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Philosophie

ChomskyNoam Chomsky,
Rebellion oder Untergang!
Ein Aufruf zu globalem Ungehorsam
zur Rettung unserer Zivilisation

Ein wichtiges Buch –
Auf- bzw. Erklärung mit Leidenschaft!

Eindrücklich wie nie zuvor klärt Chomsky über die existentiellen Bedrohungen durch Atomwaffen und den Klimawandel auf. Er stellt diese Bedrohungen in den Kontext einer nie da gewesenen globalen Macht der Konzerne, die mittlerweile die führende Rolle bei der Gestaltung unserer Zukunft übernommen haben. Noam Chomsky zeigt, dass sich globale Volksbewegungen mobilisieren müssen, um die Regierungen zu zwingen, sich der beispiellosen Herausforderung für das Überleben unserer Zivilisation zu stellen.

Noam Chomsky, geboren 1928, ist Professor emeritus für Sprachwissenschaft und Philosophie am M.I.T. Er hat die moderne Linguistik revolutioniert und zahlreiche Bestseller verfasst. Chomsky ist einer der weltweit bekanntesten linken Intellektuellen und seit jeher ein prominenter Kritiker der amerikanischen Politik wie auch des globalen Kapitalismus.

Noam Chomsky, Rebellion oder Untergang!, Westend Verlag (https://www.westendverlag.de), ISBN 9783864893148, 15 Euro.

 

SexSlavoj Žižek, Sex und das verfehlte Absolute

Unorthodox, provokant, fundiert, inspirierend – ein absolutes Leseabenteuer!

Scheinbar Unvereinbares miteinander zu vereinen und einen Materialismus ohne Materie zu schaffen - das unternimmt Slavoj Žižek in einer rigorosen Systematisierung seines philosophischen Denkens. In Auseinandersetzung mit philosophischen Gedankengebäuden von Hegel und Kant bis zu Alain Badiou und Julia Kristeva und unter Einbeziehung von Elementen aus Film- und Popkultur lässt Žižek auf dieser Basis einen neuen dialektischen Materialismus entstehen.

Sex und das verfehlte Absolute - das Opus Magnum von Slavoj Žižek. Ein Materialismus ohne Materie: das neue Konzept des großen Philosophen. Slavoj Žižek gilt als einer der radikalsten Denker der Gegenwart. Slavoj Žižek - Hegel-Kenner, Psychoanalytiker, Kapitalismuskritiker.

Unbestritten ist Slavoj Žižek einer der populärsten Philosophen des 21. Jahrhunderts. Seine über 60 Bücher, die in mehr als 40 Sprachen übersetzt wurden, werden weltweit gelesen und leidenschaftlich diskutiert. In seinem neuen Werk offenbart er ein neues philosophisches Konzept, einen Materialismus ohne Materie. Er postuliert darin Sex als unsere flüchtige Berührung mit dem Absoluten und beschreibt das Mäandern einer sexualisierten Zeit. Folgen Sie den brillanten Ausführungen von Slavoj Žižek und nehmen Sie mit diesem Buch teil an einem einzigartigen Gedankenexperiment!

Slavoj Žižek, Sex und das verfehlte Absolute, wbg Academic
(https://www.wbg-wissenverbindet.de), Hardcover mit Schutzumschlag, 592 Seite, ISBN 978-3-534-27243-3, 50 Euro.

 

Stoiker45 Lektionen für ein gutes Leben
Gregory Lopez/Massimo Pigliucci, Gelassen bleiben
mit
den Stoikern

Die Antwort auf unsere täglichen kleinen und großen Sorgen liegt in der Philosophie der Stoiker. Dieses Buch vermittelt auf sehr praktische und zugängliche Weise die wichtigsten Erkenntnisse, Konzepte und Techniken des Stoizismus und macht sie nutzbar für jeden.

In seinem Buch „Die Weisheit der Stoiker“ hat der Philosoph Massimo Pigliucci die antike Kunst der Gelassenheit für unsere Zeit neu entdeckt. Passend dazu und doch völlig eigenständig lesbar kommt nun dieses Handbuch - eine praktische Anleitung, die uns den Stoizismus noch einmal näher bringt und gleichzeitig hilft, die schlauen Fragen und Gedanken von Epiktet, Seneca und Marc Aurel in die Tat umzusetzen:

Was können wir im Leben beeinflussen und was nicht? Welche Ziele sollten wir anstreben und welche tunlichst vermeiden? Wie gehen wir dabei mit unseren Ressourcen um, mit unserer Energie und unserer Zeit? Das Buch ist unterteilt in 52 Lektionen, für jede Woche eine. Es wendet sich an alle, die nach einem Begleiter für einen glücklichen Alltag suchen.

Gregory Lopez/Massimo Pigliucci, Gelassen bleiben mit den Stoikern, Piper Paperback (https://www.piper.de), 432 Seiten, ISBN 978-3-492-06219-0, 20 Euro.

 

DuerrHans Peter Duerr,
Diesseits von Eden
Über den Ursprung der Religion

Eindrucksvoll, informativ, immer mitreißend.

Manche erleben die Präsenz von etwas Göttlichem beim Hören eines Musikstücks. Andere fühlen sich beim Zungenreden wie von einer fremden Macht besessen oder spüren in tiefer Trance und Ekstase eine Verbindung zur jenseitigen Welt. Das Mysteriöse, Unfassbare kann Furcht und Angst auslösen, fasziniert aber gleichwohl. Hinter diesen unerklärlichen Phänomenen vermuten Menschen Geister, Dämonen, Götter oder Wesen aus einer anderen Welt. Diese Erfahrung des Unverfügbaren kennzeichnet für Hans Peter Duerr den Beginn der Religion. Der bekannte Ethnologe geht in seinem neuen Buch der Frage nach, was religiöse Erfahrungen sind. Dazu zieht er zahlreiche ethnologische Studien und moderne neurowissenschaftliche Erkenntnisse heran.

