kunst, Literatur und vergleichende Mythenkunde verfassten Essays verfließen auf eine Weise miteinander, welche die unerwarteten Konvergenzen der Psyche widerspiegelt. Dabei gibt es jedoch keine fertigen Definitionen, die der Symbolkraft eher schaden würden; vielmehr bleibt ein bis heute lebendiges Symbol teilweise rätselhaft, fordert unsere Aufmerksamkeit und entfaltet mit der Zeit neue Bedeutungen und Manifestationen. Anstelle bloßer Kategorisierung verdeutlicht The Book of Symbols den Schritt von der visuellen Wahrnehmung eines Symbolbilds in Kunst, Religion, Alltag oder Traum hin zum unmittelbaren Erleben seiner persönlichen und psychologischen Resonanz.
The Book of Symbols setzt neue Standards für eine bedachtsame Erkundung der Symbole und ihrer Bedeutungen und wendet sich an eine breite Leserschaft – an Künstler, Designer, Träumer und Traumdeuter, Psychotherapeuten, Selbsthelfern, Fans von Videospielen, Lesern von Comics, Suchende von Glauben und Spiritualität, Schriftsteller, Studenten und alle, die sich für die Kraft archetypischer Bilder interessieren. Ausgehend von Carl Gustav Jungs Arbeiten über den Archetypus und das kollektive Unbewusste beherbergt das Archive for Research in Archetypal Symbolism (ARAS) mythologische, ritualistische und symbolhafte Bildnisse aus allen Erdteilen und sämtlichen Epochen menschlichen Erlebens. Die durch Kommentare über den jeweiligen kulturhistorischen Kontext ergänzte Sammlung aus 17.000 fotografischen Bildnissen erkundet die Universalität archetypischer Themen und liefert ein Zeugnis von den tiefen, beständigen Zusammenhängen alles Lebendigen.
Das Buch der Symbole, Betrachtungen zu archetypischen Bildern, Archive for Research in Archetypal Symbolism (ARAS), Taschen Verlag (www.taschen.com), Hardcover, 808 Seiten, ISBN 978-3-8365-2572-5, 29.99 Euro.

 

Wolfram Frietsch, Die IlluminatenWolfram Frietsch,
Die Illuminaten

Spannung pur bietet die (wahre) Geschichte des geheimnisumwitterten Illuminatenordens, der schon bei der Gründung nach der Weltherrschaft gestrebt und in gegenwärtigen Thrillern den Vatikan in die Luft zu sprengen versucht haben soll.
Dan Browns Megaseller „Illuminati“ ist in Wahrheit nur die Spitze eines Eisbergs mehr oder weniger fiktiver Werke, die den Illuminatenorden mehr oder weniger (historisch) korrekt in den Mittelpunkt verschiedenster Verschwörungstheorien stellen. Was es mit diesem geheimnisumwitterten Orden tatsächlich auf sich hat, untersucht Wolfram Frietsch im Buch
 „Die Illuminaten“. Man kann ruhigen Gewissens behaupten, dass auch die Fakten genug Spannung bieten; einer Fiktion bedarf es bei der Behandlung der Geschichte des Illuminatenordens wahrlich nicht. Bereits die Gründung des Ordens durch Adam Weishaupt im 18. Jahrhundert gibt Rätsel auf: Was war der Zweck dieser Gemeinschaft? Wollte man die Regierung Bayerns stürzen? Strebte man die Weltherrschaft an? Nicht genug der Rätsel: Auch (vermeintliche) Mitglieder des Illuminatenordens geben solche auf. Angefangen von Galileo Galilei in Dan Browns „Illuminati“ bis hin zu amerikanischen Präsidenten, konkret Thomas Jefferson, sollen viele historische „große Männer“ Mitglieder des Ordens gewesen sein – zumindest im Falle Galileis ein wenig „kompliziert“, starb der berühmte Astronom doch bereits mehr als 130 Jahre vor der Ordensgründung! Andererseits gibt es aber auch unter den quasi verbürgten Mitgliedern des Illuminatenordens genug bekannte Namen: Johann Wolfgang von Goethe beispielsweise oder Johann Gottfried Herder und Adolph Freiherr von Knigge. Im Falle von Goethe bestätigt sich übrigens der eingangs erwähnte Satz, wonach in der Geschichte der Illuminaten genug Spannung auch ohne neue Fiktion besteht: Erst vor wenigen Jahren wurde seine geheime handschriftliche Beitrittserklärung in Moskau aufgestöbert.
Neben der Geschichte, den Zielen, Ritualen, Chiffren und Symbolen des Geheimordens geht Frietsch natürlich auch auf die verschiedenen Verschwörungstheorien ein, die die Illuminaten bis heute umkreisen und sie nach wie vor zum gefundenen Fressen für Thrillerspezialisten aller Art machen.
Wolfram Frietsch, Die Illuminaten, Leopold Stocker Verlag (www.stocker-verlag.com),
160 Seiten, durchgehend S/W- und Farbabbildungen, Großformat, Hardcover,
ISBN 978-3-85365-248-0, 29,90 Euro.