Von den Anfängen der menschlichen Kultur in der Steinzeit bis zum New Age untersucht Hans Peter Duerr, wie unerklärliche Phänomene religiös gedeutet wurden. Er erzählt von Nahtod-Erfahrungen, von Marienerscheinungen, von Menschen, die mit den Toten kommunizieren und Liebesbeziehungen zu Geistern haben. Wort- und bildgewaltig entfaltet seine Studie ein opulentes Panorama der Menschheitsgeschichte.

Hans Peter Duerr, Diesseits von Eden, Insel (https://www.suhrkamp.de), gebunden,
751 Seiten, ISBN 978-3-458-17844-6, 38 Euro.

 

Brian Greene, Bis zum Ende der ZeitBrian Greene,
Bis zum Ende der Zeit
Der Mensch, das Universum und unsere Suche nach dem Sinn des Lebens

Spannend, visionär, kompetent, atemlos zu lesen wie
ein Science Fiction Thriller. Aber echt Wissenschaft.
Ein neuer Blick auf den Anfang und das Ende
unseres Universums.


Der weltbekannte Physiker Brian Greene schreibt die Geschichte des Universums, vom Urknall bis zu seinem Ende. Und die Geschichte des Menschen in diesem Universum. Er zeigt, wie sich in einem fast unendlichen Meer von Chaos und Unordnung Leben und Bewusstsein entwickeln konnten. Es ist eine Reise zu wandernden Planeten und wirbelnden Galaxien – und zugleich eine wunderbare Erzählung über das Streben des Menschen nach Sinn im Angesicht der Vergänglichkeit.

Brian Greene zählt zu den führenden Physikern auf dem Gebiet der Superstrings. Seit 1990 lehrt er an verschiedenen Universitäten und ist heute Professor für Physik und Mathematik an der Columbia University in New York. Seine Bücher "Das elegante Universum" und "Der Stoff, aus dem der Kosmos ist" wurden zu internationalen Bestsellern. Bei Siedler erschien zuletzt "Die verborgene Wirklichkeit: Paralleluniversen und die Gesetze des Kosmos" (2012).

Brian Greene, Bis zum Ende der Zeit, Siedler Verlag (https://www.randomhouse.de), Hardcover mit Schutzumschlag, 448 Seiten, ISBN: 978-3-8275-0135-6, 28 Euro.

 

HoltJim Holt, Als Einstein und Gödel spazieren gingen
Ausflüge an den Rand des Denkens

Spannend, faszinierend, inspirierend, genial, berauschend. Ein Buch der Superlative!

Unter Physikern und Mathematikern sind sie legendär geworden, die Spaziergänge über den Campus von Princeton, die den fast 70-jährigen Albert Einstein und den 25 Jahre jüngeren Ausnahme-Mathematiker Kurt Gödel verbanden. Zwei Spaziergänger, die jeweils ihr Fach revolutioniert, Grenzen überschritten und neue aufgezeigt haben. Gödel hatte schon früh beschlossen, sich nur um mathematische Probleme zu kümmern, die auch eine philosophische Dimension haben. Damit ist er quasi ein Bruder im Geiste für Jim Holt, den Philosophen und Mathematiker, der sich gerne mit den letzten Fragen beschäftigt - und mit jenen, die ihnen ihr Leben widmeten. Und so erzählt er in diesem Buch mit dieser Geschichte einer Freundschaft zugleich die Geschichte der revolutionären geistigen Umwälzungen im 20. Jahrhunderts.

Daneben versammelt Holt in diesem Band 22 weitere Erzählungen und Reflexionen, in beeindruckend schöner Sprache und reich an biografischen und kulturgeschichtlichen Anekdoten. Sie widmen sich den "aufregendsten intellektuellen Errungenschaften, denen ich in meinem Leben begegnet bin" (Holt). Es geht darin um das kosmologisches Denken über Zeit und Raum, Unendlichkeit im Großen und Kleinen, das Heraufziehen des Computerzeitalters, den Code des Lebens und die Frage, was man wahr nennen darf. Mal stehen Wissenschaft und Philosophie ein wenig im Vordergrund, mal die außergewöhnlichen Geschichten ihrer bedeutenden Protagonisten, von Holt fesselnd erzählt, mit Tiefgang und Intimität und einem besonderen und persönlichen Blick.

Jim Holt, Als Einstein und Gödel spazieren gingen, Rowohlt Verlag (https://www.rowohlt.de), Hardcover, 496 Seiten, ISBN 978-3-498-03048-3, 26 Euro.

 

NietzscheSue Prideaux, Ich bin Dynamit
Das Leben des Friedrich Nietzsche

Grandiose Nietzsche-Biographie von Sue Prideaux. In ihrer dramatischen Biographie befreit sie den Philosophen von Missverständnissen, Mythen und Entstellungen. Ihr sorgfältiges Porträt zeigt uns Nietzsche, wie wir ihm noch nie begegnet sind, exzentrisch und zutiefst problembehaftet. Hier kann man „Philosophie beim Entstehen beobachten“ schreibt Kathryn Hughes im Guardian. Prideaux‘ Biographie hat nicht nur ein begeistertes Presseecho ausgelöst, sondern stand ebenfalls auf der Bestsellerliste der New York Times. Sue Prideaux lebt als freie Schriftstellerin in Norwegen. Für ihre Biographien über Edvard Munch und August Strindberg wurde sie mehrfach ausgezeichnet.

Wir erleben das kurze, kometengleiche Leben des Friedrich Nietzsche hautnah mit: Von der beschaulich-christlichen Erziehung, überschattet durch den mysteriösen Tod des Vaters, folgen wir Nietzsche nach Basel, in die Einsamkeit der Schweizer Alpen, erleben das Pathos seines Zarathustra, seine Dramatisierung des Nihilismus und seinen Absturz in den Wahnsinn. Ein einzigartiges Leben – begeisternd, originell, erschütternd, berauschend, filmreif erzählt.