 

Klaus Reichold und Thomas Endl, Ludwig foreverKlaus Reichold & Thomas Endl, Ludwig forever

Die zweihundert verblüffendsten Seiten über den bayerischen Märchenkönig – spannend wie ein Mystery-Thriller und gleichzeitig fundiert und hochaktuell!
Ludwig II, König von Bayern, wurde zu einer Ikone – wie Marilyn Monroe oder Michael Jackson. Der Historiker Klaus Reichold und der Regisseur Thomas Endl haben sich auf die Spuren Ludwigs begeben und Erstaunliches herausgefunden. Er dinierte bei Eis und Schnee im Freien, pflegte Konversation mit imaginären Tischgästen wie Madame Pompadour und ließ sich das erste elektrisch beleuchtete Fahrzeug der Welt bauen. Wie lässt sich erklären, dass ausgerechnet der menschenscheue und komplexbeladene Herrscher eines unbedeutenden Königreichs zu einem weltweit diskutierten Mythos geworden ist? Ludwig II. war nämlich keineswegs nur glamourös, exzentrisch und größenwahnsinnig, sondern auch egoman, wenn nicht sogar autistisch. Dieses Buch ist dem Geheimnis seiner Faszination auf der Spur. Klaus Reichold und Thomas Endl haben bislang unbekannte Dokumente aufgestöbert und nehmen ihre Leser atmosphärisch mit in Ludwigs Welt. Außerdem lassen sie heutige kongeniale Köpfe – etwa den Eventkünstler Olafur Eliasson oder die Stararchitekten Jacques Herzog und Pierre de Meuron – zu Wort kommen. Die zweihundert verblüffendsten, unterhaltsamsten und sinnlichsten Seiten über den bayerischen Märchenkönig!
Klaus Reichold und Thomas Endl, Ludwig forever, Hoffman und Campe Verlag
(www.hoffmann-und-campe.de), 224 Seiten, ISBN 978-3-455-50200-8, 24 Euro.

 

Ilga Eger, Mein Traum vom LandgartenDeutscher Gartenbuchpreis 2011
Ilga Eger,
Mein Traum vom Landgarten

Hinreißend schön – erst anschauen, dann den Spaten in die Hand nehmen und handfest träumen! Ilga Eger ist für ihr Buch „Mein Traum vom Landgarten“ beim Deutschen Gartenbuchpreis 2011 ausgezeichnet worden. Die Jury wählte das Buch auf Platz 3 in der Kategorie Bildband.
„Zurück zu den Wurzeln“ – so lautet das neue Motto vieler leidenschaftlicher Gärtner und Gärtnerinnen. Stress und Hektik bestimmen immer häufiger unseren Arbeitsalltag. Für viele Menschen wird der Garten fernab von allem Trubel der Städte zum ruhenden Pol. Den Pelargonien und Dahlien beim Wachsen zuzusehen, mit dem Gemüse und Kräutern aus dem Garten zu kochen oder einfach die Ruhe unter dem Apfelbaum zu genießen, klingt nach tief empfundenem Glück. Ilga Eger hat Gartenliebhaber besucht, die solch einen Garten bereits ihr Eigen nennen und erzählt in sehr persönlichen Porträts von ihren Landgärten und Gartenerfahrungen.
Angesprochen werden nicht nur diejenigen, die ihren Traum vom Landleben leben, sondern auch diejenigen, die von einem Landgarten träumen und ein Stück weit in der Stadt umsetzen wollen. Atmosphärische Aufnahmen wecken dabei die Sehnsucht, sofort mit dem Säen und Pflanzen zu beginnen!
Ilga Eger, Mein Traum vom Landgarten, Callwey Verlag (www.callwey.de), 176 Seiten,
250 Abbildungen, ISBN 978-3-7667-1876-1, 29,95 Euro.

 

Thomas Hofer, Die Tricks der PolitikerThomas Hofer,
Die Tricks der Politiker

Von Dominik Schönleben
Der Politikberater Thomas Hofer legt ohne Wertung die Kommunikationstricks der Politiker offen. Dabei führt er den Leser elegant an das komplexe Thema heran und weckt selbst bei politisch uninteressierten die Neugierde für die mediale Inszenierung unseres politischen Lebens. Thomas Hofers Blick hinter die Kulissen lässt den Leser die Auftritte und Werbekampagnen unserer Volksvertreter plötzlich in einem ganz neuen Licht wahrnehmen. Dabei stellt er „die Tricks der Politiker“ nicht als bösartige Manipulation der Öffentlichkeit dar, sondern als nötiges Übel unserer Demokratie, dem nicht alle unsere Politiker gewachsen sind. Welche Fehler unterlaufen können, oder wessen genialer Schachzug Auswirkung auf die Wahl hatte, führt er am Beispiel der österreichischen Politiklandschaft auf.
Gute Politiker überlassen nichts dem Zufall: Jede Ansage, jeder Auftritt ist wohl kalkuliert. Die Regierenden wissen exakt über die Meinung der Bevölkerung zu den Top-Themen Bescheid. Dieses Buch deckt die Geheimnisse der Politik-Inszenierung auf und zeigt, wie Politik in den Hinterzimmern der Macht entsteht. Woher wissen Politiker, was sie sagen müssen? Warum antworten sie nicht auf Journalistenfragen? Warum arten Wahlkämpfe meist zur Schlammschlacht aus? Wie designen Politiker ihr Image? Thomas Hofer, intimer Kenner des Politik-Business, gibt die Antworten.
Thomas Hofer, Die Tricks der Politiker, Ueberreuter (www.ueberreuter.at), Hardcover mit Schutzumschlag, 200 Seiten, ISBN 978-3-8000-7448-8, 22,95 Euro.

 

Thomas Grueter, Magisches DenkenThomas Grüter,
Magisches Denken

Von Dominik Schönleben
Warum glauben wir an Horoskope? Oder die Macht von Glücksbringern und Symbolen? Thomas Grüter analysiert stichhaltig, woher der Glaube der Menschen ans Übernatürliche kommt und stellt bekannte Phänomene durch wissenschaftliche Analyse bloß. Unterhaltsam führt er uns vor, wie früher und auch heute noch mit dem Glauben der Menschen viel Geld verdient wird. „Magisches Denken“ deckt auf, wieso die Menschen an etwas glauben, das mit wissenschaftlichem oder logischem Denken nicht haltbar ist – es ist ein Buch, das dem überzeugten Zweifler Freude bereitet.
Magie regiert die Welt, die Vernunft hat das Nachsehen. Auch zweihundert Jahre nach der Aufklärung ist magisches Denken überall verbreitet. So glauben mehr als zwei Drittel der Deutschen an gute und böse Vorzeichen. Kein Wunder: Für unser Gehirn sind magische Vorgänge ebenso plausibel wie solche, die mit den Mitteln der Wissenschaft in der Natur zu beobachten sind. Nicht nur Wunderheiler und Esoteriker bedienen sich des Glaubens an Magie, auch Religion und Magie sind eng verknüpft, und selbst Medizin und Wissenschaft sind nicht frei von magischem Denken.
Woher das magische Denken kommt, welche Auswirkungen es hat und warum es sich so hartnäckig hält, zeigt Thomas Grüter kritisch und anschaulich anhand vieler Beispiele.
Thomas Grüter, Magisches Denken, Scherz Verlag (www.fischerverlage.de), Hardcover, 320 Seiten, ISBN 978-3-502-15158-6, 18,95 Euro.

 

Anton A. Bucher, Die dunkle Seite der KircheAnton A. Bucher,
Die dunkle Seite der Kirche

Die Zeit, in der die katholische Kirche für ihre Gläubigen eine Quelle für Trost und Hoffnung war, scheint vorbei. Heute verbindet man Kindesmissbrauch, lebenslanges Leid, verleugnete Vaterschaft, eisiges Schweigen und Doppelmoral mit dieser kirchlichen Institution. Anton A. Bucher liefert in seinem Buch „Die dunkle Seite der Kirche“ ein neues Erklärungsmodell zum Thema Kindesmissbrauch in der katholischen Kirche.
„Wenn Theologen schreiben dann oft mit dem Hintergedanken: Was würde wohl der Bischof oder der Vatikan darüber denken? Aber irgendwann muss man auch das schreiben, wozu einen sein Gewissen verpflichtet!“, so beschreibt Bucher seine Motivation für das Schreiben dieses Buches. Der Autor analysiert die aktuelle Situation in Österreich, Deutschland und der Schweiz, setzt sich intensiv mit der Problematik der vaterlosen Priesterkinder auseinander und skizziert mögliche Lösungswege für eine Religion, in der Nächstenliebe keinen pikanten Unterton mehr hat.
Anton A. Bucher wurde 1960 in Altbüron in der Schweiz geboren. Er studierte Theologie und Pädagogik an der Universität Fribourg und habilitierte in Religionspädagogik an der Universität Mainz. Seit dem Jahr 1993 ist er Professor an der Universität Salzburg. 2000 habilitierte er zusätzlich in Erziehungswissenschaften, bevor er von 2004 bis 2006 das Amt des Dekans der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Salzburg inne hatte. Anton A. Bucher ist verheiratet und Vater von sechs Kindern.
Anton A. Bucher, Die dunkle Seite der Kirche, Galila Verlag (www.galila.at), 224 Seiten,
ISBN 978-3-902533-55-5, 21,90 Euro.

 

Jo Marchant, Die Entschluesselung des HimmelsDas Rätsel um den ältesten Computer der Welt
Jo Marchant,
Die Entschlüsselung des Himmels

Spannend wie ein Thriller und unglaublich wie ein
Mystery-Roman. Absolut lesenswert!

Eigentlich dürfte es ihn gar nicht geben, so modern ist er: der mechanische Kalendercomputer von Antikythera, ein Apparat, mit dem die Griechen um 100 vor Christus verschiedenste Kalendarien und Zeitzyklen vorausberechnen konnten, dazu die Bewegung der Himelskörper , den Verlauf von Sonne und Mond durch den altägyptischen Tierkreis und vieles mehr. Eine analoge Rechenmaschine auf hohem Niveau, die ohne Strom und Programmabstürze auskam. Seit hundert Jahren fasziniert dieser Fund die Forscher. Seine Entdeckung, Rekonstruktion und allmähliche Enträtselung sind eine schillernde Abenteuergeschichte, von Jo Marchant mitreißend erzählt.
Jo Marchant, Die Entschlüsselung des Himmels, Rowohlt (www.rowohlt.de), 304 Seiten, ISBN 978-3-498-04517-3, 22,95 Euro.

 

Ian Johnson, Die vierte MoscheeNazis, CIA und der islamische Fundamentalismus
Ian Johnson, Die vierte Moschee