Nietzsche ist ein philosophisches Ereignis und eine weltgeschichtliche Existenz ohnegleichen. Alle Generationen seit dem Ende des 19. Jahrhunderts hat er beeinflusst und geprägt – mehr als Karl Marx. Nietzsche sprengt die Philosophie, die Bildung, das Bürgerliche, das Menschliche-Allzumenschliche, vor allem aber das 19. Jahrhundert in die Luft. Wie Nietzsche von sich selbst sagte, ist er »kein Mensch, sondern Dynamit« und bis heute einer unserer erstaunlichsten und unheimlichsten Zeitgenossen geblieben. Nietzsche, einzigartig und tragisch – so, wie wir ihn noch nie gesehen haben.

Sue Prideaux, Ich bin Dynamit, Klett-Cotta (https://www.klett-cotta.de), 560 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, zahlreiche Abbildungen, ISBN 978-3-608-98201-5, 26 Euro.

 

RelativRealDonald D. Hoffman,
Relativ real
Warum wir die Wirklichkeit nicht erfassen können und wie die Evolution unsere Wahrnehmung geformt hat

Genial! Und irgendwie unheimlich. Ihr Verständnis der Realität wird sich für immer verändern.

Nur weil der Mensch in der Lage ist, ein Raubtier blitzartig als solches zu erkennen, gibt es unsere Spezies überhaupt noch – dagegen wäre die Fähigkeit vieler Tiere, feinste Farbnuancen zu unterscheiden, für uns unnötig und verwirrend. Unsere visuelle Wahrnehmung besteht nicht darin, quasi ein Foto unserer Umgebung zu machen, sondern das Gehirn verarbeitet die vielen visuellen Reize und konstruiert aus ihnen jeweils ein Bild unserer Welt. Warum gehen wir dann eigentlich davon aus, dass wir die Realität wahrnehmen? Und nicht nur einen Ausschnitt oder eine Verzerrung der Wirklichkeit?

»Was ist Wirklichkeit?«: mit dieser Frage beschäftigt sich die Philosophie, auch Religionen wie der Buddhismus und die Naturwissenschaft im Bereich der Quantenphysik nähern sich ihr. Mit ›Relativ real‹ liefert Donald D. Hoffman einen kognitionswissenschaftlichen Zugang zu der alten Frage: »Was können wir wissen?«. Basierend auf seiner Forschung erläutert Donald Hoffman, wie sich die Wahrnehmung des Menschen entwickelt hat und inwieweit dieser die Realität mit seinen Möglichkeiten überhaupt erfassen kann. In seinem Big-Idea-Buch erforscht Hoffman, welche Bereiche »hinter der Wirklichkeit liegen, die wir bisher wahrnehmen können«.

Donald D. Hoffman, Relativ real, dtv Sachbuch (https://www.dtv.de), Deutsche Erstausgabe, 360 Seiten, ISBN 978-3-423-28223-9, 25 Euro.

 

Dasnaechtliche Selbst_1Marie Guthmüller/
Hans-Walter Schmidt-Hannisa, Das nächtliche Selbst

Traumwissen und Traumkunst
im Jahrhundert der Psychologie.
Band II: 1900-1950


Die Kultur- und Wissensgeschichte des Traums zwischen 1900 und 1950 aus interdisziplinärer und länderübergreifender Perspektive.

Im »Jahrhundert der Psychologie«, zwischen 1850 und 1950, entfaltet sich ein produktives Zusammenspiel zwischen neuen Traumtheorien, wie sie in Psychologie, Medizin, Philosophie und Ästhetik diskutiert werden, und innovativen Darstellungsformen des Traums, die in den Wissenschaften ebenso entstehen wie in der Literatur, der bildenden Kunst und im Film. In Band II werden die Fragestellungen, Methoden und Theorien untersucht, die seit Beginn des 20. Jahrhunderts in der Psychoanalyse, in Existenzialismus und Phänomenologie, aber auch im Zusammenhang mit der beginnenden neurophysiologischen Vermessung von Traumaktivitäten entwickelt werden.

Beleuchtet werden Avantgardebewegungen wie der Surrealismus, die Träume aufgreifen und ins Zentrum ihrer Programmatik rücken. Zahlreiche Schlüsselwerke der modernen Kunst entstehen auf der Grundlage »oneirischer« Ästhetiken. Die genaue Analyse exemplarischer Problemkonstellationen erlaubt es, die großen anthropologischen, subjekttheoretischen und ästhetischen Herausforderungen zu begreifen, vor die der Traum die Wissenschaften und Künste in dieser Zeit stellt.

Band I erschien 2016 und behandelt den Zeitraum von 1850 bis 1900.

Marie Guthmüller/Hans-Walter Schmidt-Hannisa, Das nächtliche Selbst, Wallstein Verlag (https://www.wallstein-verlag.de), 344 Seiten, farb. Abb., brosch.,
ISBN 978-3-8353-3071-9, 36,90 Euro.

 

RovelliCarlo Rovelli,
Die
Geburt der Wissenschaft

Knapp, elegant und vor allem gut lesbar …

Carlo Rovelli setzt der griechischen Antike ein Denkmal: als Geburtsstunde der modernen Wissenschaft. Was als sorgsame Biographie des Forschers Anaximander beginnt, entwickelt sich gleichsam zu einer Biographie der Wissenschaft selbst und den großen Fragen, mit der sie sich beschäftigt. Rovelli beschreibt Anaximander von Milet als Urvater der Wissenschaft und verfolgt seinen Einfluss auf die folgende Geschichte der Naturwissenschaft.

Anaximander lebte vor 2600 Jahren und war der Lehrer von Pythagoras. Er war der erste Astronom, der die Bewegung der Gestirne rational studiert und versuchte, sie in einem geometrischen Modell wiederzugeben. Auch war er der erste, von den man weiß, dass er die Erde in Bewegung durch den Raum begriff. Von ihm ging die Bezeichnung der Welt als Kosmos und ihre Erfassung als ein planvoll geordnetes Ganzes aus und damit die Idee, dass die Welt auch ohne Rückgriff auf Götter verständlich und erklärbar ist - eine Revolution des Denkens. Anaximander entwarf das Programm, aus dem sich bis heute der westliche Wissenschaftsansatz entwickelt.