Unglaublich aber wahr. München – neben Mekka, Jerusalem und Istanbul die wichtigste Moschee der Welt! Ein unerhörter Faktenthriller von der Entstehung und Ausbreitung des islamischen Fundamentalismus mit Hilfe Nazi-Deutschlands und der CIA.
Als der Journalist und Pulitzer-Preisträger Ian Johnson 2003 eine Londoner Buchhandlung betritt, macht er eine sensationelle und unheimliche Entdeckung: Als wichtigste Moscheen werden Mekka, Jerusalem, Istanbul und eine Moschee in München genannt. Warum München? Welche Moschee? Das islamische Zentrum von München wurde seit dem Dritten Reich und dem Kalten Krieg von Nazis, Agenten, gestrandeten Muslimen, islamistischen Fanatikern,von Akteuren aller Couleurs zum Bollwerk gegen die Sowjetunion aufgerüstet. Die CIA und andere Geheimdienste spinnen Intrigen, steuern Machtkämpfe und unterstützen radikale Islamisten der Moslembruderschaft – immer hinter dem Rücken der Öffentlichkeit. Das Drama, das sich in München abspielte, reichte vom politischen Skandal bis zur Schizophrenie der Ideologen und mündet in der jüngsten Zeitgeschichte: In der vierten Moschee wurde der Westen zum Paten des
11. September 2001.
Ian Johnson, Die vierte Moschee, Klett-Cotta Verlag (www.klett-cotta.de), 360 Seiten, ISBN 978-3-608-94622-2, 22,95 Euro.

 

Star-ClubUlf Krüger, Star-Club

Gelesen von Dominik Schönleben
Ein must-have für Fans der Beat-Musik. Für dieses Buch hat Ulf Krüger alles über die Legenden der Beat-Musik recherchiert, die je im weltberühmten „Star-Club“ in Hamburg zu sehen waren. Unter ihnen Black Sabbath, Jimi Hendrix und vor allem die Beatles. Die originalen Schwarz-Weiß Fotos lassen einen in Erinnerungen schwelgen an die Zeit, als man selbst noch zu den Besuchern von Beat-Clubs wie dem „Star-Club“
gezählt hat.
Hamburg in den Sechzigerjahren: Es herrschte Aufbruchstimmung in der Musikwelt, und die Beatmusik eroberte von der weltoffenen Hafenstadt aus ganz Deutschland. Eines der wichtigsten Zentren der neuen Musikszene war der Star-Club, der am 13. April 1962 im Hamburger Stadtteil St. Pauli eröffnete. Die Adresse war Programm: Große Freiheit 39. Im Star-Club gastierten Künstler wie The Searchers, Bill Haley, Chuck Berry, Jerry Lee Lewis, Little Richard, Jimi Hendrix, Black Sabbath, Cream, Ray Charles und vor allem schon 1962 die Beatles. Mit geradezu wissenschaftlicher Sorgfalt hat Autor Ulf Krüger Fakten, Dokumente, Augenzeugenberichte und rund 500 Fotos zusammengetragen, die nun teilweise erstmals publiziert werden. Das Ergebnis ist ein sorgfältig recherchiertes, umfassendes, reich bebildertes Buch, das mit viel Liebe für Details die Sechzigerjahre wieder lebendig werden lässt.
Ulf Krüger, Star-Club, Hannibal Verlag (www.hannibal-verlag.de), 300 Seiten, Broschur, ISBN 978-3-85445-329-1, 29,95 Euro.

 

Charlotte Janson, Letzte Reise und zurückCharlotte Janson,
Letzte Reise und zurück –
Wie es sich anfühlt tot zu sein

Gelesen von Julia Schuster
Endlich ein unbefangenes faszinierendes Buch über den Tod – neugierig, mit einer Prise schwarzem Humor, die es schafft, die Angst vor dem Tod zu mindern.
Der Tod ist allgegenwärtig, aber meistens schauen wir weg. Charlotte Janson schaut hin. Nach einer Nahtoderfahrung stellt sie sich die Frage aller Fragen: Wie fühlt es sich an, tot zu sein? Und begibt sich auf eine Reise in die Welt der letzten Dinge: Sie besucht Friedhöfe, forscht in Bestattungsinstituten und Krematorien, gibt ihre eigene Todesanzeige auf und liegt schließlich sogar in einem Sarg Probe. Ein bewegendes Buch, das den Tod zurück ins Leben holt – und ihm seinen Schrecken nimmt.
Vor 15 Jahren wurde bei Charlotte Janson eine potenziell lebensbedrohliche, unheilbare Krankheit diagnostiziert. 2008, nach einem Krankheitsschub, hängt ihr Leben am seidenen Faden. Aus dieser unmittelbaren Todesnähe heraus keimt in ihr der Wunsch, alles über den Tod herauszufinden. Mit einer einzigartigen Mischung aus Fakten, Geschichten und Rückblicken auf ihre eigenen Erfahrungen zeichnet sie ein außergewöhnliches Bild vom Leben und Sterben. Nachdenklich und ernsthaft, zugleich mit einer wunderbaren Leichtigkeit blickt Charlotte Janson stellvertretend für uns alle dem Tod ins Auge und holt ihn in unsere Gesellschaft zurück, aus der wir ihn weitgehend verbannt haben.
Charlotte Janson, Letzte Reise und zurück – Wie es sich anfühlt tot zu sein, Heyne Verlag (www.randomhouse.de), 272 Seiten, ISBN 978-3-453-16725-4, 19,95 Euro.

 

Gruber/Oberhummer/PuntigamGruber/Oberhummer/Puntigam Wer nichts weiss,
muss alles glauben

Gelesen von Peter Pollak
Klingt nach einem Spaßbuch, ist es aber nicht. Die Fragestellungen, so lustig sie auch sind, geben überraschende Antworten und belegen, das der Titel Recht hat: Wer nichts weiss, muss alles glauben.
Moderne Physik ist die Erfolgsgeschichte der Menschheit. Denn die Naturgesetze gelten immer und überall und für alle. Für Außerirdische genauso wie für uns. Vor der Physik sind alle gleich. Fantastisch. Trotzdem war Physik lange das meistgehasste Fach in der Schule, galt ein Physiker nicht als Sexsymbol. Aber seit es die Science Busters gibt, ist alles anders. Die „Chippendales der Physik“ (Alfred Dorfer) beweisen als schärfste Science Boygroup der Milchstraße, dass Topwissenschaft und Spitzenhumor keine Feinde sein müssen!
Sie stellen die wichtigen Fragen und können sie auch beantworten:
- Kann Beten tödlich sein?
- Was haben Orgasmus und Wachkoma gemeinsam?
- Wo kann man in einem Paralleluniversum am billigsten Urlaub machen?
- Wie bastelt man ein Blutwunder?
- Gelingt beim Lichtfasten das Abnehmen mit Energiesparlampen noch besser?
- Warum ist die Pest schuld am iPhone?
- Muss man für schweres Wasser Übergepäck zahlen?
- Kann die Auferstehung mit Antimaterie erklärt werden?
- Kann man Lamakot als MP3-Player verwenden?
- Wie feiern Goldfische Weihnachten?
- Kraftorte, Himalajasalz, Granderwasser – Evolutionsdruck durch Esoterik?
- Darf man mit einem homöopathischen Vollrausch noch Autofahren.
Gruber/Oberhummer/Puntigam, Wer nichts weiss, muss alles glauben, Ecowin Verlag
(www.ecowin.at), 240 Seiten, gebundenes Buch mit Schutzumschlag,
ISBN 978-3-902404-93-0, 21,90 Euro.

 

Len Fischer, SchwarmintelligenzLen Fischer, Schwarmintelligenz

Gelesen von Peter Pollak
Faszinierend, gibt tiefe Einblicke in das menschliche Verhalten in der Masse – und man erkennt, was man bisher falsch gemacht hat. Hinreißend geschrieben und ein Wegweiser für das Leben, wie es sein könnte. Oder sollte?!
Was hat das Schwarmverhalten von Tieren mit unserem Postboten oder sozialen Netzwerken wie Twitter zu tun? Len Fisher erklärt anschaulich wie kein anderer, wo wir die Intelligenz der Vielen im Alltag finden und wie sie funktioniert. Fisch- oder Vogelschwärme bewegen sich in verblüffenden Formationen. Jedes Tier hat seinen Platz, gelenkt durch unsichtbare Gesetzmäßigkeiten. Bienenschwärme peilen scheinbar wie von selbst die pollenreichste Blumenwiese an. Ameisen arbeiten nach so außerordentlich differenzierten Strukturen, dass Forscher die Ameisenkolonie mit einem Superhirn vergleichen. Unsere Begeisterung für die Schönheit komplexer Systeme in der Natur kommt nicht von ungefähr, sagt Len Fisher: Wir bewundern sie, weil wir uns selbst nach den gleichen Prinzipien organisieren. Fisher durchleuchtet den menschlichen Alltag und findet Schwarmintelligenz überall: bei unserer Suche nach dem besten Restaurant, dem Reißverschlussprinzip beim Einfädeln in den Verkehr und bei strategischen Entscheidungen von Kurierfahrern, die erkannt haben, dass dauerndes Linksabbiegen Zeit und Geld kostet. Wie kein anderer versteht er es, naturwissenschaftliche Gesetze lebensnah zu vermitteln und zu zeigen, wie wir sie im Alltag nutzen können.
Len Fischer, Schwarmintelligenz, Eichborn (www.eichborn.de),
ISBN 9783821865256, 19,95 Euro.

 

GartenirrtuemerMichael Breckwoldt, Kleines Lexikon der Gartenirrtümer

Sehr lesenswert - und man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus, was man für wahr gehalten hat, und was dann doch
nicht so ist
.
Rostige Nägel färben Hortensienblüten blau. Schattenrasen ist ideal für Gartenflächen mit wenig Sonne. Rote Beete sind immer rot. Sträucher müssen im Herbst geschnitten werden, damit sie im Frühjahr blühen. Alles richtig? Nein, sagt Gartenexperte Michael Breckwoldt. Auch dass alte Rosensorten robuster sind als moderne Züchtungen, Bauerngärten ihr Vorbild in den Klostergärten des Mittelalters haben oder Pflanzen nicht miteinander kommunizieren können, gehört ins Reich der Legendenbildung. Michael Breckwoldt verblüfft mit seinem Wissen nicht nur Laien, sondern auch erfahrene Praktiker. Ein Buch für alle Garten-, Balkon- und Terrassenbesitzer, das nützliche Tipps, Anekdoten und Kulturgeschichtliches auf höchst unterhaltsame Weise miteinander verbindet.
Michael Breckwoldt, Kleines Lexikon der Gartenirrtümer, Eichborn Verlag (www.eichborn.de), 224 Seiten, ISBN:9783821865164, 14.95 Euro.