Rovelli reflektiert in diesem Buch über das Verhältnis des Sichtbaren und Unsichtbaren, die Naturgesetze, Wahrheit und Wirklichkeit – und darüber, was überhaupt Wissenschaft ist, ihre Möglichkeiten und Grenzen und was sie für ihn selbst bedeutet. Um die Welt zu verstehen, schreibt er, ist es möglich und notwendig zu erkennen, dass unser Bild der Welt falsch sein kann und dass wir es korrigieren können.

Carlo Rovelli, Die Geburt der Wissenschaft, Rowohlt (www.rowohlt.de), Hardcover,
232 Seiten, ISBN 978-3-498-05398-7, 22 Euro.

 

Neumann_PJena_1800_186428Peter Neumann, Jena 1800 – Die Republik der freien Geister

Fulminante Zeitreise zu Goethe und Co. – Peter Neumann rekapituliert in seinem Buch eine Sternstunde der deutschen Philosophie und Literatur.

Jena 1800: Mit den Ideen der Französischen Revolution geraten nicht nur die politischen Verhältnisse in Europa ins Wanken. Eine ganze Generation von jungen Dichtern und Philosophen beschließt, die Welt neu zu denken. Die führenden Köpfe – darunter die Brüder Schlegel mit ihren Frauen, der Philosoph Schelling und der Dichter Novalis – treffen sich in der thüringischen Universitätsstadt an der Saale, um eine „Republik der freien Geister“ zu errichten. Sie stellen nicht nur gesellschaftliche Traditionen in Frage, sie revolutionieren mit ihrem Blick auf das Individuum und die Natur zugleich auch unser Verständnis von Freiheit und Wirklichkeit – bis heute. Farbig und leidenschaftlich erzählt Peter Neumann von dieser ungewöhnlichen Denkerkommune, die nicht weniger vorbereitete als den geistigen Aufbruch in die Moderne.

Peter Neumann, Jena 1800 – Die Republik der freien Geister, Siedler Verlag
(www.randomhouse.de), ISBN 978-3-8275-0105-9, 22 Euro.

 

RovelliCarlo Rovelli,
Die Ordnung der Zeit

Wissenschaft als Abenteuer und als ganz persönliche Erleuchtung - ein großes, packend geschriebenes Leseerlebnis, ein würdiger Nachfolger des Welt-Bestsellers „Sieben kurze Lektionen über Physik“.

Warum stehen wir mit den Füßen auf dem Boden? Newton meinte, weil sich Massen anziehen, Einstein sagte, weil sich die Raumzeit krümmt. Carlo Rovelli hat eine andere Erklärung: vielleicht ja deshalb, weil es uns immer dorthin zieht, wo die Zeit am langsamsten vergeht. Wenn, ja wenn es so etwas wie Zeit überhaupt gibt.

Kaum etwas interessiert theoretische Physiker von Rang so sehr wie der Begriff der Zeit. Seit Einstein sie mit dem Raum zur Raumzeit zusammengepackt und der Gravitation unterworfen hat, wird sie von großen Physikern wie Stephen Hawking und Carlo Rovelli umrätselt. Wenn es ums Elementare geht, darum, was die Welt im Innersten zusammenhält, kommen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft in den Formeln der großen Theorien zwar nicht mehr vor. Aber geht es wirklich ohne die Zeit? Um diese Frage dreht sich das neue, aufregende Buch des italienischen Ausnahme-Physikers.

Leben wir in der Zeit oder lebt die Zeit vielleicht nur in uns? Warum der physikalische Zeitbegriff immer weiter verschwimmt, je mehr man sich ihm nähert, warum es im Universum keine allgemeine Gegenwart gibt, warum die Welt aus Geschehnissen besteht und nicht aus Dingen und warum wir Menschen dennoch gar nicht anders können, als ein Zeitbewusstsein zu entwickeln: Rovelli nimmt uns mit auf eine Reise durch unsere Vorstellungen von der Zeit und spürt ihren Regeln und Rätseln nach.

Carlo Rovelli, Die Ordnung der Zeit, Rowohlt Hardcover (www.rowohlt.de),
ISBN 978-3-498-05399-4, 20 Euro.

 

MaterialismusTerry Eagleton, Materialismus

Informativ, innovativ und gut zu lesen bzw.
absolut lesenswert.

In seinem neuesten Werk setzt sich der bekannte britische Autor und Literaturwissenschaftler Terry Eagleton mit dem Verhältnis von Philosophie und Alltagserfahrung auseinander. Er bietet eine humanistische, für das praktische Zusammenleben der Menschen taugliche Variante des Denkens. Angesichts einer Gesellschaft, deren Mitglieder sich weitgehend als „materialistisch“ definieren und eines von emanzipatorischen Inhalten befreiten „New Materialism“ an den Universitäten hält Eagleton an einer „Politik der Materie“ fest, die für die Veränderung der Umstände eintritt.

In einem Streifzug durch die Ideengeschichte des Materialismus, von Demokrit über Aristoteles bis hin zu Sigmund Freud, verteidigt der Autor die materialistische Gesinnung auch gegen aktuelle Trends der „Cultural Studies“ und postmoderner Strömungen.

Eagleton bringt in diesem Buch drei bekannte Materialisten und ihre Lehren zusammen: Friedrich Nietzsche, Ludwig Wittgenstein und Karl Marx. In einem eindrucksvollen Vergleich ihrer Theorien spannt er einen weiten Bogen, von der Sprache über die Geschichte, von der Ideologie zur Ethik, bis hin zu ästhetischen und politischen Fragen. All dies gelingt Eagleton mit viel Witz und Polemik, in lockerer Sprache, die jahrhundertealte philosophische Diskussionen auch einem damit nicht vertrauten Publikum näher bringt.