Weitere empfehlenswerte Bücher vom selben Verlag:
"Kati Marton, Die Flucht der Genies“
und
"Gerhard Henschel, Menetekel“

 

Gray_Menschen_4cJohn Gray, Von Menschen und anderen Tieren

Von wegen Humanismus – John Gray öffnet die Augen für eine neue Weltanschauung. Öfter muss man innehalten, um eine Aussage zu überdenken. Spannend und herausfordernd – ob man nun den Thesen des Autors zustimmt oder nicht.
In John Grays bisher provokativstem Buch rechnet er schonungslos mit dem Humanismus ab. Der Mensch ist für ihn Homo rapiens geblieben, ein verblendeter Ausbeuter der Natur und seiner eigenen Gattung. Es ist Zeit, den Humanismus zu verwerfen, der die Natur und uns selbst zu Tode »kultiviert«. Der Humanismus ist die Ersatzreligion der Moderne, der es sich auf die Fahnen schreibt, alle Menschen zu emanzipieren. Aber wovon und warum eigentlich? Von ihrer Natur, zweibeinige hoch entwickelte Säugetiere zu sein? Diesen Humanismus, im Bann des unendlichen wirtschaftlichen wie kulturellen Fortschritts verwirft John Gray als
gefährliche, lebensbedrohende Ideologie und verabschiedet ihn. In »Menschen und andere Tiere«, das John Gray auf der ganzen Welt zu einem der wichtigsten Ideologiekritiker unserer Zeit gemacht hat, stellt er ein für alle Mal klar: Der Anspruch der Menschen auf eine Sonderstellung in der Natur, seine grenzenlose Selbstverherrlichung, führt unsere Welt und mit ihr die Menschen selbst in den Untergang.
John Gray, Von Menschen und anderen Tieren, Klett-Cotta (www.klett-cotta.de),
246 Seiten, ISBN 978-3-608-94610-9, 19,90 Euro.

Weiter empfehlenswert vom selben Verlag:
“Ap Dijksterhuis, Der kluge Unbewusste“

 

KleinOlaf Georg Klein,
Zeit als Lebenskunst

Für dieses Buch sollte man sich auf jeden Fall Zeit nehmen, auch wenn man meint, keine zu haben.
Wie kommt es, dass wir ständig von uns behaupten, wir hätten keine Zeit? Wie ist es um eine Gesellschaft bestellt, die sich aus freien Stücken unter das Diktat der Uhr begeben hat und sich dennoch immerzu beklagt über Zeitnot, Zeitdruck und Zeitmangel? Weshalb erliegen wir so oft dem Irrtum, Zeit sparen zu können, indem wir möglichst viele Dinge schneller – und am besten auch noch gleichzeitig – erledigen?
Olaf Georg Klein gibt Antworten auf diese Fragen und arbeitet an einer Fülle von anschaulichen Beispielen die historischen, philosophischen und ökonomischen Hintergründe heraus, die unser Zeitverständnis bestimmen. Nicht zuletzt ist sein Buch aber auch ein Plädoyer für einen neuen Umgang mit der Zeit und skizziert, was echte ›Zeitsouveränität‹ bedeuten würde und wie wir sie erlangen können.
Olaf Georg Klein, Zeit als Lebenskunst, Wagenbach (www.wagenbach.de), 240 Seiten,
ISBN 978-3-8031-2632-0, 12,90 Euro.

Weiter empfehlenswert vom selben Verlag:
“Wilfried Witte, Tollkirschen und Quarantäne –
Die Geschichte der Spanischen Grippe“

 

Kurt Kaindl, Die unbekannten EuropäerKurt Kaindl,
Die unbekannten Europäer

Inmitten des Kontinents gibt es sie – die unbekannten europäischen Nationalitäten. Man muss sie nur entdecken wollen. Ein fesselnder Fotoband zeigt sie uns, die Aromunen, Arbereshe, Sefarden, Sorben und Gottscheer.
Kurt Kaindl, Due unbekannten Europäer, Edition Fotohof im Otto Müller Verlag (www.omvs.at),
ISBN 3-7013-1060-2, 24 Euro.

 

 

Frederico Poletti, Das frühe 20. JahrhundertJahrhunderte der Kunst
Frederico Poletti,
Das frühe 20. Jahrhundert

Im Mittelpunkt dieses Bandes steht die Moderne, die mit ihren neuen ästhetischen Formen eine deutliche Zäsur in der Geschichte der Kunst darstellt. Wie in kaum einer Epoche vor ihr begründete die Kunst im frühen 20. Jahrhundert eine Fülle von neuen Genres. Ein einheitlicher, eine Epoche prägender Stil wurde von einer Vielzahl neuer Ismen abgelöst: Expressionismus, Kubismus, Futurismus, Konstruktivismus, um nur einige zu nennen. Diese Entwicklung umfasste auch Bereiche wie das Theater, das Ballett und die Architektur. Neue Orte erschienen auf der Landkarte der Kunst, z.B. Dessau, wo das Bauhaus residierte, und München, Heimat der Künstlergruppe Blauer Reiter, oder Zürich, wo der Dadaismus begründet wurde. Während von traditionellen Hochburgen der Kunst, wie Berlin und Paris, neue
Impulse ausgingen.
Repräsentiert werden die zahlreichen verschiedenen Kunstrichtungen dieser Epoche durch
60 Künstler, die der Band vorstellt, darunter Hans Arp, Salvadore Dali, Otto Dix, Lyonel Feininger, Wassily Kandinsky, Man Ray, Pablo Picasso und Yves Tanguy.
Frederico Poletti, Das frühe 20. Jahrhundert, Parthas Verlag (www.parthasverlag.de),
384 Seiten, durchgängig vierfarbig bebildert, ISBN 978-3-936324-68-6, 26,80 Euro.

 

Monica Lierhaus, Euro 2008Monica Lierhaus, Euro 2008 – Das Buch zur Fußball-EM

Sie ist Deutschlands einziges weibliches Fußball-Fernsehgesicht: Monica Lierhaus. Für die ARD stehen ihr der Trainer der deutschen Nationalmannschaft, Joachim Löw, und seine Spieler Rede und Antwort; für den Band »EM 2008« ist sie die Herausgeberin. Mit dem perfekt eingespielten Redaktionsteam unter der Leitung von Volker Kluge entsteht bereits während der Fußball-EM das große Nachschlagewerk über alle Spiele, Spieler, Tore, Highlights ... Das Buch bringt Live-Berichte von bekannten Sport-Journalisten vor Ort, spannende Reportagen von allen Spielen, viele großformatige Farbfotos, außerdem Hintergrundgeschichten und ausführliche Statistiken.
Monica Lierhaus, Euro 2008 – Das Buch zur Fußball-EM, Verlag Das Neue Berlin
(www.eulenspiegel-verlag.de), 192 Seiten, ISBN 978-3-360-01935-6, 19,90 Euro. Übrigens: Beim gleichen Verlag ist bereits Peking 2008 - Unser Olympiabuch in der Mache.

 

Pascal Bruckner, Der SchuldkomplexPascal Bruckner,
Der Schuldkomplex

Ganz eigener Blick auf Europa und uns selbst –
spannend und inspirierend!

Mit seiner jüngsten Streitschrift hat der bekannte französische Philosoph und Publizist Pascal Bruckner eine lebhafte Debatte über unser Verhältnis zur eigenen Geschichte entfacht. Ganz gleich ob wegen Sklaverei, kolonialer Vergangenheit oder Faschismus – in Europa ist das Sprechen über Schuld und Scham seit dem Zweiten Weltkrieg das höchste politische und moralische Gebot. Die permanente Büßerhaltung verstellt jedoch den Blick dafür, wie wir verantwortungsvoll mit der eigenen Geschichte umgehen und für die Zukunft aus ihr lernen können. Die Welt hasst uns, und wir verdienen es, ja wir lieben es geradezu, gehasst zu werden – so lautet jedenfalls die feste Überzeugung einer Mehrheit der Europäer. Seit 1945 sind wir es gewohnt, in einer übertriebenen, unreflektierten Büßerhaltung zu erstarren. Beinahe lustvoll, so scheint es, erinnern wir uns immer wieder an vergangene Kriege, religiöse Verfolgung, Diktatur oder Sklaverei. Oft genug handelt es sich dabei jedoch um bloße Lippenbekenntnisse.
In seinem mitreißenden Essay prangert der Philosoph und Schriftsteller Pascal Bruckner diesen »westlichen Masochismus« an und kritisiert die in Europa verbreitete Haltung, sich lieber jeder nur erdenklichen historischen Schuld zu bezichtigen, als hier und jetzt Verantwortung zu übernehmen. Thesenfreudig und meinungsstark setzt er sich mit unserem Geschichtsverständnis auseinander, ohne einem neuen Revisionismus das Wort zu reden. Bruckner geht es nicht darum, begangene Verbrechen zu relativieren, im Gegenteil: Er fordert vielmehr eine Debatte heraus, die nicht zu Geschichtsvergessenheit führt, sondern uns zeigt, wie wir die Erinnerung an historisches Unrecht für das Gestalten der Zukunft nutzen können.
Pascal Bruckner, Der Schuldkomplex, Pantheon Verlag (www.randomhouse.de), Paperback, 256 Seiten, ISBN 978-3-570-55045-8, 12,95 Euro.

 

Der Wagner-Clan - Autor Jonathan Carr ist totDer Wagner-Clan
Autor Jonathan Carr ist tot

Eine traurige Nachricht: Jonathan Carr, Autor und langjähriger Korrespondent der Financial Times in Frankfurt und Bonn, ist tot. Der Autor, dessen Buch „Der Wagner-Clan“ vor wenigen Tagen erst im Hoffmann und Campe Verlag erschienen ist, verstarb am 12. Juni.
Der Wagner-Clan - Autor Jonathan Carr ist totCarr, der sein Buch „so witzig, scharfzüngig und unterhaltsam“ schrieb, „wie man es in der umfangreichen Wagner-Literatur nur selten findet“ (Welt am Sonntag), wurde 1942 in Berkhamsted bei London geboren. Mehr als drei Jahrzehnte war er Auslandskorrespondent und Büroleiter der Financial Times in Frankfurt und Bonn. Für seine Reportagen aus Deutschland bekam er mehrere Preise. 1985 veröffentlichte er seine anerkannte und erfolgreiche Biografie von Helmut Schmidt. Es folgte unter anderem 1997 eine ebenso gelobte Biografie von Gustav Mahler. Als Wagner-Kenner und -Liebhaber besuchte er seit 1970 regelmäßig Bayreuth. Hoffmann und Campe-Verlagsleiter Günter Berg und Professor Dieter Borchmeyer werden den „Wagner-Clan“ am 28. Juli in der Markgrafenbuchhandlung in Bayreuth präsentieren und Jonathan Carr würdigen, der den großen Erfolg seines Buches leider nicht mehr erleben konnte.
Übrigens: Das Buch ist Lesevergnügen pur, ein gehöriges Stück Zeitgeschichte grandios verpackt. Jonathan Carr, Der Wagner-Clan, Hoffmann und Campe (www.hoffmann-und-campe.de), 496 Seiten, mit vielen Fotos, ISBN 978-3-455-50079-0, 25 Euro.