Für Eagleton ist es die „Anti-Philosophie“ und ihr bekanntester Exponent Karl Marx, die er als Ausdruck eines gelungenen materialistischen Weltbilds ansieht. Und so zitiert er in seinem Werk auch Marx’ Ausspruch: „Die Philosophie steht nicht außer der Welt, so wenig das Gehirn außer dem Menschen steht, weil es nicht im Magen liegt.“ In dieser Tradition des kritischen Denkens, dem Humor nicht fremd ist, schlägt Eagleton mit „Materialismus“
ein neues Kapitel auf.

Terry Eagleton, Materialismus, Promedia (www.mediashop.at), 192 Seiten,
ISBN 978-3-85371-433-1, 17,90 Euro.

 

EilenbergerWolfram Eilenberger,
Zeit der Zauberer
Das große Jahrzehnt der
Philosophie 1919 – 1929

Gut erzählt und gut zu lesen – eine spannende Reise
durch das wichtigste Jahrzehnt der deutschen Geistesgeschichte.


Die Jahre 1919 bis 1929 markieren eine Epoche unvergleichlicher geistiger Kreativität, in der Gedanken zum ersten Mal gedacht wurden, ohne die das Leben und Denken in unserer Gegenwart nicht dasselbe wäre. Die großen Philosophen Ludwig Wittgenstein, Walter Benjamin, Ernst Cassirer und Martin Heidegger prägten diese Epoche und ließen die deutsche Sprache ein letztes Mal vor der Katastrophe des Zweiten Weltkriegs zur Sprache des Geistes werden.

Wolfram Eilenberger, Bestsellerautor, langjähriger Chefredakteur des »Philosophie Magazins« und der wohl begabteste und zurzeit auffälligste Vermittler von Geistesgeschichte im deutschsprachigen Raum, erweckt die Philosophie der Zwanziger Jahre und mit ihr ein ganzes Jahrzehnt zwischen Lebenslust und Wirtschaftskrise, Nachkrieg und aufkommendem Nationalsozialismus zum Leben.

Der kometenhafte Aufstieg Martin Heideggers und dessen Liebe zu Hannah Arendt. Der taumelnde Walter Benjamin, dessen amour fou auf Capri mit einer lettischen Anarchistin ihn selber zum Revolutionär macht. Der Genius und Milliardärssohn Wittgenstein der, während er in Cambridge als Gott der Philosophie verehrt wird, in der oberösterreichischen Provinz vollkommen verarmt Grundschüler unterrichtet. Und schließlich Ernst Cassirer, der Jahre vor seiner Emigration in den bürgerlichen Vierteln Hamburgs am eigenen Leib den aufsteigenden Antisemitismus erfährt.

In den Lebenswegen und dem revolutionären Denken dieser vier Ausnahmephilosophen sieht Wolfram Eilenberger den Ursprung unserer heutigen Welt begründet. Dank der großen Erzählkunst des Autors ist uns der Rückblick auf die Zwanziger Jahre zugleich Inspiration und Mahnung, aber in allererster Linie ein mitreißendes Lesevergnügen.

Wolfram Eilenberger, Zeit der Zauberer, Klett-Cotta (www.klett-cotta.de), 431 Seiten, gebunden mit Schutzumschlag, mit zahlreichen Abbildungen,
ISBN 978-3-608-94763-2, 25 Euro.

 

WrightErik Olin Wright, Reale Utopien
Wege aus dem Kapitalismus

Für alle, die von Weltveränderung und einer besseren Welt träumen, ein Muss.
Wie weiter mit dem Kapitalismus, jener Gesellschaftsordnung, von der viele meinen, sie sei zerstörerisch für Mensch und Umwelt? Gibt es vielleicht einen Ausweg aus der, zumal nach dem Scheitern der sozialistischen Gegenentwürfe, vielfach als »alternativlos« apostrophierten Situation? Der amerikanische Soziologe Erik Olin Wright entwickelt in diesem nun endlich auf Deutsch vorliegenden Werk neue analytische Grundlagen, um die Suche nach Wegen aus dem Kapitalismus anzuleiten. Seine Kernidee ist es, die Dominanz des Kapitalismus dadurch zu brechen, dass innerhalb des bestehenden Systems konkrete emanzipatorische Alternativen aufgebaut werden, die die Welt, so wie sie sein könnte, aufscheinen lassen und vorwegnehmen.
Erik Olin Wright, Reale Utopien, Suhrkamp Taschenbuch (www.suhrkamp.de), 530 Seiten, ISBN 978-3-518-29792-6, 24 Euro.

 

Heilig_1Dietlind Hüchtker
Kerstin S. Jobst,
Heilig

Aspekte der Verehrung des Heiligen vom Mittelalter bis heute und aus verschiedenen Blickwinkeln. Interessant und inspirierend, besonders für den eigenen Blickwinkel.
Zu allen Zeiten wurden nicht nur Gottheiten kultisch verehrt, sondern auch Tiere, Gegenstände oder lebendige Menschen, welche herausgehoben und zu Heiligen gemacht wurden. Das Heilige ist dabei nicht an spezifische Religionen geknüpft. Heiligenkulte verbinden pagane und monotheistische Kulte, überschreiten Religions- und Epochengrenzen ebenso wie die zwischen dem Profanen und Sakralen. Verehrung wird weder von politischen oder ideologischen Grenzen Einhalt geboten, noch verschwindet sie in der Postmoderne mit ihren individualisierten Warenwelten. Der Band stellt die transkulturellen Aspekte der Verehrung in den Vordergrund. Die Bandbreite reicht dabei von der Transformation der Missionierung, über die religiöse Aufladung profaner Objekte oder die Rolle von Heiligen in nationalen Kontexten, bis hin zur St.-Georgs-Verehrung beim Bundesnachrichtendienst.
Dietlind Hüchtker/Kerstin S. Jobst, Heilig, Wallstein Verlag (www.wallstein-verlag.de),
232 Seiten, ISBN 978-3-8353-3055-9, 24 Euro.

 

Hans Peter Duerr, Die dunkle Nacht der SeeleNahtod-Erfahrungen und Jenseitsreisen
Hans Peter Duerr,
Die dunkle Nacht der Seele

Faszinierend und erhellend - das erste seriöse Buch
über Nahtod-Erfahrungen.

Sogenannte Nahtod-Erfahrungen und Seelenreisen hat man mit einigem Recht als das größte ungelöste Rätsel der Bewusstseinsforschung bezeichnet. Und in der Tat sind bislang sämtliche philosophischen, neurologischen oder psychiatrisch-psychologischen Erklärungsversuche gescheitert – um die esoterischen Ansätze gar nicht zu erwähnen. Im Gegensatz zu metaphysisch-spiritistischen Spekulationen über einen »Austritt« des Bewusstseins oder der Seele aus dem Körper erklärt Hans Peter Duerr Nahtod-Erfahrungen auf »naturalistische« Weise als eigentümliche und äußerst komplexe Halluzination. Ihr Wirklichkeitscharakter ist einzigartig.
Der bekannte Philosoph und Ethnologe Hans Peter Duerr hat alle zugänglichen Quellen über Nahtod-Erfahrungen und Seelenreisen von den Anfängen der Überlieferung bis in die Gegenwart dokumentiert und analysiert. Damit gelingt ihm ein leicht verständlicher, erhellender Überblick über Interpretationen und Meinungen zu dieser besonderen Erfahrung. Jenseits von Esoterik und dogmatischem wissenschaftlichem Rationalismus erhält ein häufig auftretendes und meist unverstandenes Phänomen eine überzeugende Erklärung.
Hans Peter Duerr, Die dunkle Nacht der Seele - Nahtod-Erfahrungen und Jenseitsreisen, Insel Verlag (www.suhrkamp.de), gebunden, 687 Seiten, ISBN 978-3-458-17631-2, 29,95 Euro.

 

Taleb_NNDer_Schwarze_Schwan_156896Nassim Nicholas Taleb,
Der Schwarze Schwan

Muss man gelesen haben – verändert die Sicht auf die Welt. Und ist außerdem höchst unterhaltsam.
Talebs Weltbestseller endlich wieder im Handel erhältlich. „Der Schwarze Schwan: Die Macht höchst unwahrscheinlicher Ereignisse“ und „Der Schwarze Schwan: Konsequenzen aus der Krise“ erstmals komplett in einem Band und eingeleitet mit einem neuen Essay des Autors. Nassim Nicholas Talebs Definition ist weltberühmt geworden: Ein “Schwarzer Schwan” ist ein Ereignis, auf das drei Dinge zutreffen: Es ist erstens ein Ausreißer – es liegt außerhalb der regulären Erwartungen, nichts in der Vergangenheit weist darauf hin. Es hat zweitens enorme Auswirkungen. Drittens bringt uns die menschliche Natur dazu, im Nachhinein Erklärungen für sein Eintreten zu konstruieren, um es erklärbar und vorhersagbar zu machen. In diesem bahnbrechenden Buch, das mittlerweile weltweit zum Klassiker geworden ist, entwickelt Taleb seine einflussreiche Denkfigur und Maxime für die ungewisse Realität, in der wir leben und handeln.
Nassim Nicholas Taleb, Der Schwarze Schwan, Knaus Verlag (www.randhouse.de), gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 624 Seiten, ISBN 978-3-8135-0686-0, 29,99 Euro.

 

FreiheitPhilip Pettit, Gerechte Freiheit - Ein moralischer Kompass
für eine komplexe Welt

Ein unverzichtbarer Kompass für die Navigation
im 21. Jahrhundert.

Was heißt Freiheit heute – jenseits einer auf persönliche Interessendurchsetzung zielenden neoliberalen Marktfreiheit? Können wir noch ein Freiheitsverständnis entwickeln, das uns moralische Orientierung in einer immer komplexeren Welt bietet? Philip Pettit, einer der meistdiskutierten Philosophen der Gegenwart, entwickelt in seinem mitreißenden Buch einen Freiheitsbegriff, der die Idee eines nichtbeherrschten Lebens in sein Zentrum stellt. Freiheit heißt ihm zufolge sein eigener Herr sein, allen auf Augenhöhe begegnen können und den Einfluss anderer Menschen nicht fürchten müssen. Das hat weitreichende soziale, ökonomische und politische Konsequenzen. Pettit verfolgt diese republikanische Idee der Freiheit von ihrer Entstehung in der Römischen Republik über den Republikanismus der Florentiner Renaissance bis hin zur englischen Revolution der 1640er Jahre und zur amerikanischen Revolution des
18. Jahrhunderts, um sie dann auf brillante Weise zur Lösung aktueller Probleme fruchtbar zu machen. Im sozialen und ökonomischen Bereich ergibt sich daraus die Notwendigkeit weitreichender sozialstaatlicher Interventionen, robuster Arbeitnehmerrechte sowie der Schutz kleiner Unternehmen gegen große Konzerne. Mit Blick auf die Demokratie führt Pettit innovative Überlegungen ein, wie man die Bürger nicht nur über Wahlen als Autoren der Gesetze stärken kann, sondern auch über sogenannte »Kontestationen« von Mehrheitsentscheidungen. Und im Hinblick auf die internationale Politik begründet er, warum Staaten, die ihre Bürger vor Beherrschung schützen, nicht selbst zum Opfer von Beherrschung durch mächtigere Staaten, multinationale Konzerne oder internationale Organisationen werden dürfen.
Philip Pettit, Gerechte Freiheit - Ein moralischer Kompass für eine komplexe Welt, Suhrkamp (www.suhrkamp.de), gebunden, 350 Seiten, ISBN 978-3-518-58622-8. 29,95 Euro.