 

Otto Zierer/Anton Kammerl, München – eine Stadt und ihre Geschichten aus 850 JahrenOtto Zierer/Anton Kammerl, München – eine Stadt und ihre Geschichten aus 850 Jahren

850 Jahre München: Wer München in sein Herz geschlossen hat, liebt neben den Sehenswürdigkeiten auch seine lebendige Tradition und er liebt die Münchner und ihre ganz besonderen Eigenarten. 1958, anlässlich des 800. Stadtjubiläums, erzählte Otto Zierer in seinem Buch „Die Abenteuer der vielgeliebten Stadt München“ vom mal mehr und mal weniger glanzvollen Werdegang der berühmten Stadt. Zierers Enkelsohn Anton Kammerl hat in „München. Eine Stadt und ihre Geschichten aus 850 Jahren“ die schönsten Geschichten neu zusammengestellt und um Ereignisse aus den letzten fünf Jahrzehnten ergänzt. Oberbürgermeister Christian Ude hat dem Buch ein Vorwort vorangestellt.
Von der unbedeutenden Siedlung an den Ufern der Isar bis zur „Weltstadt mit Herz“, vom ersten Mönchskloster auf dem Petersbergl bis zum Jüdischen Zentrum am St.-Jakobs-Platz unternehmen Otto Zierer und Anton Kammerl eine kurzweilige Zeitreise durch die bewegte Stadtgeschichte Münchens. Heinrich der Löwe und Friedrich der Schöne kommen ebenso zu Wort wie der Salzkutscher Schwaben-Konrad und die Sedlmaier Zenta, die am Viktualienmarkt Gemüse verkauft. Die beiden Autoren erzählen von den Blütezeiten der Künste und Wissenschaften, von Festen und wirtschaftlicher Entwicklung, aber auch von Pest, Cholera und Hungersnöten, von Kriegen und Wiederaufbau. Außenpolitische Verwicklungen in den wechselhaften Beziehungen mit Österreich, Preußen und Frankreich und auch die innenpolitischen Turbulenzen wie die Lola-Montez-Affäre werden anekdotisch dargestellt. In vielen großen und kleinen, lustigen und tragischen Geschichten zeichnen Otto Zierer und Anton Kammerl ein facettenreiches und bewegendes Bild von München und seinen Bürgern, das Lust macht, sich selbst auf Spurensuche durch Münchens Stadtgeschichte zu machen.
Otto Zierer, 1909 in Bamberg geboren, studierte Philosophie und Geschichte in München und Heidelberg. Schon früh verfasste er insbesondere Geschichtsbücher, die – im national-
sozialistischen Deutschland verboten – in den Fünfzigerjahren zu Millionen-Bestsellern wurden. Für sein Lebenswerk wurde er mit dem Bayerischen Verdienstorden ausgezeichnet. Der Autor starb im Jahr 1983. Anton Kammerl, 1959 in München geboren, ist ein Münchner Kulturschaffender, leitet eine Markenagentur und verwaltet das literarische Vermächtnis seines Großvaters Otto Zierer.
Otto Zierer/Anton Kammerl, München – eine Stadt und ihre Geschichten aus 850 Jahren, LangenMüller Verlag (www.herbig.net), 304 Seiten mit histor. Abb. und Fotos,
ISBN 978-3-7844-3119-2, 19,90 Euro.

 

Walter-Jörg Langbein, Eine kurze Geschichte von GottWalter-Jörg Langbein,
Eine kurze Geschichte von Gott

Informativ und lesenswert.
Walter-Jörg Langbein gibt einen breiten Überblick über die vielen Gottesbilder der Religionen. Vom Vielgötterglauben der Urzeit bis zum Eingottglauben, vom Judentum und Christentum bis zum Islam und Buddhismus zeichnet der bekannte Religionswissenschaftler nach, wie der Mensch Orientierung
sucht. Er erklärt aber auch, warum der persönliche Glauben bis heute so wichtig ist.
Walter-Jörg Langbein, Eine kurze Geschichte von Gott, Aufbau Verlag (www.aufbau-verlag.de), Taschenbuch,
ISBN 978-3-7466-8151-1, 8,95 Euro.

 

Heinz Oberhummer, Kann das alles Zufall sein?Geheimnisvolles Universum
Heinz Oberhummer,
Kann das alles Zufall sein?

Man lernt nie aus – und mit diesem Buch macht es auch noch Spaß!
Das moderne Bild des Universums ist grandioser, als man es sich jemals auch nur annähernd vorstellen konnte. Aber je mehr wir über das Universum erfahren, umso mehr Geheimnisse tun sich auf. Was ist die rätselhafte Dunkle Materie und die noch mysteriösere Dunkle Energie? Wie nahe sind wir einer „Weltformel“ auf der Spur? Warum ist die Inflation die leistungsfähigste Theorie des Universums? Was war eigentlich vor dem Urknall? Warum sind die Sterne für unser Leben unabdingbar? Was ist die Ungeziefertheorie? Warum ist es unserer Generation vorbehalten, dass wir Leben außerhalb der Erde entdecken?
Heinz Oberhummer, Kann das alles Zufall sein?, Ecowin Verlag (www.ecowin.at),
208 Seiten, ISBN 978-3-902404-54-1, 22 Euro.

 

Dr. Oliver Erens, Zaubertricks für DummiesDr. Oliver Erens,
Zaubertricks für Dummies

In diesem Buch steckt alles drin, was Sie schon immer wissen wollten, um Ihre Mitmenschen zu verblüffen.
Zaubern macht dem Künstler selbst Spaß und bei Familie, Freunden und Kollegen einen guten Eindruck. In "Zaubertricks für Dummies" finden Sie Tricks, mit denen Sie ohne viel Vorbereitung und nur wenigen Utensilien das Publikum staunen lassen.
Dr. Oliver Erens, Zaubertricks für Dummies, Wiley-VCH Verlag (www.wiley-vch.de), 320 Seiten, Softcover,
ISBN 978-3-527-70320-3, 16,95 Euro.

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