 

Denken_147382Stanislas Dehaene, Denken – Wie das Gehirn Bewusstsein schafft

Pflichtlektüre, um das menschliche Denken etwas besser zu verstehen – also auch sich selbst. Sozusagen bewusstseinserweiternd.
Wie entstehen bewusste Gedanken? Welches Bewusstsein haben Koma-Patienten? Oder Säuglinge? Haben wir einen freien Willen? Wie weit sind wir von künstlichen Intelligenzen entfernt, die sich ihres eigenen Wissens bewusst sind? Stanislas Dehaenes Theorie des Bewusstseins ist ein Meilenstein der Gehirnforschung. Noch immer müssen viele Einzelheiten endgültig bewiesen werden, aber die Wissenschaft vom Bewusstsein liefert inzwischen mehr als bloße Hypothesen. Stanislas Dehaene gibt einen aufregenden Überblick über die Fortschritte der Gehirnforschung und entwickelt eine neue, empirische Theorie wie wir wahrnehmen, fühlen, denken. Ein Schlüsselwerk über die vielfältigen Prozesse der Informationsverarbeitung, die unser Gehirn, ein in der Evolution entstandenes Netzwerk aus Milliarden Neuronen, vollbringt. Obwohl wir alle den gleichen Gesamtbestand an Neuronen haben, ist ihre jeweilige Organisation das Ergebnis einer andauernden Entwicklung, die jedes Gehirn anders formt, woraus schließlich unsere jeweils einzigartige Persönlichkeit hervorgeht.
Stanislas Dehaene, Denken – Wie das Gehirn Bewusstsein schafft, Knaus
(www.randomhouse.de), gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 480 Seiten,
ISBN 978-3-8135-0420-0, 24,99 Euro.

 

DuerrHans-Peter Dürr,
Es gibt keine Materie!

Ging in der kultbote.de-Redaktion von Hand zu Hand, obwohl es niemand gern aus der Hand legte. Eine außerordentlich spannende Begegnung zwischen Mystik und Physik, die neue, bisher ungeahnte Parallelen der beiden so unterschiedlichen Welten aufzeigt.
Erstmals widmet sich der große Physiker im Dialog einem Vergleich seiner Erkenntnisse mit den Einsichten der mystischen Traditionen in den großen Weltreligionen. Dabei zeigen sich unglaublich verblüffende Parallelen zwischen christlich-jüdischen oder hinduistisch-buddhistischen Einsichten und den neuesten Erkenntnissen der modernen Quantenphysik. Aufgrund seiner zahlreichen Gespräche und Begegnungen mit Vertretern der mystischen Traditionen in Ost und West ist Hans-Peter Dürr wie kaum ein zweiter Naturwissenschaftler dazu berufen, Grenzen zu überschreiten und scheinbar Unvereinbares zu verbinden. Die Grenzen des Denkens verlaufen an der Oberfläche - in der Tiefe ist ALLES LEBEN EINS.
Hans-Peter Dürr, Es gibt keine Materie! Crotona (www.crotona.de),
104 Seiten, ISBN 978-3-86191-028-2, 9,95 Euro.

 

Philippe DescolaPhilippe Descola,
Jenseits von Natur und Kultur

Ein wichtiges Buch, in das man sich gerne vertieft.
Seit der Zeit der Renaissance ist unser Weltbild von einer zentralen Unterscheidung bestimmt: der zwischen Natur und Kultur. Dort die von Naturgesetzen regierte, unpersönliche Welt der Tiere und Dinge, hier die Menschenwelt mit ihrer individuellen und kulturellen Vielfalt. Diese fundamentale Trennung beherrscht unser ganzes Denken und Handeln. In seinem faszinierenden Buch zeigt der große französische Anthropologe und Schüler von Claude Lévi-Strauss, Philippe Descola, dass diese Kosmologie alles andere als selbstverständlich ist. Dabei stützt er sich auf reiches Material aus zum Teil eigenen anthropologischen Feldforschungen bei Naturvölkern und indigenen Kulturen in Afrika, Amazonien, Neuguinea oder Sibirien. Descola führt uns vor Augen, daß deren Weltbilder ganz andersartig aufgebaut sind als das unsere mit seinen »zwei Etagen« von Natur und Kultur. So betrachten manche Kulturen Dinge als beseelt oder glauben, daß verwandtschaftliche Beziehungen zwischen Tieren und Menschen bestehen. Descola plädiert für eine monistische Anthropologie und entwirft eine Typologie unterschiedlichster Weltbilder. Auf diesem Wege lassen sich neben dem westlichen dualistischen Naturalismus totemistische, animistische oder analogistische Kosmologien entdecken. Eine fesselnde Reise in fremde Welten, die uns unsere eigene mit anderen Augen sehen läßt.
Philippe Descola, Jenseits von Natur und Kultur, Suhrkamp Verlag (www.suhrkamp.de), gebunden, 638 Seiten, ISBN 978-3-518-58568-9, 39,90 Euro.

 

Brigitte Aulenbacher/Meinrad Ziegler (Hg.), In Wahrheit …Brigitte Aulenbacher/Meinrad Ziegler (Hg.), In Wahrheit …

Von Dominik Schönleben
Für Kenner der Materie ein höchst interessantes Buch. Die Wahrheit als Gegenstand unserer Zeit muss sich der wissenschaftlichen Analyse stellen und findet sich im Spannungsfeld zwischen Gut und Böse.
Unsere modernen Gesellschaften haben ein gespaltenes Verhältnis zur Wahrheit. Einerseits ist Wahrheit als traditioneller Wert anerkannt, ihre prinzipielle Bedeutung unumstritten. Andererseits sind wir in vielen praktischen Dingen überzeugt davon, dass ohne Schwindeleien und Täuschungen nichts geht. Aber auch dann, wenn wir bei der Wahrheit bleiben wollen, tun sich neue Probleme auf. Es ist oft nicht einfach zu wissen, was wahr ist. Bürgt Wissenschaftlichkeit für Wahrheit? Oder sollen wir lieber unserer Erfahrung vertrauen, die oftmals ganz andere Wahrheiten bereit hält? Schließlich leben wir mit einer Flut von Informationen, von denen wir nicht nur nicht wissen, ob sie wahr sind, sondern sogar wissen, dass sie nicht wahr sind, aber dennoch maßgeblich, für uns oder für Andere.
Sich mit Wahrheit zu beschäftigen, ist grundsätzlich und alltäglich, wissenschaftlich und gesellschaftspolitisch von brennendem Interesse. Die in diesem Buch versammelten Beiträge setzen sich kritisch mit diesem spannenden Thema auseinander.
Brigitte Aulenbacher/Meinrad Ziegler, In Wahrheit …, Studienverlag
(www.studienverlag.at), 166 Seiten, Softcover, ISBN 978-3-7065-4837-3, 14,90 Euro.

 

Richard Greene, K. Silem Mohammad, Die Untoten und die PhilosophieSchlauer werden mit Zombies,
Werwölfen und Vampiren
Richard Greene,
K. Silem Mohammad,
Die Untoten und die Philosophie

Tatsächlich, kein Witz, sondern ein sehr lesbares Buch
über die Grundfragen des Lebens, aufgehängt an
populären Trivialmythen.
Was können wir von Vampiren, Werwölfen und Zombies lernen? Nichts Geringeres als die bedeutendsten Ideen und Strömungen der Philosophie. Folgen Sie den Autoren auf ihrer lustigen, klugen und ziemlich schrägen Bildungsreise in die Welt der Untoten. Ihre Wiederauferstehung feiern die Untoten nicht erst seit dem »Biss« von Stephenie Meyer. Schon seit Jahrzehnten faszinieren Vampire und Zombies Leser und Filmfans aller Altersgruppen. Richard Greene und K. Silem Mohammad zeigen jetzt, dass einem bei Seelenlosen nicht nur ein kalter Schauer überkommt, sondern auch mal eine frische Brise ins Schädelinnere wehen kann. Etwa dann, wenn wir von der Ethik der Untoten lernen oder Heidegger als das erkennen, was er war: ein Vampirjäger. Ein genauerer Blick in die Welt der Zombies reicht aus, und schon hat man das Leib-Seele-Dilemma verstanden. Lesen Sie dieses Buch und Sie werden sich nie mehr vor der Philosophie gruseln müssen.
Richard Greene, K. Silem Mohammad, Die Untoten und die Philosophie, Klett-Cotta Verlag (www.klett-cotta.de), 288 Seiten, ISBN 978-3-608-50403-3, 19,95 Euro.

 

Baudrillard_Masse_U1_grJean Baudrillard, Im Schatten
der schweigenden Mehrheiten

Ein Lese-Abenteuer durch Geist und Sprache des Autos.
Stilistisch und gedanklich eine Freude.

Diese hier erstmals als Buch auf Deutsch veröffentlichte Studie zählt zu den konzisesten und wichtigsten Abhandlungen Baudrillards und ist doch eine der am wenigsten bekannten. Er beschäftigt sich darin mit den Grenzen der Soziologie, der Informationstheorie und den Theorien von »Masse«, für ihn der »Nullpunkt des Politischen«. Baudrillard formuliert eine Informationstheorie, nach der »die Masse ein Medium ist, das stärker ist als alle Medien«.
Jean Baudrillard, Im Schatten der schweigenden Mehrheiten, Matthes & Seitz Berlin (www.matthes-seitz-berlin.de), aus dem Französischen von Grete Osterwald, 160 Seiten, Klappenbroschur, ISBN 978-3-88221-693-6, 14,80 Euro.

 

HollAdolf Holl,
Wie gründe ich eine Religion

Provokant. Amüsant. Prägnant. Ein philosophisches und kluges Manifest. Das fulminante Werk eines großen Freigeistes.
Buddha ist im Wald verschwunden, Jesus in die Wüste gegangen, Mohammed in der Höhle gehockt, um sich einen Namen zu machen. Was macht Adolf Holl? Er geht zum Frisör und verknüpft in freier Assoziation Philosophie und Literatur mit der spirituellen Geistesgeschichte, um wieder zum profanen Leben zurückzukehren. Der Freigeist Adolf Holl hat ein Manifest geschrieben. Ein essentielles, profundes und liebevolles Manifest. Mit der festen Absicht, eine Religion zu gründen, reitet Holl in einem wilden Parcours durch die Geschichte der Religionen, der großen und kleinen. Spürt ihnen nach und fragt nach dem "Warum", nach der Notwendigkeit eines Glaubensbekenntnisses. Denn die heutige Zeit hat die einstigen Glaubensverkünder aus der Wüste wieder in die Wüste zurückgeschickt. Und jetzt muss eine Lösung her: eine neue Religion! Adolf Holl stellt Fragen und sucht Antworten. Nur eines scheint sicher: Die brauchbare Religion muss noch erfunden werden. Ironisch, witzig, und gehaltvoll beschreibt er die Sehnsucht nach einer Glaubensgemeinschaft, die funktioniert und lebbar ist.
Adolf Holl, Wie gründe ich eine Religion, Residenz Verlag (www.residenzverlag.at),
144 Seiten, ISBN 9783701715183, 17,95 Euro.

 

FlusserVilém Flusser,
Kommunikologie weiter denken

Die letzte Vorlesung des Klassikers der Medientheorie, inspirierend, unerwartet, fesselnd – man schaut die Welt, die man durch diverse Medienbrillen sieht, mit ganz anderen Augen an. Bzw. die Augen werden geöffnet, um dann ungläubig zu blinzeln. Ein Oha- und Aha-Erlebnis!
Anlässlich seiner ersten Gastprofessur in Deutschland im Jahr 1991 wollte Vilém Flusser seine Kulturkritik im Angesicht der neuen Medien noch einmal grundlegend durchdenken. Eine Neufassung seines Hauptwerks, der Lehre von der menschlichen Kommunikation, sollte daraus hervorgehen. Es musste bei den Vorlesungen bleiben. Wenige Monate später starb er bei einem Verkehrsunfall. Im
Vilém-Flusser-Archiv sind die Bochumer Vorlesungen zu einem konzentrierten Text redigiert worden. Er ist das kommunikologische Vermächtnis des Prager Kulturphilosophen.
Vilém Flusser, Kommunikologie weiter denken, Fischer Taschenbuch Verlag
(www.fischerverlage.de), 320 Seiten, ISBN 978-3-596-18145-2, 12,95 Euro.

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